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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

410 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1903, 
die Verschanzungen teilweise ganz verbogen, das Deckshaus, in dem bisher die 
Mannschaft gewohnt hatte, sah einem Trümmerhaufen ähnlich. 
Was den Orkan anbelangt, so wurde das Wetter, wie es ja häufig nach 
einem solchen Unfall zu geschehen pflegt, von 4* V an allmählich handiger, das 
Barometer zeigte um diese Zeit 742 mm und stieg bis um 8" V allmählich bis 
auf 747 mm. Auch der Sturm hatte um diese Zeit schon so weit abgenommen, 
daß er nur noch mit Stärke 8 wehte. Als dann auf der Vormittagswache von 
8 bis 12* V der Wind noch etwas südlicher holte und auch die See handiger 
wurde, so konnte an die Ausbesserung der gröbsten Schäden herangetreten und 
mittags um 12° vor dem Winde abgehalten werden. 
Die nachstehende Tabelle gibt in kurzer Zusammenfassung die ungefähre 
Lage und die Bewegung des Schiffes, die Drehung des Windes, den Stand des 
Barometers, die Bedeckung des Himmels und die Stärke des Seegyanges wieder. 
5 | 22 | 38 338 
RA < ] < [>] 
Febr. 19031 Süd ' Süd ' 
16, 12b V' 
2hN 
4bN 
EbhN 
BhN 
10h N 
12bN 
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und Distanz 
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N56°0 10 , 
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3 
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q 
m 
Nebel. do = bedeckter 
Regen. 6 = wolkiger 
Böen. b = wolkenloser 
diesige Luft, | 
| Himmel. 
Lb. 
3. Ein Sandsturm auf dem Roten Meere, beobachtet vom französischen 
Kanonenboot „Scorpion‘. (Annales hydrographiques 1902, S, 159.) 
Am 11. Mai 1902, etwa um 4" 202 N, als das Schiff 260° (W 7/8 S)-Kurs 
steuerte, fing plötzlich der Nordhorizont an sich schnell in Nebel zu hüllen; die 
Sonne bekam ein weißlich blendendes Aussehen. Es herrschte ein leichter Luft- 
zug aus Nordwest, die See war vollkommen glatt und hatte eine gleichmäßig 
graue Färbung. Über der Küste im Osten hing eine rötlich gelbe Wolke, aus 
der sich an verschiedenen Stellen schwarze Wirbel erhoben, die den Anschein 
einer ungeheueren Feuersbrunst auf dem Lande erweckten. Das Schiff ankerte 
auf etwa 4 Sm Abstand von der Küste; auch alle in der Nähe befindlichen 
Küstenfahrzeuge waren zu Anker gegangen. 
Die Böe hatte sich bald über den ganzen Horizont ausgebreitet. Um 
4» 50% konnte man nicht weiter als bis auf 1000 m sehen. Zur selben Zeit 
sprang ostnordöstliche Brise auf, die auffrischend bis auf OzS drehte. Der 
Seegang nahm schnell zu. Im Zenit und an der Seite, wo die Sonne stand, blieb 
der Himmel klar. Gegen 5% 40%in wurde der Wind schwächer. Um 6* 40»in 
war der Horizont vollkommen klar. Wind und Seegang hatten nachgelassen. 
Das Registrierbarometer war nach zahlreichen Schwankungen von 2* 30% 
bis 3° 302 um 1,5 mm bis auf 756 mm gefallen und in derselben Weise wieder 
gestiegen, bis es um 6* N seinen gewöhnlichen Gang wieder angenommen hatte. 
Die Luftwärme hat sich wenig geändert; nachdem sie beim Einsetzen 
des Windes von 34° auf 32,8° gefallen war, stieg sie sehr schnell wieder auf 34°, 
Das Wetter war sehr trocken. 6. Tietz.
	        
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