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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Herrmann, E.: Die Staubfälle vom 19. bis 23. Februar 1903 etc. 
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'D. „Cordoba“, 20.—23, II. Sehr diesige Luft, Wüstenstaub. Am 20, II. Wind SO 3—7, 
grobe See, am 21. II. SO 3—5, am 2%. II. 0SO 3—5, am 23. II. ONO 4. 
D. „Briton“, verließ Madeira am 18, II. und lief am nächsten Tage 10h V etwa 48 Sm 
S25°W von Teneriffa in dickes nebliges Wetter, das durch große Mengen roten Staubes verursacht 
wurde. Von dieser Zeit an bis 2b 30min N am 22. II. war die Luft unsichtig. Während dieser 
drei Tage war der Wind zwischen NOzN und OzN; als derselbe einmal nach SSW drehte, wurde 
die Luft sofort klar, aber nach 10 Minuten ging der Wind wieder nach NOzO zurück, und der 
Sandsturm setzte wieder ein. Nach der Loggrechnung ging das Schiff in einer Entfernung von etwa 
25 Sm W von den Kapverden vorüber. Der Nebel hörte auf in etwa 7° N-Br., 15° W-Lg. Eine 
Probe des Staubes ist von Terrakottafarbe,‘ ; 
D. „Holsatia“. Am 18. II. in 31° N-Br., 17° W-Lg. war der Wind zunächst SSO 2—5, 
doch stand eine hohe nordwestliche Dünung; um 2% N sprang der Wind in einer Böe von SSO 
nach SW um, Windstärke 5, 2b 45%in N von SW nach NW, Stärke 6—7 mit leichtem Regen bei 
rasch zunehmender nordwestlicher Dünung; nachts umlaufender Wind 1—3, kolossal hohe 
langlaufende nordwestliche Dünung, zeitweise böig mit Regenschauern, Am Morgen1) des 19. II. 
ärehte der Wind von S nach NO Stärke 2, dann bis Stärke 6 zunehmend, hohe nordwest- 
liche Dünung; morgens war sehr klare Luft, so daß auf einem Abstande von 60 Sm die 
Kanarische Insel Palma gut gesichtet wurde, doch wurde es nach und nach wieder trübe und die Luft 
bedeckt, Um 4bN, in 28° 41‘ N-Br. und 19° 40‘ W-Lg., holte der Wind, der seit morgens aus NO mit 
Stärke 2—5 geweht, auf SO, zunehmend bis Stärke 7—8; Nebel- bezw. Dunstschauer kamen aus 
südöstlicher Richtung gezogen, die sich allmählich bis 5% so verdichteten, daß kaum eine halbe See- 
meile weit zu sehen war. Es stellte sich heraus, daß der Nebel aus Sandstaub oder vielmehr, 
*rotzdem die Luft sehr trocken. war, aus einer Art klebriger, dunkelgelb lehmiger Masse bestand. 
Sie bedeckte alle Luvteile des Schiffes und lief auf Stellen an diesen als letztgeschilderte Masse 
herunter. Auf den Anzügen hinterließ sie flockige Fasern. Zwischendurch fielen sehr vereinzelte 
Regentropfen. Um 10h 45min N klarte es bei steigendem Barometer und Wind SO Stärke 7—8 
wieder auf, so daß die Kimm, Sterne, und später der Mond, letzterer gelblich verschleiert, gut 
sichtig waren. Doch See und Dünung, letztere noch immer aus NW, liefen sehr hoch und wild 
Jurcheinander. Am 20. II. morgens ging der Wind auf OSO in gleicher Stärke 7—8; gleicher 
wilder Seegang. Um 7hV wurde. die Luft wieder diesiger und allmählich ganz dicht und unsichtig. 
Jetzt war die Luft angefüllt mit trockenem, grauem und gelblichem, feinem Sandstaub, der aus 
derselben herabfiel und sogar durch alle Fugen in die Zimmer und sonstige Räume drang; Regen- 
tropfen fielen auch jetzt vereinzelt nieder, sonst war die Luft sehr trocken. Die Sonne kam während 
des ganzen Tages nicht durch. Befanden uns des Mittags in 27° 2' N-Br., 21° 26‘ W-Lg.., Während 
Jer Nacht vom 20. zum 21. sehr dicke unsichtige Luft, mußten deshalb mit geringerer Kraft fahren 
and gebrauchten Öl zur Beruhigung der Wellen. Die ganze Nacht Wetterleuchten und Blitzen in 
Äen oberen Luftschichten. In gleicher Weise hielt diese sehr diesige unsichtige Luft und dieser 
allmählich abnehmende Sandstaubfall ununterbrochen bis zum 23. II, an, wo erst annähernd zu- 
verlässige Beobachtungen zu erhalten waren; wir befanden uns mittags in 20° 51' N-Br., 28° 31' W-Lg. 
