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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1903. 
mit rötlich gelbem Staube bedeckt gefunden, der Staub fiel noch während des ganzen Tages, so 
daß gereinigtes Glas nach einigen Stunden wieder mit Staub bedeckt war, Wind am 21. II. 
SWzS 3—6, nach 9h N Staubregen. 
D. „Tagus“ verließ Southampton nach Barbados am 18. II.; währeud dreier Tage mitten 
im Atlantischen Ozean fiel eine Menge roten Staubes, welcher die Meeresoberfläche bedeckt haben 
soll. Die Nachricht ist in bezug auf Datum und Schiffsort ungenau, der 20, bis 23. II. und das 
Meeresgebiet von 46—38° N-Br. und 10—22° W-Lg. ist angenommen worden. 
S. „Pampa“. Das meteorologische Tagebuch bemerkt unter dem 22. II. für 48° N-Br., 
13° W-Lg.: Neblig, die weiße Farbe ist vom Regen braun gefärbt, als wenn überall der Rost 
durchdringt. Böig und regnerisch, Wind von 4 bis 12h V SW 8—10, von 2 bis 6b N NW 7-9, 
(D, „Nubia“, Für die Fahrt zwischen Gibraltar und Algier berichtet der Kapitän nach 
der Weserzeitung: Am 21. II. bei Tag bemerkten wir, daß unsere ganze Takelage und alle übrigen 
Schiffsteile an der Luvseite mit einer gelben Staubmasse überzogen waren; der Wind war zur Zeit 
SSO und sehr warm.) 
Kanarische Inseln. 
Teneriffa, Am 19. Februar herrschte zu Orotava auf Teneriffa von etwa 11V bis gegen 
Abend ein ungewöhnlich heftiger Staubsturm, der in der Richtung von S nach N über die Insel 
hinwegzog. Bei drückender Schwüle erschien alles in gelber Nebeldämmerung und, wenn die Sonne 
in Wolkenlücken sichtbar wurde, schimmerte sie wie eine lichtblaue Scheibe;1) feinster Staub überzog 
alle Gegenstände und machte den Aufenthalt im Freien beschwerlich, zumal der Wind heftig und 
stofsweise wehte. 
Azoren, 
Die Deutsche Seewarte verdankt dem Direktor des Servico meteorologico dos Acores zu 
Ponta Delgada, Herrn F, A, Chaves, besonders eingehende Mitteilungen über den Staubfall, die 
hier wiedergegeben werden, 
Allgemeiner Zustand des Wetters auf den Azoren vom 18. bis 23. Februar 1903. Bis 
zum 18. kam der Wind aus NW und NNW, um 5b V dieses Tages ging er zu Santa Cruz auf 
Flores nach SSO und SO, während über der mittleren und der östlichen Inselgruppe die Wind- 
richtung aus NNW noch anhielt. Am 19. dauerte der Wind aus den südlichen Quadranten zu 
Santa Cruz an, drehte zu Horta um 10h 20min V nach SSW, und zu Ponta Delgada um Mitternacht 
nach SW. Am 20. hielt zu Santa Cruz und zu Horta der Wind aus SSW bis S an, und nur zu 
Ponta Delgada kam er aus SSO. Am 21. war der Wind über der ganzen Inselgruppe SSW, um 
7b 17min N drehte er zu Santa Cruz über S nach NW. Am 22, hielt zu Santa Cruz der Nordwestwind 
an, zu Horta drehte der Wind um 2b 14min V nach NNW, zu Ponta Delgada von 3b bis 8h V langsam 
von SW nach N; er blieb dann über der ganzen Inselgruppe in den nördlichen Quadranten mit 
einer mittleren Geschwindigkeit von 5,6 m pro Sekunde. 
