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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1903.
Gleichung 16 und 17 sind von Lambert in „Beiträge zum Gebrauch der
Mathematik“, 1. Band S. 417. (1765) gegeben. Dasselbe Verfahren wendet
Lambert auch auf die Gleichung:
co82 = 2+008 + 008 d'+c08® 5 — cos @ +) an.
In dem Bodeschen „Astronomischen Jahrbuch“ für 1778 sind wohl zuerst
die Gleichungen 8 und 13 (S. 213) von Lambert gegeben, Gleichung 1 auf
S. 221 wird zuerst von Euler in „Memoires de l’Academie Royale des sciences
et belles lettres“, Bd. IX, S. 253, Berlin 1755, aufgeführt. Gleichung 2 auf S. 221
wird von Bode in „Sammlung astronomischer Abhandlungen“ 1. Supplement-
band zu dessen „Astronomischen Jahrbüchern“, Berlin 1793, bei der Begründung
der Douwesschen Methode mehrfach gebraucht. Die Namen Sang und. Pesci
auf S. 221 sind daher durch Euler und Bode zu ersetzen. Gleichung 31 auf
S. 215 ist wohl die älteste Form und wird in den mathematischen Lehrbüchern
vom Anfang des 18. Jahrhunderts als von Regiomontan stammend aufgeführt.
Gleichung 32 habe ich zuerst in Bodes „Astronomischem Jahrbuch“ für 1778
gefunden, wonach auch die erste Höhentafel entworfen ist. Unger erwähnt in
„Trigonometrie“ bei der Ableitung der von Gauss, Mollweide und Delambre
fast zugleich gefundenen Analogien, daß man auch Formeln für die Tangente
der ganzen Seite ableiten könne, die aber unbequemer seien als diejenigen für
die Tangente der halben Seiten. Wahrscheinlich sind damit die Analogien
von Sniardecki gemeint.
Aus den von mir S. 213 bis 215 aufgeführten Gleichungen lassen sich
noch eine Reihe anderer Formeln ableiten unter Benutzung der Relationen
1+tangx = sin (x +45°).V2.seex und
1—tang x = cos (x + 45°). V 2 -sec x.
Für vierstellige Rechnung geeignet sind nur die Formeln 3, 4, 8 und 9.
Die Rechnung muß auf Zehntel Minuten durchgeführt werden. Durch die
Ungenauigkeit der logarithmischen Rechnung können im Hilfswinkel Fehler bis
zu 1‘ entstehen, die jedoch dann nur geringen Einfluß auf das Resultat ausüben
werden, wie sich leicht durch Differentiation ergibt. KEin Beispiel möge die
Rechnung nach diesen Methoden veranschaulichen.
Gegeben:
= 14942 N; d = 17°40'’N; t = 6b 11min 20sek,
4.1)
3.1)
it = 6h 1ı1min J0sek ]og sem = 9,7199
D= 14° 42 N 10g cos = 9,9855
d= 17°40'N log cos = 9,9790
p—d= 2° 58 log cosec = 1,2860
2 log = 0,3010
x 86° 56,2’ logtang = 1,2714
— 0x =— 89° 54,2
D— 02x = 176° 50,4
Hilfswinkel wie bei 3.
o—d = 2° 58' log sem = 6,8261
x= 86° 56,2 log sec? — 2,5441%
log sec! — 5,54563)
log sin = 8,7414 md IxX = { 176° 50,4 _ log sem — 9,9997
og tang® = 3,0010 * | 115 47min 20sek Tog sem? == 9,3699
log tang = 1,50005 z = 88° 10,8‘ log sem = 9,68495
9,
zZ — 88° 11,5'
8. 12b.—t = 54 48min 40sek ]ogsem = 9,6770
= 14°42 N log cos = 9,9855
d= 17° 40 N log cos = 9,9790
+ = 32° 22 log cosec = 0,2714
2 ___10g = 0,8010
X = 31° 25,7 log cotang = 0,2139
Y+d—x = 0° 568
ax — (0-0) — 30° 29,4
Hilfswinkel wie bei 8.
log sin — 9,7286 F. Sr log cos = 9,9824
x = 31° 25,7' log cosec = 0,2828
log cosec? = 3,57163% x es = 15° 14,7‘ logsin = 9,4199
_ log sin == 9,7054 logsem = 9,6851
log tang? = 3,0056 % = 88° 12,0‘
2 = 88° 12,0 log tang = 1,5028
Nach genauerer Rechnung ist z = 88° 11,86‘.
1) Das Beispiel ist sehr ungünstig gewählt. Der fünfstellige Wert von log tang x ist 1,27157, von log sem? ist er 9,3701#
Das Beispiel stellt daher einen Fall dar, wo die logarithmische Ungenauigkeit fast einen Maximalwert erreicht,
% Nach Bolte, „Nautische Tafelsammlung“, Tafel 44, mit dem Argument log tang? x = 2,5428
3) Nach Bolte, „Nautische Tafelsammlung“, Tafel 40.