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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

IN 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1903, 
Nahe Ukiannan-Huk ist ein Riff, das sich 550 m weit südwärts vom Lande 
ab ausdehnt; darauf sind Wassertiefen von 9 bis 24 m. Die dort gefundenen 
Stromkabbelungen müssen Schiffe bei der Umsteuerung der Huk passieren. Es 
ist anzuraten, einen zuverlässigen Mann als Ausguck nach oben zu schicken, 
der von dort aus den zu steuernden Kurs angibt, so dals das Schiff 360 bis 
550 m von der Küste abbleibt. Andernfalls könnte man viel Zeit verlieren, 
wenn das Schiff zu weit vom Lande abkäme und alsdann kreuzen mülfste. Das 
Riff erhebt sich steil aus dem Wasser und bildet deshalb keine Gefahr. 
Sobald das Schiff Flint-Huk passiert hat und die eisernen Dächer der 
Station Nr. 1 der Jaluit-Gesellschaft in Sicht kommen, dann steuere man, wenn 
der Wind es gestattet, 45° (NO) und halte dicht um das Riff herum ins ruhige 
Wasser hinein. Die Bake halte man an B-B. voraus und passiere dieselbe 
gleichfalls an B-B.; sollte dieses nicht möglich sein und müfste das Schiff 
zwischen den Klippen hindurch segeln, so sollte man dies nicht ohne Lotsen 
and Ausguck vom Mast aus tun. 
Nachdem die Bake passiert, ist das Schiff in einem freien Kanal, so dal es, 
wenn es nicht zu weit nordwärts segelt, ohne Gefahr leicht den Ankerplatz bei 
der zweiten Bake erreichen kann. Es liegt eine kleine Klippe 3,7 m unter 
Wasser. Von der zweiten Bake aus peilt diese Klippe 357° (N 14W); auf ihr 
haben schon verschiedene Schiffe gestofsen. 
Der mittlere zu steuernde Kurs durch die Einfahrt ist ungefähr 45° (NO), 
aber es ist immer besser, zuerst etwas höher zu steuern und dann an den 
Klippen entlang. Ein Schiff mit nicht gröfserem Tiefgang als 4,9 m kann in 
die Lagune mit nordnordöstlichem Kurse hineinlaufen, aber es ist nicht zu 
empfehlen, dieses ohne Lotsen zu tun. Mit nördlickhem Winde kann man mit 
ostsüdöstlichem Kurse durch die südliche Einfahrt einlaufen; dieser Kurs führt 
frei von allen Klippen nach dem langen Kai. 
Während der letzten Jahre sind in Butaritari eine Anzahl Schiffbrüche 
vorgekommen; bemerkenswert sind die Strandungen der norwegischen Bark 
„Sirrah“ und der deutschen Bark „Victoria“, welche .hauptsächlich durch die 
Unfähigkeit des derzeitigen Lotsen verursacht sind. In beiden Fällen waren 
umlaufende Winde vorherrachend, und die Schiffe folgten dem Steuer nicht zu 
rechter Zeit. Unter solchen Umständen wird ein guter Lotse nicht in die 
Lagune einlaufen. Der jetzige Lotse ist als alter Seemann sehr zuverlässig. 
Schiffe mit mehr als 4,9 m Tiefgang tun besser, wenn sie aufserhalb bei der 
zweiten Bake, wo mehr Platz ist, ankern. Flacher gehende Schiffe können in 
den inneren Hafen einfahren, in welchem ruhiges Wasser ist, so dafs die Schiffe 
hierdurch nicht beim Laden und Löschen gestört werden. 
Frisches Wasser erhalten die Schiffe aus neuen Cisternen für !/% bis 
1 Cent für die Gallone. 
15. Forschungen im Karischen Meere. Nach dem „Journal voh St. Peters- 
burg“ vom 21. November bis 3, Dezember d. J. ist die zur Erforschung des See- 
weges durch das Arktische Meer nach Sibirien ausgesandte Warnek- Expedition 
kürzlich zurückgekehrt. Es soll der Expedition gelungen sein, die Bänke des 
Karischen Meeres, von der Jugorskii-Strafße bis zum Kara-Fluls, zu vermessen. 
Bei der Erforschung des Waigatsch-Kanals wurde eine Bucht entdeckt, in der 
Schiffe sicher überwintern können. Diese Entdeckung ist für die Zukunft der 
Schiffahrt in diesen hohen Breiten von grofser Wichtigkeit. Die Expedition 
hat auch nachgewiesen, dafs die auf den Karten des Karischen Meeres an- 
gegebenen grofsen Tiefen ungenau sind. Aufserdem hat Kapt. Warnek auch 
Lotungen im Petschora-Kanal angestellt. 
Wie es heifst, soll die Erforschung des Karischen Meeres im nächsten 
Jahre fortgesetzt und wahrscheinlich auf zwei weitere Jahre ausgedehnt werden.
	        
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