Kleinere Mitteilungen,
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Der Loggscheit ist durch einen Sack aus leichtem Kattun ersetzt, der an
einem runden Bügel aus spanischem Rohr von 40 cm Durchmesser befestigt ist;
vor dem Gebrauch wird etwas Sand in den:Sack geworfen, um ihn gegen den
Windangriff zu belasten. Die Loggleine ist in Knäueln von je 100 m Länge
auf die vier Abteilungen einer Garnhaspel. aufgerollt, die nacheinander, ohne
unklar zu werden, abrollen, wenn der Sack ins Wasser geworfen ist und den
festen Punkt bildet. Die ersten 100 m dienen als Vorlauf, um den Loggsack
aus dem Sog des Schiffes zu bringen. . Durch . elektrische Übertragung wird
die Ablaufszeit jeder folgenden 100 m auf einem Papierstreifen aufgezeichnet,
auf dem gleichzeitig ebenfalls durch elektrische Übertragung jede Maschinen-
umdrehung sichtbar gemacht wird. Der Registrierapparat befindet sich im
Kartenhaus, so daß der Wachtoffizier unmittelbar die der Schraubenumdrehung
entsprechende Schiffsgeschwindigkeit feststellen kann. Der Loggsack und die
Leine gehen bei schnellen Schiffen, und für die ist in erster Linie der Apparat
gedacht, natürlich verloren. Das verursacht aber keine bedeutende Ausgabe,
da Loggsack wie Leine nur geringen Wert darstellen, und bedingt keinen über-
mäßigen Vorrat, da dies Logg nur unter besonderen Umständen benutzt werden
wird. Die bisherigen Versuche ergaben eine Genauigkeit bis auf ein Hundertstel,
was für die Anforderungen der Navigierung vollkommen ausreicht. M.
8. Auffällige Wirkung des Blitzes auf hellgraue Farbe. Der II. Offizier
des D. „Galicia“ der Hamburg-—Awmerika-Linie, v. Cloudt, berichtet über eine
eigenartige Beobachtung, die derselbe auf der Reise von Hamburg nach
St Thomas am 23. November 1902, um 5% V auf dem Ozean südwestlich von
den Azoren gemacht hat. .
Diese Beobachtung wird folgenderweise dargestellt: „Alle Holz- und
Eisenteile auf der Brücke waren grau angestrichen. Durch Zufall bemerkte
v. Cloudt, daß, nachdem er seine Handfläche unmittelbar. nach einem greilen
Blitzstrahl von einem Schrank abhob, auf diesem klar und deutlich das genaue
Schattenbild derselben sichtbar wurde. Dauer der Erscheinung 5 Minuten.
v. Cloudt knüpfte daran verschiedene weitere Versuche. Unter anderem’ setzte
er ein Peildiopter auf einen Schrank und nahm es nach einem. Aufleuchten des
Blitzes wieder fort; eine ganz genaue Wiedergabe des Diopters einschließlich
der Fäden war das Ergebnis. .Da auch das Deck grau angestrichen war, so
nahm v. Cloudt einen Korkring und legte diesen mit der mit Namen versehenen
Seite auf das Deck. Nach mehrmaligem Blitzen nahm er den Korkring auf, und
alsdann fand sich ebenfalls ein genaues Schattenbild vor. Deutlich konnte man
auf dem Schattenbild den in dunkleren Tönen wiedergegebenen, umgekehrten
Namen: „Galicia Hamburg“ ablesen; Dauer der Erscheinung 7 Minuten. Die
Beobachtungen wurden noch eine Zeitlang fortgesetzt, wobei sich herausstellte,
daß auf den galvanisierten Eisenteilen, die mit derselben Farbe gestrichen
waren, kein Eindruck hinterlassen wurde, während sämtliche Holzteile dafür
empfänglich waren.‘ Der Versuch gelang nur so lange, als die angestrichenen
Gegenstände in nassem oder feuchtem Zustande sich befanden, nachher versagte
er gänzlich.“ , ;
Die etwa mögliche Erklärung der Erscheinung dahin, daß eine Blitz-
wirkung vielleicht gar nicht in Betracht komme, sondern daß nur durch die
aufgelegten Gegenstände an diesen Stellen die Feuchtigkeit aufgetrocknet worden
sei und diese trockeneren Stellen in der scheinbaren Färbung von den feucht
gebliebenen sich unterschieden hätten, reicht nicht aus, um auch die‘ Wiedergabe
der Diopterfäden und den Unterschied zwischen den Holz- und den Kisenteilen
verständlich zu machen. Einer anderweiten Aufklärung der Erscheinung dürfte
aber eine chemische Untersuchung der Anstrichfarbe vorangehen müssen. . Auf
Ersuchen sind allerdings seinerzeit von der Hamburg—Amerika-Linie mit der
Farbe gestrichene Holzteile der Deutschen Seewarte zugestellt worden. Bedauer-
licherweise sind dieselben aber durch eine. Unachtsamkeit. abhanden .gekommen,
so daß die weitere Aufklärung nicht mehr möglich ist. Um diese. nach dem
Bericht sehr merkwürdige Erscheinung in ihren Ursachen festzustellen, ist es
sehr wünschenswert, daß: ein Widerauftreten dieses Phänomens der Deutschen
Seewarte mitgeteilt und dieser Mitteilung eine Probe der Anstrichfarbe oder
mit derselben versehener Gegenstände beigefügt werde.