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Aunalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1903.
Liegt das Schiff Ost an, so wird die Rose durch k nach Nord (magnetisch)
gerichtet, während a senkrecht zu dieser Richtung wird. Die Rose stellt sich also
in die Richtung der Resultante, und die
Tangente der Deviation wird gleich S wie
sich aus der nebenstehenden Figur ergibt. Es
wird zwar k auf Ost- oder Westkurs eine
kleine Anderung infolge der quadrantalen
Deviation erleiden, die indes bei kleinen
Werten von d keinen Einfluß hat. Sind die
Deviationen auf den Hauptstrichen höchstens 6°, so ist dieser Einfluß auf d
noch nicht % 4°.
. Ebenso findet man die Deviation bei Nord- und Südkurs aus den
Schwingungszeiten bei Ost und West und hat dann die folgenden beiden
Gleichungen: DD ; .
Tal co TAT
BB ann WO= TE
in denen B und C die Koeffizienten der semizirkularen Deviation bedeuten.
Den Einfluß des weichen Eisens und damit die quadrantale Deviation
findet man in folgender Weise:
Nennt man das Mittel der Schwingungszeiten auf Nord- und Südkurs T,,
das Mittel der zugehörigen Richtkräfte k, und sind T,, k — b die entsprechen-
den Werte für Ost- und Westkurs, so erhält man, falls T, und T, nicht zu
zehr verschieden sind, so daß man an Stelle des Mittels der Quadrate das
Quadrat des Mittels der Schwingungszeiten setzen kann:
T3 _ k-—
TS x
woraus sich leicht ergibt:
bb _ T9—T2
5E a3
b ist die Veränderung, die die auf Nord- und Südkurs beobachtete Richtkraft
auf Ost- und Westkurs durch den Einfluß des weichen Eisens erleidet. Da der
in diesem induzierte Magnetismus dem Kosinus des Kurses proportional ist, so
ist auf den Interkardinalstrichen die induzierte Kraft b}41]2. Zerlegt man diese
in zwei Kräfte, von denen eine in den magnetischen Meridian fällt und die
Richtkraft verändert, während die andere senkrecht zum Meridian steht und
die Deviation hervorbringt, so sind diese beiden Kräfte gleich +b.
Ist die Veränderung, -die die Richt-
kraft durch 4b erfährt, für die Praxis zu
vernachlässigen, so erhält man aus der neben-
stehenden Figur
b T2— 1,8
Dr
Ist die Deviation, die durch das weiche
Eisen verursacht wird, höchstens 6°, so ist
der Fehler, der entsteht, wenn man die Ver-
änderung der ABRichtkraft vernachlässigt,
kleiner als 144°.
Die praktische Anwendbarkeit dieser
Methode . wird davon abhängen, ob man auf
dem bewegten Schiffe die Schwingungsdauer
genau beobachten kann. Eine je größere
Anzahl Schwingungen man beobachtet, um so genauer wird die Bestimmung.
Der Verfasser empfiehlt, für jede Beobachtung die gleiche Anzahl Schwingungen
zu beobachten und diese von dem Augenblick an zu zählen, wo der dem an-
liegenden Kurse entsprechende Kompaßstrich den Steuerstrich passiert. Bei
der Berechnung braucht dann nicht die einer einzelnen Schwingung ent-
sprechende Dauer abgeleitet zu werden, wie sich aus den Formeln sogleich ergibt.