Über den Staubfall selbst teilt Herr Chaves insbesondere folgendes mit: 
Ponta Delgada. Am 20, Februar, nachdem die Sonne seit ungefähr 9kh V mit vollem 
Glanze geschienen hatte, wandelte sie sich plötzlich in eine glanzlose Scheibe von schwach röt- 
licher Farbe um (lila®) ist vielleicht eine bessere Bezeichnung dieser Färbung). Diese Veränderung 
wurde durch einen trockenen Nebel hervorgerufen, der sehr verschieden von dem gewöhnlichen 
Nebel war, Dieser Nebel stieg aus der Höhe herab und blieb einige Zeit auf die gebirgigen 
Gegenden beschränkt, die die Stadt auf einer großen Entfernung umgeben. Die Sonnenscheibe ver- 
schwand einige Male bis 10h 33min V, aber von dieser Zeit an bis zum Untergang erschien die 
Sonne beständig als eine lila Scheibe ohne Glanz, Kurz vor Sonnenuntergang nahm der Himmel 
eine intensiv rötliche Färbung an, welche Färbung sich eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang 
erhielt. Der Nebel, der von 9b 42min V an bestand, hat keine Änderung im Feuchtigkeitsgehalt der 
Luft (94 bis 95%0) bewirkt. Am Morgen des 21. bemerkte man, daß alle der Luft ausgesetzten 
Gegenstände von einem gelblichen Staube bedeckt waren; dies machte sich besonders auf den 
Blättern der Bäume bemerkbar. Um 7b V ließ Herr Chaves auf einem Pfeiler des Turmes des 
meteorologischen Observatoriums Glasplatten legen, die mit einer dünnen Schicht Glyzerin bedeckt 
waren. Indem er diese Platten oft unter dem Mikroskop prüfte, konnte er feststellen, daß der 
Staubfall bis 7b V des 22. Februar dauerte, Auf San Miguel konnte der Staubfall niemals durch 
den bloßen Anblick beobachtet werden, während vom Morgen des 21. an auf den Inseln der mittleren 
Gruppe der Staub in leicht bemerkbarer Weise fiel, so daß er selbst auf den Kleidern im Gehen 
befindlicher Personen sich zeigte. 
Santa Maria, Der Staub fiel in der Nacht vom 20. zum 21. Einige Personen haben am 
Morgen des 21. bemerkt, daß ein gelblicher Staub die der Luft ausgesetzten Gegenstände bedeckte. 
Terceira, Staubfall am 21. von morgens bis 2b N, Die Sonne erschien am 20, von 3b N 
bis Untergang als eine glanzlose Scheibe von schwach rötlicher Färbung. Von 3b N an bestand ein 
sehr wenig intensiver Nebel. Die Luftfeuchtigkeit war vor und nach der Erscheinung fast konstant. 
Graciosa, San Jorge und Pico. Staubfall am 21. von morgens bis 2b N, 3b N und 
6b N. Auf diesen drei Inseln beobachtete man, daß die Sonne am 20. sich in einer sehr außer- 
gewöhnlichen roten Färbung darstellte und daß gegen Sonnenuntergang der Himmel wie in Feuer 
erschien. Am 21. herrschte ein dichter Nebel. Zu Pico beobachtete man am 22. während einiger 
Sonnenblicke, daß der Schnee auf dem Gipfel des Alto-Pico ganz gelblich gefärbt war, 
Fayal. Staubfall am 21. von 6b V bis 7b N. Am 20, gegen Sonnenuntergang war ein 
wenig dichter Nebel, die Sonnenscheibe ohne Strahlen erschien wie eine rötliche Kugel. Am 21. 
bestand sehr dichter Nebel, die Sonne war unsichtbar, die Luftfeuchtigkeit blieb konstant im Mittel 
von 95%o0g. Am 22, 3b N war der Gipfel des Alto-Pico (2274 m) in Sonnenblicken sichtbar, und der 
Schnee des Gipfels erschien ganz gelblich. 
1) Diese Färbung der Sonnenscheibe dürfte wohl als Kontrastwirkung in der Komplementär- 
farbe zu gelb anzusehen sein. 
%) Vgl. Fußnote 1.
	        
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