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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

358 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1903. 
weiß gestreiften Reedeboje, waren bei Spring-Niedrigwasser und nördlichem (aus 
der Bucht wehendem) Winde 8 m Wasser. 
Die Lage der Reedeboje ist auf der 1903 herausgegebenen Karte Titel XI, 
Nr. 9a (Brit. Adm-Krt. Nr. 375) richtig angegeben. 
Von Pakhoi nach Macao. 
Um bei der Rückfahrt durch die Hainan- Straße diese bei Tage zu 
passieren, verließ S. M. S. „Jaguar“ Pakhoi um 4"N den 17. März und steuerte 
zunächst direkt auf die Guiet schau-Insel zu. Diese kam kurz vor Einbruch der 
Dunkelheit in Sicht, worauf sie mit 191° (SzW)- bezw. 202° (SSW)-Kurs etwa 
3 Sm an B-B. gelassen wurde. Der Strom — es lief Flut — setzte mit etwa 
1 Sm Geschwindigkeit östlich in die Tai sha-Bucht hinein. Nach der allgemeinen 
Notiz auf der Karte Titel XI, Nr. 1, über die Stromverhältnisse im Tonking- 
Golf sollte der Strom westwärts setzen; man’ darf also diese Angaben nicht auf 
die Nordostecke des Golfes anwenden, da hier der Gezeitenstrom in der normalen 
Weise läuft, indem er bei Flut in die Tai sha-Bucht hineinsetzt und umgekehrt. 
Mit auf die Mitte der Westeinfahrt in die Hainan - Straße abgesetztem 
Kurse 132° (S0!40), der gleichzeitig etwa auf den Schnittpunkt der Feuer- 
kreise von Lamko und Kap Cami führte, wurde so lange gelaufen, bis beide 
Feuer, die infolge dicken Wetters nicht in Sicht kamen, querab sein mußten, 
darauf 84° (0'AN) gesteuert und alle 10%» gelotet. Da die Wahrscheinlichkeit 
vorlag, daß sich das Schiff auf der nördlichen Seite der Straße befand, erfolgte 
beim Auffinden von 18 m (10 Faden) Wassertiefe eine Kursänderung nach Süden, 
worauf nach kurzer Zeit Land in Sicht kam, das als Mandarin Cap ausgemacht 
wurde. Das Schiff befand sich somit an der Südseite der Straße, hatte aber 
von dem Punkt der 18 m- (10 Faden-) Lotung aus südlich steuernd, wieder 
tieferes Wasser (27 und 22 m) gefunden, was der Karte nach an der Südseite 
der Straße ausgeschlossen war. Der ungefähre Schiffsort der 18 m- (10 Faden-) 
Lotung stand etwa 5 Sm nördlich von Magpie Point; auf der dort verzeichneten 
22 m- (12 Faden-) Stelle scheint also weniger Wasser zu sein. Jedenfalls gibt 
das Lot wegen der ganz unregelmäßigen und so schnell und stark ändernden 
Tiefenverhältnisse in der Hainan-Straße dort nur sehr unsichere Anhaltspunkte, 
wie überhaupt die Passage durch die Hainan-Straße bei unsichtigem Wetter, 
welches vorherrschend ist, eine schwierige zu nennen ist. 
Die auf der Karte westlich von Chingmae Point verzeichneten „Floating 
Fishing Stakes“ wurden in größeren Mengen angetroffen, sie sind in langen 
Reihen mit sehr dicken Enden verbunden und müssen daher der Gefahr für die 
Schrauben wegen mit gestoppter Maschine passiert werden. 
Des dicken Wetters wegen hielt sich das Schiff nahe der Südseite der 
Straße, um nicht außer Sicht von Landmarken zu kommen, und wählte aus dem- 
selben Grunde die Durchfahrt durch den Südkanal (Inner-Passage), dessen drei 
Bojen mit Ausnahme der nördlichsten, die dem Lande etwas näher zu sein 
schien, in der richtigen Lage vorgefunden wurden. 
Bei dem außerhalb der Hainan-Straße beginnenden Nordostmonsun (4 bis 5) 
hatte S. M. S. „Jaguar“ auf 56° (NOzO)-Kurs etwa 1,5 bis 2 Sm Strom gegenan. 
An- und Einsteuerung. Am 19. März 7° 15%» V kam auf etwa 22° 
(NNO)-Kurs die Insel Liuchiu in Sicht und wurde nunmehr Macao durch den 
„Great West Channel“ angesteuert. Kurz vor Hochwasser war das Schiff vor 
der Barre und lief, als auf der Außenreede kein Lotse zu finden war, ohne 
einen solchen in den Innenhafen. Dabei wurde auf der in der Segelanweisung 
angeratenen Einsteuerungslinie 262° (W2/4S) auf den rechten Abhang der nörd- 
lichsten kleinen Malochow-Insel zugefahren und diese Linie, da die Malochow- 
Inseln des Nebels wegen nicht zu sehen waren, durch fortlaufende Kreuz- 
peilungen eingehalten. Gute Landmarken sind außer dem Leuchtturm das 
Inselchen Kikiong an der Ostseite der Taipa- oder Kikiong- Insel und das 
Inselchen am Ostende der Cacilha-Bucht., 
Wie in Macao in Erfahrung gebracht wurde, hat sich jedoch die Fahr- 
rinne über die Barre etwas nach Norden zu verschoben in der Weise, daß man 
jetzt mit 253° (WSW!/2W)-Kurs auf die Mitte der nördlichsten kleinen Malochow- 
Insel zehalten muß.
	        
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