Die Witterung an der deutschen Küste in Juni 1903,
der Nordsee- und der westlichen Ostseeküste steife östliche Winde angegeben
hatte. Im allgemeinen war das Wetter jedoch als ruhig‘ zu bezeichnen.
Die Morgentemperaturen lagen an der ganzen Küste am 1. und 2., vom
8. bis 11., wie am 29. und 30., mit vereinzelten Ausnahmen über; vom 4. bis 6.,
vom 13. bis 17., wie vom 22, bis 24. unter der normalen. Oberhalb der normalen
Jagen ferner die Morgentemperaturen an der Nordsee- und der westlichen Ostsee-
küste vom 25. bis 28; an der östlichen Ostseeküste am 3. und 12,; unterhalb
der normalen an der Nordsee- und der westlichen Ostseeküste am 3., 12. und
18. bis 21., an der ganzen Ostseeküste am 1. und an der östlichen Ostseeküste
am 25. bis 28. In ihrem Verlauf von Tag zu Tag zeigten die Morgentemperaturen
an der Nordseeküste vom 1. bis 3. eine sehr starke Abnahme, worauf bis zum
10. unter geringen Rückfällen ein langsames Ansteigen erfolgte; bis zum 19.
trat sodann unter fortwährenden Schwankungen eine geringe Abkühlung ein,
wonach bis zum 29. wiederum eine energische Erwärmung erfolgte, welcher am
30. ein kleiner Rückfall folgte. Ähnlich wie an der Nordseeküste gestaltete
sich auch der Gang der Morgentemperaturen an der Ostseeküste. Vom 1. zum
2, stieg die Temperatur um einen geringen Betrag, worauf bis zum 5. ein jäher
Sturz erfolgte; nach geringen Schwankungen bis zum 8. erfolgte bis zum 11.,
namentlich an der östlichen Ostseeküste, wiederum eine starke Erwärmung; bis
zum 14. trat sodann eine Abkühlung ein, sodann schwankte die Temperatur
innerhalb geringer Grenzen bis zum 18., stieg hierauf energisch bis zum 20.,
um während der beiden nächsten Tage um etwa den gleichen Betrag zu sinken.
Vom 22. an bis zum Schluß des Monats erfolgte sodann ein fast fortwährendes
Steigen der Temperatur, welches nur am 27, durch einen allgemeinen Rückgang
unterbrochen wurde,
Die Temperatur schwankte an der Küste zwischen der höchsten
Temperatur 28,3° von Keitum und der niedrigsten 6,3° von Wilhelmshaven,
also um 22,0°; während die kleinste Schwankung, gleich 18,7° in Wustrow und
die größte, gleich 21,1° in Memel beobachtet wurde. — Die aus den Anderungen
der Temperatur von Tag zu Tag als arithmetisches Mittel ohne Rücksicht auf
die Vorzeichen der Änderungen für die drei Beobachtungstermine berechneten
Werte der interdiurnen Veränderlichkeit der Temperatur lagen mit ihren größten
Werten an der Küste zwischen 2,1° in Hamburg und Kiel und 3,4° in Memel.
Diese Werte zeigten ihre kleinsten Beträge am Morgen mit einziger Ausnahme
von Swinemünde, wo dieselben am Abend eintraten; während die größten Werte
sich am Nachmittag zeigten mit einziger Ausnahme von Rügenwaldermünde, wo
der größte Wert am Abend eintrat.
Die kleinsten monatlichen, meist unter 30 mm verbleibenden Niederschlags-
mengen hatte die Elbegegend, die Mitte der mecklenburgischen Küste, Rügen,
wie die west- und ostpreußische Küste; größere, 30 bis 40 mm, die südwestliche
Nordseeküste, die schleswig-holsteinische, der Rest der mecklenburgischen und
der pommerschen Ostseeküste, mit Ausnahme von Ziegenort auf Usedom. Die
größten Niederschlagsmengen von über 50 mm wurden an der westlichen Nordsee-
küste und an vereinzelten Stationen der Ostseeküste — Flensburg, Ziegenort,
Hela — gemessen. Den größten Beträgen von 86 mm in Nesserland, 80 mm in
Ziegenort und 79 mm in Norderney, stehen die kleinsten von 20 mm in Marien-
leuchte, 19 mm in Wismar, 18 mm in Brüsterort und 15mm in Glückstadt
gegenüber. Läßt man den Niederschlagstag um 8* V Ortszeit des gleichnamigen
Kalendertages beginnen und sieht von vereinzelten wie von geringfügigen Regen-
mengen ab, so fielen die Niederschläge im Juni über größeren Küstengebieten
am 3. an der östlichen mecklenburgischen und der ganzen pommerschen, wie
der ost- und westpreußischen Küste, am 10. westlich der Weichsel, am 15.
westlich der Oder, am 16., 17., 18. und 20. westlich bis Pommern einschließlich,
19. westlich bis Lübeck, 25. und 26. an der hinterpommerschen, der ost- und
westpreußischen Küste. Trocken oder bis auf geringfügige und vereinzelte
Beträge frei von Niederschlägen blieben an der ganzen Küste der 1., 3. bis 9.
22, 23., 24., 27., 28. und 30., also im ganzen 14 Tage. — Sehr ergiebige, in
24 Stunden 20 mm übersteigende Regenfälle fanden statt am 9. in Norderney
35 mm), am 10. in Nesserland (29), Helgoland (25), Brake EC Wyck a. Föhr
39), Fiensburg (28); am 11. in Brake (24), Flensburg (21); am 16. Rügen-
waldermünde (26), Stolpmünde (22); am 19. Borkum (22); am 20. Ziegenort
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