Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1903.
Kaiser-Rose, Thomson-Rose.
Peilung. Schwingungsmethode, Peilung. Schwingungsmethode,
N ».,0° N 2,5° 2,79
NO — 14,5° NO — 18,89 6°
0 — 5,5° 0 — 50° $,0°
SO + 8,0° SO + 6,0° 6,2°
S + 35° 5 + 3.0° + 3,7°
SW — 4.0° SW n.0° — 2,0°
WO + 55° W -- 60° + 6,09
NW — 9, MW 2,09 + 9,4°
D —6,9 D — -—7,8
Korrektion + 0,8.
Zusatz. Zum Schluß möge bemerkt werden, daß Deviationsbestimmungen
durch Schwingungszeiten schon seit langer Zeit von der Deutschen Seewarte
ausgeführt werden. Vgl. den Aufsatz von Koldewey, „Ann. d. Hydr. ete.“,
1902, S. 495. Dr. H. v. Hasenkamp.
Kleinere Mitteilungen.
1. Taifun im Ostchinesischen Meere am 9. August 1902. S. M, S. „Hertha“,
Komdt. Kapt. z. S. Ingenohl, verließ Nagasaki am 8. August 1902 nachmittags,
nach Ishigaki in der Miyako Gruppe bestimmt. Bei der Abfahrt war der Wind
SS03. Am 9. um 6* V in 28,6° N-Br., 126,6° O-Lg. wuchs der Wind zuerst
zum Sturm an, SOzO 9 (10) und um 10° V wehte es OSO 11 (12). Der Schiffs-
ort war mittags 23,5° N-Br., 126,8° O-Lg. Um 0* 45mm N flaute der Wind auf
SO 7—9 ab, um 1" N auf SWzS 7—8. Von 2®* N an wehte es wieder orkanartig,
WNW 11—12, um 2° 500 N NW 11—12. Abends um 6* endete der Sturm in
28,2° N-Br., 126,6° O-Lg. mit NWzW 7 (9). Die Dauer des Taifuns, Stärke 8
and darüber, betrug also 14 Stunden.
In Ishigaki, südsüdwestlich vom Schiff in 290 Sm Entfernung, in 24,3° N-Br.,
124,1° O-Lg., wurde der tiefste Luftdruck am 8. um 8% 50=i» V* beobachtet mit
730,1 mm, an Bord am 9. um 0* 15%» N mit 709,9 mm. Der Zeitunterschied
beträgt 27,4 Stunden. Sucht man den Vorübergang des Zentrums an beiden
Stellen nach den Windbeobachtungen festzustellen (in Ishigaki SSO am 8. um
7" und 7h 20° V, S um 7° 40" und & V, Vorübergang also etwa 7" V; an
Bord Abflauen des Taifuns am 9. um 0° 45%in N auf SO 7—9, um 1®* N. auf
SWzS 7—8, Vorübergang also etwa 0* 50*» N), so erhält man als Zeitunterschied
des Auftretens des Taifuns für beide Orte nach dem Winde 28,2* Das Mittel
beider Werte, 27,8, gibt für eine Entfernung von 290 Sm 10!/a Knoten bei NNO-
Kurs, Da die Geschwindigkeit des Fortschreitens hier von Süd nach Nord
zunimmt, kann man sie für den Anfang des Zeitraumes auf 7 Kn, für das Ende
auf 14 Kn ansetzen. Mit dieser Geschwindigkeit, 14 Kun, ging also das Zentrum
über die „Hertha“ hinweg.
Die genauen Beobachtungen der „Hertha“ gestatten auch einen Schluß
auf die Ausdehnung des Teiles der Mitte, der sich durch gleichmäßig tiefen
Luftdruck, Abflauen und Umlaufen auszeichnete. Der Luftdruck erreichte
das Minimum um 0* j5m%in, stieg bis 1° 45=" N um 0,7 mm, bis 2° N um 1,6 mm,
danach schneller. Die entsprechende Zeitdauer des sehr tiefen Luftdrucks ohne
entschiedenes Steigen ist also 1" 45%» Das erste Abflauen des Orkans wurde
um 11" 55a V notiert, das Wiederanschwellen auf Stärke 9—10 um 1* 40=i» N;
nach den Windbeobachtungen beträgt die Zeitdauer also ebenfalls 1" 45=in, Die
Länge der Sehne, welche S. M, S. „Hertha“ durch die Mitte beschrieb, betrug
also rund 25 Sm. Daß diese Sehne ziemlich genau die größte Sehne oder einen
Durchmesser angibt, folgt mit großer Sicherheit aus den entgegengesetzten
Orkanrichtungen vor und nach dem Vorübergang, OSO 11 (12) und nachher
WNW 11—12. E. K.