Herrmann, E.: Die Staubfälle vom 19, bis 23. Februar 1903 ete.
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Schweiz,
Nach Mitteilung der Schweizerischen Meteorologischen Zentralanstalt,
Stellenweise in der ganzen West-, zum Teile in der Zentral- und auch in der
Nordostschweiz 22, II., Kanton Tessin 21. II. co, Sta Maria im Münstertal (Grau-
bünden) 21. II. co. Auf der Nordseite der Alpen und im Jura wurde der Staub-
regen am 22, II. besonders erwähnt in den Tagesblättern von Clarens, St. Croix,
Mont Cochel, Aiguilles de Beaumes, le Locle, Travers, Couvet, Verrieres,
Chaumont, Biel, Malleray (Berner Jura), Boniswil, Zürich, Fehraltorf, Frauen-
feld, Göhighofen, Herizan, Rorschach.
Österreich.
Nach der Meteorologischen Zeitschrift 1903, S. 83, 84, 131 u. 132. Böhmen:
Kronstorf bei Eger 23. II. — Oberösterreich: Kremsmünster 22, II., Franken-
markt 22, II., Molln 23. IX., Ischl 23. II, Spital am Pyhrn 22. II., Vöcklabruck
22, II., Mondsee 23. II. — Niederösterreich: Wien 21. bis 23. IL. (?) co, Schalla-
burg bei Loosdorf 23. II., Türnitz bei Lilienfeld 22. II. ? — Salzburg: Salzburg
22. IT., Grödig 21. IL, St. Leonhard-Drachenloch 21, II. — Tyrol: Brixen 23. II.
— Steiermark: Graz 21. u. 22. II. co, 23. II., Weißenbach a. d. Enns 22, u.
23. II. co, Blumau bei Fürstenfeld 22. u. 23. II. co, Admont 21. u. 22. II, wo. —
Istrien und Dalmatien: Nach Mitteilung der K. K. Seebehörde zu Triest, über-
mittelt durch das dortige K. K. astronomisch-meteorologische Observatorium,
ist in Gravosa in der Zeit vom 15. bis 26, Februar ein Schlammregen und in
Pastire, an der Nordküste der Insel Brazza, in der zweiten Hälfte des Februar
ein Schlammregen von kastanienbrauner Farbe beobachtet worden. Da es
durch weitere Bemühungen der K. K. Seebehörde nicht möglich war, genauere
Daten dieser Schlammregen festzustellen, so muß es fraglich erscheinen, inwie-
weit diese Beobachtungen mit dem großen Staubfall vom 19. bis 23. Februar
d. J. in Beziehung stehen.
Ungarn, Italien, Dänemark, Norwegen, Schweden und Rußland.
Nach den Mitteilungen der meteorologischen Zentralinstitute dieser Staaten
sind in deren Gebiet Staubfälle oder Schlammregen nicht beobachtet worden.
Aus allen diesen Angaben ergibt sich, daß das Gebiet, welches die
Erscheinung des Staubfalles vom 19. bis 23. Februar d. J. umfaßte, von der
nordafrikanischen Küste südlich von Marokko, in nordwestlicher Richtung nach
den Azoren sich erstreckt, von da aus eine Wendung nach Osten nimmt und
von England aus nach Südosten sich verbreitete.
In der Hauptkarte auf Tafel 20 sind die Gebiete dargestellt, von denen
Meldungen über erdige Niederschläge in diesem Zeitraum hier vorliegen; die
Nebenkarte ist der Monthly Pilot Chart des Meteorological Office zu London,
May 1903, entnommen und gibt im Gegensatz zur Hauptkarte auch die Gebiete
mit Dunst nach den dort vorliegenden Nachrichten an.
Nach Norden geht die Erscheinung nicht über den 54. Breitengrad, nach
Osten nicht über den 17. Längengrad östlich von Greenwich hinaus. Als auf-
fallend muß hervorgehoben werden, daß von den so stark befahrenen Schiffs-
wegen, welche zwischen den Azoren und Großbritannien hindurchgehen, so ver-
einzelt, nämlich nur in drei Fällen, über Staubfall oder dergl. in diesen Tagen
berichtet wird.
MI. Art und Weise des Auftretens der Erscheinungen am Ort.
(Einzelberichte über den Staubfall.)
Für die Beurteilung des Vorganges ist es von Interesse, in welcher
Weise derselbe an den einzelnen Beobachtungsstellen sich abspielte, und damit
zugleich, festzustellen, ob und inwiefern die Erscheinung auf den verschiedenen
von ihr berührten, näher oder ferner von ihrem Ausgangspunkte gelegenen
Gebieten Verschiedenheiten zeigte. Es folgen daher die hier vorliegenden
Einzelberichte in der gleichen Reihenfolge der Orte, wie sie im vorhergehenden
Abschnitt über die örtliche Verbreitung angenommen wurde. Sofern nicht eine
besondere Angabe beigefügt ist, sind die Quellen dieselben wie in Abschnitt I.