Stromversetzung in vier Tagen nach N471/2°W 27 Sm. Der Wind war jetzt bei hohem beständigem 
Barometerstand ONO Stärke 5—6. Vom 25. in 15° 42' N-Br. und 32° 25' W-Lg. trat ziemlich 
regelmäßiger Passat wieder ein, und das Barometer ging auf seinen mittleren Stand wieder herunter, 
loch war und blieb die Luft dermaßen diesig und die Kimm schlecht für astronomische Beobach- 
‘ungen, daß am 26. keine Beobachtungen erhalten werden konnten; fortwährend zogen in den 
anteren Luftschichten Dunstwolken von NO nach SW. Noch bis zu 2° N-Br. 41° W-Lg. blieb die 
Luft mehr oder weniger diesig, und Dunstwolken durchzogen die Luft. 
(D. „Crefeld“. Nach der Weserzeitung berichtet der Kapitän: Am 19, II, hatten wir 
auf etwa 31° N-Br, 18° W-Lg. Sturm aus 0SO bis SSO mit grobem Seegang und unregelmäßiger 
Dünung bei stark häsiger Luft, in welcher viel Staub enthalten war, so daß nach dem Sturm sämt- 
liche Gegenstände an Deck mit einer Schicht gelbbraunen Sandstaubs bedeckt waren, Das meteoro- 
logische Tagebuch erwähnt eine solche Erscheinung nicht, sondern unter dem 19. IX. in 30° N-Br., 
181/2°. W-Lg. nur „stark häsige Luft“ und „zuweilen leichter Staubregen“; es ist zunächst zweifel- 
haft, ob mit Staubregen hier in der Tat der Fall von Stanb oder nur die besondere Art feinen 
Regens bezeichnet ist.) 
D. „Kirkby“ hatte vom 20. bis 22, II. in 331% ° N-Br., 22—30° W-Lg. sehr nebliges 
Wetter, der Himmel erschien, als ob die Luft voll von Rauch wäre, und ein feiner roter Staub 
bedeckte das Takelwerk.. . 
D. „Pembroke Castle“. Vom 18. bis 26 II, in 36—3° N-Br., 13—14° W-Lg. konnten 
keine Beobachtungen gemacht werden wegen nebligen Wetters und beständiger Sandstürme, die einen 
Niederschlag auf dem Schiffe hinterließen, Eine Probe des Sandes ist von heilgrauer Farbe. 
D. „Frisia“, Am 20. Il. in etwa 36° N-Br., 261/2° W-Lg. morgens häsig in der Kimm, 
mittags häsig, nachmittags häsig, an verschiedenen Stellen des Decks wurde ein feiner, rötlich- 
brauner Staub gefunden; die Luft hatte nach Sonnenuntergang eine rötlich-braune Farbe, von dem 
fallenden Staube herrührend, nachts anhaltender Fall des feinen Staubes. Am 21. II. wurde bei 
Tagesanbruch das ganze Schiff mit einer dünnen Schicht rötlich-braunen Staubes bedeckt gefunden, 
der Staubfall hatte aufgehört, die Luft blieb an diesem Tage noch häsig, beim Untergang zeigte die 
Sonne eine auffällige hellgelbe Färbung und verschwand in einer helilgelben Dunstschicht. Der 
Wind war am 20. II. bis 4h N SO 0—4, von 6 bis 104 N S 1—2, am 21. II. von Oh bis 12h V 
SW 2-3, dann bis 10 N WSW 1—2. Am 20. IL 4b V SO-Dünung, mittags NW-Dünung, am 
21. II. 49» Y SW-Dünung, 8b V NW-Dünung, 4b N bohe WNW-Dünung. Am 21. IL von 11 N 
an regnerisch. - 
S. „Carl“. Am 20. II. in etwa 40'/2° N-Br., 24° W-Lg. sehr diesig, nebelartiges Gewölk 
Wind SSW—SW 3-—5, hohe Dünung läuft von WNW und eine kurze Dünung von OSO, Am 
21. II. in etwa 41° N-Br., 221/0° W-Lg. wurde bei Tagwerden das ganze Schiff und das Takelwerk, 
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Es folgt von hier ab ein Bericht des Kapt. 0. Müller an die Deutsche Seewarte.
	        
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