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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1903,
Ebensowenig gehen die Empfindlichkeit e und das Pumpen einander
proportional. Bei zwei Barometern war die Empfindlichkeit e==0,12 resp. 0,43,
während die Größe des Pumpens nur yon 1,00 auf 2,41 zunahm. Es nahm also
das Pumpen etwa im Verhältnis 1: y4zu, wenn die Empfindlichkeit um 1:2
stieg. Immerhin kann das Pumpen als ein angenähertes Maß der Größe der
vertikalen Schiffsbewegung angesehen werden. Genauer läßt sich diese bekanntlich
mit einem empfindlichen Aneroid messen, dessen Gang aber hinwiederum von
den bei diesen Instrumenten immer unkontrollierbaren elastischen Nachwirkungen
beeinflußt wird. Da man annehmen kann, daß die elastischen Nachziehungen
hindernd wirken, so gibt das Aneroid die Schiffsbewegung stets zu klein an.
Die Größe dieses Nachhinkens läßt sich aber angenähert aus entsprechenden
Versuchen am Lande ermitteln und damit die Größenordnung des zu befürch-
tenden Fehlers für jedes Instrument abschätzen.
Gang eines Chronometers.
Von E. Hammer.
(Hierzu Tafel 17.)
In der Annahme, daß jede Erfahrung über das Verhalten von Bozx-
chronometern unter verschiedenen äußern Umständen, auch an Land, für die
Leser dieser Zeitschrift nicht ohne Interesse sei, darf ich vielleicht in der bei-
gegebenen Figur, Tafel 17, eine graphische Darstellung der Gänge eines
Kutterschen Boxchronometers in der Zeit von Mitte August bis gegen Ende
September 1902 vorführen, während welcher Zeit das Instrument starken Fuß-
marschtransporten ausgesetzt war.
Die Uhr, der astronomischen Sammlung der Kgl. Technischen Hochschule
Stuttgart gehörig und seit etwa zwei Jahren nach Sternzeit reguliert, zeichnet
sich durch sehr gleichförmigen Ruhegang, sowie eine zwischen + 5° und + 25°
als vollkommen zu bezeichnende Temperaturkompensation aus, Der Barometer-
koeffizient beträgt etwa 1'/a Hundertstel der Sekunde pro Tag und mm Druck-
änderung, mit dem gewöhnlichen Vorzeichen (Zurückbleiben der Uhr mit
steigendem Druck). Die Abhängigkeit der Gangkorrektion von der Änderung
der Luftfeuchtigkeit ist nicht untersucht.
Abgesehen von den Vergleichungen des Chronometers in Stuttgart mit
der Hauptpendeluhr (als erste und letzte Uhrkorrektion der graphischen Dar-
stellung ist die letzte und erste Vergleichung dieser Art noch mit angegeben)
liegen auf den auswärtigen Stationen: Schwann, Wildbad, Ettmannsweiler,
Durrweiler, Schopfloch (alle nahezu auf demselben Meridian, rund 8'%4° östlich
von Greenwich) im ganzen 24 direkte Bestimmungen der Standkorrektion vor;
nämlich 2 in Schwann, 9 in Wildbad, 4 in Ettmannsweiler, 5 in Durrweiler,
4 in Schopfloch; ihre Ergebnisse sind sämtlich in die Figur eingetragen, wobei
der Maßstab für die Korrektionen selbst durch die horizontalen Linien ——----_-
von 5 zu 5%°% der Maßstab für die Zeiten, auf die sich die Stände beziehen,
durch die vertikalen Linien für den Anfang jedes Tags, dessen Datum durch
ö teilbar ist (astronomische Zählung der M. Z.) angedeutet ist.
Jeder Standkorrektion ist der aus der direkten Bestimmung sich er-
gebende Betrag des m. F. beigesetzt; dieser m. F. ist durchschnittlich kaum
über -+ 0,1°%, Die Zeitbestimmungen sind fast durchaus nach der Methode der
feinen Azimutunterschiedsmessung (Universal 2“, das auch für die Messung der
Polhöhen aus Circummeridian-Zenitdistanzen diente, Nivellierung der Kippaxe
mit 3“-Libelle) zwischen Polaris und Südsternen ausgeführt, und zwar mit Aus-
nahme einiger weniger in Schwann und Wildbad, an denen ich mich selbst
beteiligte, durch Herrn Dipl.-Ing. Werkmeister. Die angeschriebenen Zahlen
sind selbstverständlich nicht die unmittelbaren Standkorrektionen auf die Orts-
sternzeiten der einzelnen Messungspfeiler, sondern auf denselben Meridian,
8° 30‘ 0“ östlich von Greenwich nach der (Ferro-) Längenzählung des topo-