Prager, M: Die zweite Reise des Hamburger Fünfmast-Vollschiffes „Preußen“,
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Die zweite”) Reise des Hamburger Fünfmast-Vollschiffes „Preußen“
von Hamburg nach Iquique und zurück. März bis Juli 1903.
Von Kapt. M. Prager, Hilfsarbeiter bei der Seewarte. .
(Hierzu Tafel 19.)
Im Heft VII dieses Jahrganges der „Ann. d. Hydr. ete.“ ist unter
„Kleinere Mitteilungen“ S. 316 ein kurz gefaßter Auszug aus dem Bericht
wiedergegeben worden, welchen Kapt. B. Petersen, der Führer des Schiffes
„Preußen“, über die Ausreise an seine Reederei eingesandt hatte. Die in diesem
Bericht gemachten Angaben geben den Beweis, daß „Preußen“ nicht bloß als
das größte Segelschiff anzusehen ist, sondern, daß es mit Recht Anspruch erheben
darf, bis jetzt auch der schnellste Segler zu sein. „Preußen“ hat auf der Ausreise
von Ouessant nach dem Bestimmungshafen Iquique nur 57 Tage gebraucht, eine
Leistung, wie solche, so weit bekannt, noch von keinem Schiffe vollbracht
worden ist. Jetzt ist das Riesenschiff zum zweiten Male in die heimischen
Gewässer zurückgekehrt und Kapt. Petersen hat das an Bord geführte
meteorologische Journal der Deutschen Seewarte, zu deren tätigsten Mitarbeitern
zur See er gerechnet werden muß, ausgehändigt, aus welchem, im Anschluß an
den Bericht über die erste Reise der „Preußen“, „Ann. der Hydr. etc.“ 1903,
S. 188, die von der Deutschen Seewarte S. 316 angekündigte nachstehende Be-
schreibung der zweiten Reise entnommen ist.
Die Ausreise. ;
Am Mittag des 4. März 1903 befand sich „Preußen“ querab von Lizard
und steuerte mit frischem WSW-Wind auf St-B.-Halsen nach der französischen
Küste hinüber. Am Morgen des 5. März, um 7* V, wurde Ouessant auf 30 Sm
Abstand in SzO rw. gepeilt. Der Wind war allmählich rechtsherum nach NW
gegangen und wehte von Mittag den 5. bis Mittag den 6. März mit einer Stärke
von 5—7 der Beaufort-Skala. Die durchlaufene Entfernung betrug in diesen
24 Stunden 308 Sm; der Kurs war SWzS rw. die berechnete Versetzung ergab
30 Sm nach N55°0. Von 8 bis 12" N am 5. März durchlief „Preußen“ eine
Strecke von 54 Sm. ‚Bei hohem; stetig steigendem Barometer (764 mm am 5,,
778 mm am 7. März) wehte der Wind aus westnordwest- und nordwestlicher
Richtung ‚und ging um Mittag des 7. März durch Nord nach Nordnordost und
Nordost über, mit einer mittleren Stärke von 4—5, so daß schon in den Vor-
mittagstunden des 8. März die polare Grenze des Nordost-Passats erreicht
wurde. Die durchlaufenen Strecken in diesen beiden Tagen betrugen 264 und
248 Sm. Bei schönem Wetter, anfänglich mäßigem, dann stärkerem Passatwind,
der Nordost-Richtung beibehielt und. am 15. und 16, März sogar die Stärke 6—7
erreichte, legte „Preußen“ mitunter 303, 331, 286 Sm in 24 Stunden zurück und
konnte gegen 8" N am 18. März schon den Aquator überschreiten. Demnach
hat „Preußen“ von Ouessant bis zum Äquator nur 13 Tage 8 Stunden
gebraucht, was wohl von einem Segelschiff noch nie, selbst unter den günstigsten
Verhältnissen, geleistet worden ist. Die Schnelligkeit des Schiffes „Preußen“
betrug bei Windstärke 4—5 oft 11 bis 13 Sm, bei Stärke 7 einmal sogar 16 Sm
in der Stunde; die geringste Fahrgeschwindigkeit war bei Stärke 2 noch 4,5 Sm.
Erst südlich. vom Äquator als die Stärke umlaufender Winde auf 1 herabsank,
wurde die Fahrt yon 17 auf 8 und 12 Sm in der Wache herabgemindert.
Der Äquator wurde in 27,1° W-Lg. geschnitten. Schon um. Mittag des
19. März setzte der Südost-Passat etwas frischer ein und steigerte seine Stärke von
25, die vom 20. bis 24. März im Mittel 5 betrug. Die polare Grenze des Südost-
Passats wurde am Mittag den 25. März auf 20,2° S-Br., 37,3° W-Lg. geschnitten,
Bei einem durchschnittlich 767 mm betragenden Barometerstand drehte der Wind
nach einer 12stündigen Windstille am 26. März durch Ost und Nord herum und
hielt sich im Nordostquadranten bei einer mittleren Stärke von 4 bis zum
1. April. Von diesem Tage an, auf 34° S-Br., 50° W-Lg., traten schwache
1) Den Bericht über die erste Reise siehe „Ann. d. Hydr. ete.“ 1903, S. 188.