v,. Hasenkamp, HB.: Kompaßregulierung durch Schwingungszeiten, 407
Wurde dieser Umstand an Bord beachtet, so waren .die Unterschiede in
den nach dieser Methode und durch Peilung erhaltenen Koeffizienten B und C
höchstens 0,2°.
Auch auf dem Deviationsmodell wurde ein Versuch gemacht, indem man
die Rose um 4 Strich ablenkte. Die Berechnung ergab dann B = +- 11,1°,
C=-—52°, während man durch Peilung B= 4+11,1°, C = —4,8° ge-
funden hatte.
Größere Schwierigkeiten verursacht der Koeffizient D, der stets zu klein
gefunden wird. So gab z. B. ein vollständig kompensierter Kompaß, dessen D
nach der Peilung 0 war, nach der Schwingungsmethode an Bord einen negativen
Wert für D; Es ist dies eine Wirkung des weichen KEisens der Quadrantal-
korrektoren; auf‘ dem Deviationsmodell wurde bei Abwesenheit. des weichen
Eisens auch nach der Schwingungsmethode D=—0O gefunden. ;
Die Erklärung hierfür liegt in der von den Magneten. der Rose auf das
weiche Eisen ausgeübten. Induktionswirkung, die bei N und S verschwindet und
bei O und W am größten ist.
Bei den leichten Kompaßrosen sind die Magnete nur klein, so daß die
induzierende Wirkung nur dann von Einfluß ist, wenn die Pole dem weichen
Eisen sehr nahe liegen. Dies findet bei Ost- und Westkurs statt, und die Richt-
kraft erfährt dadurch eine entsprechende Vergrößerung. Man findet also auf
diesen Kursen die Schwingungszeiten zu klein und erhält ein D, das um einen
positiven Betrag zu klein ist.
Zur näheren Untersuchung dieses Punktes wurden. seitlich von einem
Kompaß ohne Deviation bedeutende Massen weichen Eisens angebracht; um die
Wirkung so stark wie möglich zu machen. Alsdann wurde mit einer Thomson-
sachen sowie mit einer Kaiserschen Rose der Koeffizient D bestimmt.
Durch Peilung wurde für die Thomsonsche Rose D —_— 8°, durch Rechnung — 9° gefunden.
- Kaisersche Rose D= -—95°% » — 13°
Die Thomsonsche Rose ist wegen ihrer kleinen mehr nach der Mitte
gelegenen Magnete für die Anwendung der Schwingungsmethode geeigneter,
insofern als sie in diesem extremen Falle nur einen Fehler von 1° in D ergibt,
während der Fehler von 3,5° bei der Kaiser-Rose entschieden zu groß ist.
Man muß zur Bestimmung von D die Quantität des weichen KEisens der
Quadrantalkorrektoren kennen und je nach dieser eine Korrektion anbringen,
deren Vorzeichen stets positiv ist und deren Wert zwischen 0 und 3,5° an-
genommen werden kann.
Zum Schluß untersucht der Verfasser noch den Einfluß eines Flinders bar,
dessen Anbringung auf Nord- und Südkurs die Schwingungszeiten verkürzt, also
dem Einfluß des sonstigen weichen Eisens entgegenwirkt. Ein Flinders bar be-
wirkte an einem Kompaß, der ursprünglich keine Deviation zeigte, ein D für
die Kaisersche Rose, dessen Wert zu 0,6° gefunden wurde, während die
Thomsonsche Rose D = 0 ergab.
Aus den verschiedenen Versuchen ergibt sich, daß man mit einer Rose
mit kleinen Magneten nach der Schwingungsmethode eine genügende Deviations-
tabelle aufstellen kann. Ist viel weiches Eisen vorhanden, so empfiehlt es sich,
an dem erhaltenen D. eine Korrektion von + 1° anzubringen, während eine
Rose mit großen Magneten im äußersten Fall, wenn auch ein Flinders bar vor-
handen ist, eine Korrektion = 3,5° — 0,6° erfordert. Die beiden Glieder dieser
Korrektion sind als Maximalwerte zu betrachten, wie aus den oben gegebenen
Darlegungen hervorgeht. Bei geringeren Beträgen von weichem Eisen müßte
man die Korrektion durch Schätzung zu bestimmen suchen, was zu Ungenauig-
keiten Veranlassung geben kann.
Am Ende seines Aufsatzes gibt der Verfasser noch zwei Beispiele, die
sich auf einen Kompaß beziehen, an dem ein permanenter Magnet, Zylinder
von weichem Eisen und ein Flinders bar angebracht waren. Durch Peilung und
nach der Schwingungsmethode wurde die Deviation bestimmt für eine Kaiser-
sche und für eine Thomsonsche Rose mit folgendem Resultat: