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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Prager, M.: Die ‘zweite Reise des Hamburger Fünfmast-Vollschiffes „Preußen“. 387 
zurückgelegt = 53 Sm-auf jeder‘ Wache. Vom 30, Mai an holte der Wind von 
NNO durch. N nach W und SW herum, zuweilen mit Schnee- und Hagelböen. 
Kap Horn wurde am 1. Juni passiert, der 50, Breitenkreis am 3, Juni geschnitten. 
Vom 4, Juni an traten zwar günstige, aber schwache südöstliche und östliche 
Winde auf, die nur zeitweilig etwas frischer wehten, aber schon am 9. Juni 
durch S nach W ünd WNW bis.N zurückdrehten. Dennoch ermöglichte es 
„Preußen“, schon am 19. Juni die polare Grenze des SO-Passats auf 25,8° S-Br., 
24,2° W-Lg. zu erreichen, um von hier an mit recht frischem SO-Wind dem 
Äquator zuzueilen, der am 26. Juni in 27°, W-Lg. geschnitten wurde. „Preußen“ 
hatte demnach von Kap Horn bis zum Aquator 25 Tage gebraucht. Der SO- 
Passat führte „Preußen“ bis 6° N-Br., von wo an sehr schwache westliche 
Winde einsetzten, die erst auf 9° N-Br., 28° W-Lg. einem anfänglich schwachen 
NO-Passat Raum gaben. Der NO-Wind hielt sich zuerst stark nördlich, drehte 
aber auf 12° N-Br. nach ONO und auf 25° N-Br. nach O0SO herum, bei einer 
Stärke von 3—1. Nach Durchschneiden der polaren Grenze des NO-Passats auf 
29° N-Br. behielten schwache südwestliche Winde, die am 14. Juli nach W 
und NW drehten, die Oberhand und führten mit zunehmender Stärke „Preußen“ 
schnell dem Ziele entgegen.‘ Das tiefbeladene Schiff legte am 16. und 17. Juni 
bei Windstärke 6—7 Distanzen von 315 und 327 Sm in 24 Stunden zurück. Am 
21. Juli wurde Lizard erreicht, d. i. nach 25 Tagen seit dem Überschreiten des 
Äquators. Dem Umstand, daß „Preußen“ im Süd- und Nordatlantischen Ozean 
vielfach durch schwache Winde am schnellen Fortkommen gehindert wurde, ist 
es zuzuschreiben, daß die Dauer der Heimreise nicht mehr‘ abgekürzt werden 
konnte. Trotzdem: hat „Preußen“ den Beweis, geliefert, daß mit ihrer Größe 
auch die Eigenschaft großer Schnelligkeit verbunden ist. Das Schiff hat eine 
Leistung nachgewiesen, die auf dem Wege von Europa nach der Westküste 
Südamerikas und zurück unerreicht dasteht. ; 
Erwähnenswert ist aber, daß dem Schiffe „Preußen“ auf dem. Wege von 
Kap Horn nach Lizard außer der „Potosi“ ein scharfer Nebenbuhler in dem 
Schulschiffe „Herzogin Cecilie“ entstanden ist, letzteres hat den Nachweis er- 
bracht, daß es mit zu den Schnellseglern gerechnet werden muß; ‚seine letzte 
Reise von Lizard nach Portland, Or. in 119 Tagen und die Rückreise von dort 
bis Lizard in 106 Tagen ist. eine außergewöhnliche Leistung. Die einzelnen 
Abschnitte auf der Heimreise beider Schiffe sind folgende: 
Fünfmastschiff „Preußen“. 
1903. 
m 
“x 
5 
ey) 
7] 
V. 14. 
V. 29. 
VI. } 
VI. 3 
VI. 26. 
NVIL 21. 
Abfahrt von Iquique . 
50° S-Br. in 82,8° W-Lg. . 
Kap Horn. . . .- 
50° S-Br. in 53,1° W-Lg. . 
AÄquator in 27° W-Lg.. 
Lizard an . . . + 0.04 
Iquique—Lizard .-. 
15 Tge. 
Bo 
2 
23 
25 
68 
» 
45 
Schulschiff „Herzogin Cecilie“. 
19038. 1. 14. 
„Hl 12. 
IV. 7. 
IV. 1? 
Y. 4 
V. 30. 
PO 
Abfahrt von Portland, Or. 
Aquator in: 124,2° W-Lg. . 
50° S-Br. in 96,8° W-Lg. 
Kap Horn . . . ; 
Äquator in 29,3° W-Lg. . 22 
Lizard an. . . . . . 26 
Portland, Or.— Lizard . . 106 
27 Tge. 
26 
bo 
»” 
2 
+ 
Von 50° S-Br. im Stillen Ozean, 29. Mai, gebrauchte „Preußen“ 53 Tage 
bis Lizard, „Herzogin Cecilie“ gleichfalls 53 Tage von demselben Breitengrade 
an. Obgleich der Weg der „Herzogin Cecilie“ noch um 14° Länge weiter war, 
hat dies Schiff, begünstigt durch bessere. Windverhältnisse, dieses sehr gute
	        
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