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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Die Witterung an der deutschen Küste im Juli 1903, 
und 14, ganz vereinzelt. Verhältnismäßig warme Morgen wurden über größerem 
Gebiete nur am 3. an der ganzen Küste, am 16. von der Elbe bis Pommern, am 
22, und 23. an der Nordsee, am 24. ostwärts bis zur Oder und am 26. bis 29. 
an der Ostsee beobachtet; die übrigen Morgen waren ganz überwiegend kühl. 
In ihrem Gange von Tag zu Tag zeigte die Morgentemperatur meist nur 
kleine Schwankungen um eine im ganzen wenig Anderung aufweisende Mittel- 
lage; stärkere vorübergehende Erwärmungen traten am 3. und 6. (auf den 
Nordsee-Inseln 2. und 5.), 10. und teilweise 11. an der ganzen Küste, am 16. 
an der Nordsee, 17. an der Ostsee, 23. an der westdeutschen Küste, 26. an der 
Nordsee und 29. an der ostdeutschen Küste auf. — Die Temperatur schwankte 
auf den Normalbeobachtungsstationen zwischen 6,5°, dem Minimum von Kiel, 
und 30,2°, dem Maximum von Swinemünde, also um 23,7°, während die kleinste 
Schwankung in Borkum gleich 14,4° und die größte in Kiel gleich 22,0° beob- 
achtet wurde. , 
Die aus den Anderungen der Temperatur von Tag zu Tag ohne Rücksicht 
auf die Vorzeichen der Anderungen als Mittel für die drei Beobachtungstermine 
berechnete interdiurne Veränderlichkeit der Temperatur (1. T. V.) lag mit ihren 
größten Werten zwischen 2,0° (Rügenwaldermünde und Neufahrwasser) und 3,1° 
(Borkum und Hamburg) und zeigte ihre größten Werte am Nachmittag, ihre 
kleinsten an der Nordsee am Morgen, an der Ostsee aber ebenso häufig am Abend. 
Die monatlichen Regenmengen erreichten ostwärts bis zur Kieler Bucht 
fast überall 80 mm und überstiegen meist 100 mm, während sie von Wismar 
ostwärts weniger als 50 mm betrugen, ausgenommen einige Orte der pommerschen 
und westpreußischen Küste, wo dieser Betrag etwas überschritten wurde. Gegen- 
über 141 mm in Kiel, 144 in Wangeroog und 153 in Friedrichsort hatten Rügen- 
waldermünde 36, Wustrow 33 und Memel nur 24 mm Regen. Die Nordseeküste 
hatte weit verbreitete Regenfälle am 5. bis 9., 12. bis 19., 22. bis 24. und 26. 
bis 81.; während die preußische Küste solche nur am 6., 7., 13. bis 15,, 17., 18,, 20,, 
25.; 29. und 30. beobachtete. — Bis auf vereinzelte und geringfügige Regen- 
fälle war die ganze Küste trocken am 1. bis 4, 10., 1l., außerdem die Nordsee- 
küste am 20., 2l. und 25. und die Ostseeküste am 5, und 8, (meist), 9., 16. 
(meist), 23. und 24. — Sehr ergiebige, in 24 Stunden 20,0 mm übersteigende 
Regenmengen fielen am 6. auf Helgoland (22), am 17. in Geestemünde (20), 
Brunsbüttel (31), Glückstadt (44), Brunshausen (35), Hamburg (65), Tönning (21), 
Aarösund (25), Flensburg und Schleimünde (24), Kiel (62) und Friedrichsort (69), 
am 18. in Wangeroog (38), am 28, in Wangeroog (23) und Cuxhaven (26) und 
am 31. in Norderney (23), in Geestemünde (24) und auf Neuwerk (34 mm). — 
Ausgebreitete Gewitter ‚traten auf am 3. über Rügen, 6. von Mecklenburg bis 
Pommern, 12. westwärts der Elbe, 17. über Pommern, 19. Rügen und Umgebung, 
23. und 24. an der Nordseeküste, sowie am 29. und 30. an der ganzen Küste. 
— Nebel stellte sich in’'größerer Ausdehnung nur an der Nordseeküste am 23. 
und 26. ein. 
Als heitere Tage, an denen die tägliche Bewölkung im: arithmetischen 
Mittel aus den zu Zeiten der drei Terminbeobachtungen nach der Skala 0 bis 10 
geschätzten Bewölkungsgraden kleiner als 2 war, charakterisierten sich über 
größeren Gebieten der I. und 2. an der ganzen Küste, der 5., 10. und 1l. von 
Rügen ostwärts, der 16. an der pommerschen und preußischen Küste, der 23. 
bis 25. über Rügen und Pommern, der 26. über dem Westen der Ostsee sowie 
nebst dem 27. über der preußischen Küste und der 28. von der Oder ostwärts, 
Innerhalb eines mächtigen fast ganz Europa bedeckenden Hochdruck- 
gebietes, dessen Kern langsam Süddeutschland ostwärts durchquerte, hatte die 
Küste am 1. und 2. vorwiegend heiteres Wetter mit steigenden Temperaturen. 
Ein am 3, und 4. nordwestlich von Schottland nordostwärts nach dem hohen 
Norden schreitendes Minimum entwickelte einen am 3. längs der Küste fort- 
schreitenden Ausläufer niedrigen Druckes, der Trübung und Abkühlung zunächst 
im Westen, über Rügen Gewitter, aber nur vereinzelt etwas Regen herbeiführte. 
Ein neues, bereits am 3. von Südwesten her über Frankreich vordringendes 
Hochdruckgebiet breitete sich rasch über ganz Mitteleuropa aus, unter Ent- 
wickelung eines Kernes höchsten Druckes über Deutschland, so daß das trockene 
Wetter an der Küste am 4, und 5. fortbestand. 
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