32 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1903.
Ozean, an der Hand der oben erwähnten Karten, enthalten die Karten 17 und 18, Tafel 19
gewährt einen Überblick über die Typen der Wetterlagen auf dem Nordatlantischen Ozean, wie
sich dieselben raus den Studien an der Seewarte, durchgeführt von den Herren Professoren Köppen
und van Bebber, ergeben haben. Der Wert dieser Untersuchungen, sowohl für die praktische
Navigierung, wie auch für die Vorausbestimmung der Witterung an den europäischen Westgestaden,
ergibt sich aus Studien, wie sie in den verschiedenen Veröffentlichungen der Seewarte niedergelegt
sind. Ein Gleiches läfst sich sagen von der Tafel 20, die von den wandelbaren Hoch- und
Niederdruckgebieten anf dem Nordatlantischen Ozean für Winter, Frühling, Sommer und Herbst
handelt. Die Tafeln 21, 22, 23, 24 geben in ähnlicher Weise, wie dies in der ersten Auflage der
Fall war, einen Überblick über die Häufigkeit der Winde in Relativwerten für Februar, Mai,
August, November. Zw erwähnen ist nur, dafs die Grenzen der Passate, wie sie auf diesen Karten
dargestellt sind, als das Ergebnis einer eingehenden Neununtersuchung angesehen werden müssen,
and namentlich auch die Darstellung der Windverhältnisse im westlichen Teil des Südatlantischen
Ozeans auf einer Neubearbeitung des gesamten vorliegenden Materials beruht. Die Bahnen von
Stürmen finden sich in diesen Karten nicht verzeichnet, weil es zweckmäfsig und möglich erschien,
diese für den Seemann so überaus wichtigen atmosphärischen Vorgänge eingehender untersuchen
und die Ergebnisse kartographisch darstellen zu können. Dies geschieht auf den Tafeln 25, 26,
27, 28. Die erläuternden Bemerkungen enthalten alles, was zum Verständnis dieser Darstellung
erforderlich ist. Die Tafel 29 giebt einen Überblick der Regenverhältnisse über den gesamten
Atlantischen Ozean, nämlich A. Regenhäufigkeit von Januar bis März, B. Regenhäufigkeit von Juli
bis September, C. Regengebiete und D. ungefähre jährliche Regenmenge. Für den Nordatlantischen
Ozean geben die Tafeln 30 und 31 die Monatsmittel der Regendauer und -Häufigkeit, auf der
arsten von Januar bis Juni, auf der letzteren von Juli bis Dezember. Tafel 32 und 33 enthalten
Darstellungen der Bewölkung und der Nebeldauer für den Nordatlantischen Ozean, die im
wesentlichen auf der „Quadratarbeit“ der Seewarte beruhen und nur im südöstlichen Teile des
Gebietes die englischen Arbeiten derselben Richtung zur Verwendung heranziehen. Auch hier
enthält die erste Tafel die Monate Januar bis Juni und die zweite die Monate Juli bis Dezember.
Die Tafeln 34, 35 und 36 geben der Reihe nach den Verlauf der Linien der magnetischen
Deklination (Isogonen), der magnetischen Inklination (Isoklinen), der Horizontal-Intensität
(Isodynamen). Auf Tafel 37 werden die mittleren Schiffswege für Segler und Dampfer in den
Monaten Januar, Februar und März, auf Tafel 38 dieselben für die Monate Juli, August und
September nach den neuesten Untersuchungen und Feststellungen, und zwar für das ganze Gebiet
des Atlantischen Ozeans, gegeben.
In Tafel 39 sind Verbreitung und Hauptfangplätze der wichtigsten Walarten dargestellt,
und zwar ist dieselbe ohne wesentliche Veränderung von der früheren Auflage herübergenommen,
da hier neue, eingehende Untersuchungen nicht vorliegen.
Den deutschen Seemann mag es mit gerechter Befriedigung erfüllen, wenn er erfährt,
dafs das Errungene, auch in diesem Atlas Dargestellte, lediglich auf seiner rastlosen und uneigen-
nützigen Arbeit beruht,
Lloyd’s Calendar 1903. Published with the approval of the Committee of
Lloyd’s. 8°. X und 505 Seiten. Mit mehreren Tafeln und Karten. Lloyd’s,
Royal Exchange, London E. C., November 1902.
Der vorliegende Jahrgang ist, abgesehen von den notwendigen Ergänzungen und
Berichtigungen, ein unveränderter Abdruck des Jahrgangs 1902. An Reichhaltigkeit wird Lloyd’s
Kalender wohl von keinem anderen ähnlichen Werke übertroffen, Das darin Gebotene erstreckt
sich über alle Zweige des seemännischen Wissens und bietet aufserdem eine solche Fülle wichtiger
and wertvoller Winke für die Sicherung der Navigierung und für aufsergewöhnliche Fälle, als
Strandungen, Ausbruch von Feuer an Bord etc., dafs sein Studium jedem praktischen Seemann nur
empfohlen werden kann. J. HK.
Verleihung der Seewarte-Medaille mit Diplom.
In Anerkennung ihrer langjährigen treuen Mitarbeit auf See an den Auf-
gaben der Seewarte haben die nachstehenden Herren die Seewarte-Medaille mit
Diplom erhalten:
Die silberne Medaille:
Herr Kapt. H. Engelbart aus Bremen,
R. Hilgendorf aus Hamburg,
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