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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

402 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1903. 
Man sieht, es ist nichts schwieriger, als mit den gewöhnlichen hyädrographischen 
Hilfsmitteln solche Gebiete zu vermessen. 
Erhebt man sich dagegen mit dem Ballon über die Oberfläche, so kann 
man genau sehen, wie bei Springflut-Niedrigwasser die Verhältnisse liegen. 
Man kann von oben aus eine Skizze des ganzen Gebietes aufnehmen, an der 
Hand dieser Skizze die Vermessungsarbeit vorbereiten, die Boote anweisen und 
später ihre Arbeiten kontrollieren. Um näher auf die nutzbringende Verwendung 
der Ballons eingehen zu können, müßte man Versuche in dieser Richtung damit 
anstellen, Es soll hier nur auf das Prinzip hingewiesen werden. Immerhin ist 
der Verfasser der Überzeugung, daß auf dem Chaussee de la Sein, bei den 
Pierres-Vertes und bei l’Ile de Sein ein Ballon ein wertvoller Ausrüstungs- 
gegenstand für das Vermessungsfahrzeug sein würde. 
Die Herren M. M. Fave und Rollet d’Isle haben kürzlich in einer 
Denkschrift ihre Studien über die besten Methoden veröffentlicht, nach denen 
solche Beobachtungen vom Ballon aus nutzbringend zu verwerten wären. 
Wasserfernrohr und Öl. Die geringste Wasserbewegung an der Öber- 
fläche vermindert seine Durchsichtigkeit beträchtlich. Man benutzt deshalb eine 
einfache Röhre aus Weißblech mit einer einfachen Glasscheibe in ihrem unteren 
Ende. Betrachtet man den Grund durch diese Röhre, so wird man finden, daß 
das Wasser jetzt ebenso durchsichtig ist, als ob die Oberfläche vollkommen 
glatt wäre. Dieses Verfahren wird meistens von den Schwammfischern an- 
gewendet. In gewissen Gegenden helfen sich die Fischer auch damit, daß sie 
etwas Öl auf die Oberfläche des Wassers gießen. 
Erkundigungen bei Fischern. Es ist unerläßlich, daß man soviel An- 
gaben als möglich bei Fischern sammelt. Ein französischer Ministerial-Erlaß 
vom 27. Mai 1898 setzt namhafte Prämien aus für das Auffinden und Melden 
von Klippen, die noch nicht in den Karten verzeichuet sind. Obwohl man mit 
dieser Maßregel schon wichtige Erfolge erzielt hat, sollte doch nicht versäumt 
werden, die Fischer persönlich zu befragen, da manche von ihnen gar nicht im 
stande sind, eine Seekarte zu lesen und daher auch nicht wissen können, ob 
ihnen bekannte Klippen schon in den Karten verzeichnet sind oder nicht. 
Während der Arbeiten in den Gewässern vor Brest ist von Seeleuten und 
Fischern eine ganze Anzahl wichtiger Klippen gemeldet worden, und doch hat 
man nach genauer Untersuchung, dank der Vorzüglichkeit des dabei an- 
gewendeten Verfahrens, noch dreimal soviel Klippen aufgefunden, als gemeldet 
waren. Man erkennt daraus, daß es mit dem Kinziehen von KErkundigungen 
allein auch nicht getan ist, sondern daß man unter Anwendnng der vorher 
beschriebenen Methoden selbst Untersuchungen anstellen muß. Zwar ist die 
Anwendung dieser Methoden zeitraubend und verlangt große Genauigkeit; 
andererseits jedoch ist die Auffindung und Bestimmung unter Wasser liegender 
Klippen für die Schiffahrt so wichtig, daß jeder noch so große Aufwand an 
Zeit und Genauigkeit vollauf gerechtfertigt erscheint. 
Kompaßregulierung durch Schwingungszeiten, 
In einem im vorigen Jahre in „De Zee“ erschienenen Aufsatz,') über 
den auch in dieser Zeitschrift?) berichtet worden ist, hat J. P. F. van der 
Mieden van Opmeer gezeigt, wie man durch Beobachtung der Schwingungs- 
zeiten einer Kompaßrose auf den Kursen N, O0, S, W den Kompaß kompensieren 
und die noch übrig bleibende Deviation bestimmen kann. Der Verfasser hatte 
seine Versuche an einem Deviationsmodell angestellt und, da er dabei zu guten 
Resultaten gelangt war, die Schiffsführer gebeten, gelegentlich die Methode an 
Bord zu erproben. Da das Verfahren sehr einfach ist und außer dem Kompaß 
selbst nur eine Beobachtungsuhr erfordert, wurde diesem Wunsche von ver- 
schiedenen Seiten entsprochen, so daß der Verfasser jetzt in der Lage ist, 
4) Kompasregelen door Slingertijden, door J. P. F. van der Mieden van Opmeer. 
‚De Zee“ 1902, S. 159. 
®* „Ann, d. Hydr. etc.“ 1902, S. 304.
	        
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