SA
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1903.
Es sind besonders folgende Änderungen hervorzuheben:
i. In Rücksicht auf die Kabellegung, welche die Inseln des Stillen
Ozeans mit dem Festlande verbindet, ist die bisherige Lücke der Signale 00
bis 10 ausgefüllt worden.
2, Das Anwachsen der Anzahl der Stationen, die mit dem Observatorium
in telegraphischer Verbindung stehen, erlaubt besser als bisher die Taifunbahnen
zu bestimmen. Durch Hinzufügung eines schwarzen Balles zu den Richtungs-
signalen werden die verfolgten Bahnen nach 16 anstatt nach 8 Strichen an-
egeben.
508 3. Es wird die Aufmerksamkeit auf eine bestimmtere Unterscheidung
zwischen den eigentlichen Taifunen und den Depressionen des Winters gelenkt.
Die letzteren sind im allgemeinen weniger gefahrvoll, besonders während ihres
Zuges über das Festland. Die Angabe ihrer Lage muß jedoch im Signalsystem bei-
behalten werden, da über dem Meere angelangt sie sich vertiefen und mehrmals
in jedem Jahre ebenso heftige Winde als die Taifune verursachen. Im Süden vom
Formosa-Kanal äußern sie sich allgemein durch eine, manchmal sehr heftige,
Verstärkung des Wintermonsuns.
Die Signale werden am Semaphor des Quai de France zu Schanghai
gezeigt.
SO Über die Wiederholung der Signale entlang der Küste werden die Schiffs-
führer nähere Angaben in den Kaiserlich chinesischen Zollämtern und bei den
Hafenkapitänen erhalten.
Die Nachrichten von Zikawei gehen an folgende Orte:
Wladiwostok, Niutschwang, Tientsin, Taku, Port Arthur,
Tschifu, Weihaiwei, Tsingtau, Tschinkiang, Schanghai, Wusung,
Gutzlaff, Futschau, Amoy.
Die gleichen Depeschen werden nach Tokio und Taihoku (Formosa) ge-
sandt, wo die Leiter der Zentralobservatorien nach ihrem Ermessen Gebrauch
davon machen; sie gelangen nicht mehr nach den koreanischen Häfen.
Für die Signale kommen zur Anwendung:
1. Ein eigenes Flaggensystem, das für die täglichen Wettersignale
besonders zusammengestellt ist. (Siehe Tafel 18, in welcher die
Bedeutung der Signale für Wind und Nebel eingetragen ist.)
2. Ein Flaggensystem für die Zahlen 0 bis 9 nach Marryat’s System.
(Siehe Tafel 18.)
3. Die Buchstabenflaggen C, D, F (siehe folgende Bemerkung),
G, K, M, N, T, V, W des internationalen Signalbuches. (Für
F wird jedoch der rote Wimpel mit weißem Ball des
alten internationalen Signalbuches gesetzt.)
Ein Ball.
4
A. Tägliche Wettersignale.
a) Wind und Nebel zu Gutzlaff: Um 9% 30=in V werden die Flaggen,
welche die Richtung und Stärke des Windes um 9" V zu Gutzlaff anzeigen, geheißt.
Die Richtung wird nach den vier Quadranten „nördlich, östlich, südlich, westlich“
mit den Flaggen nach Tafel 18, die Stärke durch die Flaggen der Zahlen 0 bis 9
nach Marryat (siehe Tafel 18) angegeben. Ein blauer Wimpel bedeutet Nebel.
Das Signal wird um 10" V niedergeholt. Im Falle einer Verzögerung ist dies
Signal von 11* 30=in bis 11" 50=in V geheißt.
Um 3" 30%» N wird ein Signal geheißt, das in gleicher Weise Wind und
Nebel zu Gutzlaff um 3* N angibt. Dasselbe wird um 4" N niedergeholt. Bei
Verzögerung ist es von 4% 15=in bis 4* 30min N geheißt.
b) Auf See und zu Schanghai während der nächsten 24 Stunden wahr-
scheinlich vorherrschendes Wetter: Hierbei kommen die Flaggen I, 1I, 111,
[V, V des für das System von Zikawei in Tafel 18 dargestellten Flaggensystems
zur Verwendung.
Flagge I: Das darunter geheißte Signal gibt den wahrscheinlichen Wind
entlang der Küste südlich von 30° N-Br. an.
II: Ebenso nördlich vom 30° N-Br.