Wedemeyer, A.: Zur Höhenberechnung.
graphischen Atlasses des Königreichs Württemberg im Maßstab 1:50000 reduziert.
Die Reduktionen sind übrigens nicht nach den aus den rechtwinkligen Landes-
vermessungskoordinaten der Pfeiler berechneten geographischen Koordinaten,
sondern unmittelbar nach der topographischen Karte, zum Teil nach der genannten
in 1:50 000, zum Teil auch nach der im Erscheinen begriffenen neuen in 1 : 25 000
(mit Beachtung der stark verschiedenen Längenzählung auf beiden Karten) be-
stimmt, aber jedenfalls überall auf rund 1“ == 0,07°% (rund 20 m in der Richtung
West—Ost entsprechend) sicher (von den Lotabweichungen in dieser Richtung
abgesehen), so daß durch diese Reduktion die aus den unmittelbaren Zeit-
bestimmungen sich ergebenden m. F. nicht merklich vergrößert werden,
Der über die Zeit der Messung: beobachtete durchschnittliche Luftdruck
auf jeder Station ist eingeschrieben, ebenso: die ungefähre durchschnittliche
Temperatur, .
Der Transport der Uhr von jeder Station zur folgenden ist, mit Aus:
nahme der Ausreise von und der Rückreise nach Stuttgart, stets durch einen
Fußgänger bewirkt worden, wobei die Uhr am Riemen in der Hand möglichst
ruhig getragen wurde; die Dauer jedes dieser Transporte ist eingeschrieben.
Auf jeder Station ist die Uhr im allgemeinen einmal täglich von der Wohnung
auf den Pfeiler und zurück getragen worden, wobei aber nur in Schwann und
in Durrweiler nennenswerte Wege (1 km) zurückzulegen waren. Die Einwirkung
der großen Transporte und insbesondere ihre Nachwirkung bringt die Figur,
deren Reinzeichnung mein Assistent Herr Heer besorgte, deutlich zum Ausdruck.
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Zur Höhenberechnung.
Von A. Wedemeyer, Assistent bei der Seewarte.
Nach Veröffentlichung meiner beiden Aufsätze über dasselbe Thema
„Ann. d. Hydr. etc.“ 1903, S. 211. und S. 248ff., habe ich nochmals die ein-
schlägige Literatur bis zum Jahre 1700 zurück, die mir erst jetzt zugänglich
wurde, durchgesehen, um eine möglichst vollständige Sammlung aller bekannten
Formeln zur direkten und indirekten Berechnung der Höhe geben zu können
and vielleicht auch eine Formel zu finden, die bei vierstelliger logarithmischer
Rechnung den auf S. 212 in.diesem Jahrgange gegebenen Bedingungen genügt.
Das Ergebnis war ein negatives, keine einzige von den 79 Formeln genügt
den gestellten Anforderungen. vollkommen. , Wünscht man daher die Höhe auf
2‘ genau zu haben, so muß man unbedingt fünfstellige Logarithmen henutzen,
die z. B. bei Anwendung der Formel 5 (Marineformel) auf S. 213 eine Vernach-
lässigung jeglicher Interpolation gestatten. Bei Anwendung vierstelliger Loga-
rithmen ist diese Vernachlässigung nicht statthaft. Mehrere Formeln, unter
denen. Formel 8 auf S. 213 die bequemste ist, liefern‘ dann Resultate, die allen
Anforderungen der Praxis genügen.
Will man bei vierstelliger Rechnung jede Interpolation umgehen und
jederzeit ein den gestellten Bedingungen genügendes Resultat erhalten, so muß
man die Höhenmethode verlassen und zur Längen- und Breitenmethode zurück-
kehren, die in ihrer Anwendung bequemer sind als jene und ein Rechnen mit
vierstellizen Logarithmen obne Interpolation zulassen. !)
A. Direkte Methoden.
£&, Die Gleichung A,
cos %Z = cos (p — d) — Z-cosgp-cosd-semt
läßt sich auch so schreiben:
082 — cos(p— 0 — 2. cos. -cos d + sem 6 sin (p — d),
sin @— N
\ Vel, „Ann. d. Hydr. ete.“ 1895. S. 149.