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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1903,
ein fast unmerklicher Strom nach Ost und SO, Wir passierten am 18, Februar
abends San Antonio. Der Strom setzte hier W!4S 0,8 Knoten. Von hier ab
hatten wir bis zur Höhe von Bahia Honda veränderliche Winde mit häufigen
Regenböen.
Als es am 21. Februar nach längerem Regen aufklarte, sahen wir am
St-B. Land und stellten durch Peilungen fest, daß wir 29 Sm 307° (NW’AW)
von Pan de Guajaibon entfernt waren, also in 24* S0!40 37,5 Sm versetzt waren.
Wir hielten ab und steuerten parallel der Küste. Im vergangenen Jahr waren
wir beinahe auf derselben Stelle, als wir uns gut frei von der Küste glaubten,
ebenfalls sehr bedeutend nach SSO versetzt und waren, als wir Sternbeobach-
tungen bekamen, nur 9 Sm von Bahia Honda ab, so daß wir wenden mußten.
Das Land war damals, weil es im Süden häsig war, nicht zu sehen.
Ansteuerung von Havana. Es ist gut, nach dem Passieren von Kap
Antonio erst ziemlich N gutzumachen und sich dann erst wieder bei Bahia Honda
der Küste zu nähern, um diesen ungewissen Stromverhältnissen zu entgehen. Um
Gh 30mn N war der Schein des Leuchtfeuers von Bahia Honda in 180° (Süd) in
22 Sm Abstand zu sehen. Später beobachteten wir, daß der Schein des Leucht-
feuers von Bahia Honda 32 Sm weit sichtbar war; infolgedessen war die Orts-
bestimmung durch Kreuzpeilungen von Bahia Honda-Feuerschein und dem Feuer-
schein der Stadt Havana, der 33 Sm weit sichtbar war, leicht durchzuführen.
Von Bahia Honda bis nach Havana war die Stromversetzung östlich 1 Knoten.
Am 22. Februar 2 V kam das Leuchtfeuer von Morro-Castle in 107° (0S01'40)
in Sicht. Wir machten jetzt kleine Segel und lagen westlich von Havana auf
und ab, um nicht vor Tagesanbruch vor die Hafeneinfahrt zu kommen. Um
7h 10=in V nahmen wir einen Lotsen außerhalb Morro-Castle, welches wir um
7» 25min V unter vollen Segeln mit 8 Knoten Fahrt passierten. Innerhalb
Morro-Castle, in der Enge zwischen Castillo de la Punta und St. Telmo-Tonne,
wurde der Wind veränderlich und sehr leicht. Obgleich alle Segel back
standen, hatte das Schiff doch genügend Fahrt, die Festmachetonne 3 zu er
reichen, an der wir um 7*40=in V neben dem Wrack des amerikanischen Linien
schiffes „Maine“ festmachten und gleichzeitig die Segel bargen.
Von Havana nach Kap Canaveral (Florida-Straße).
Wir verließen Havana am 28, Februar 6" 30°» V, Da die Brise sehr leicht
war, so wurde ein Schlepper gebraucht, welcher uns 1 Sm außerhalb Morro-Castle
brachte. Der Wind war O0SO und SOzO (2—4) bis 24° 30‘ N-Br. 80° 45’ W-Lg.,
wo. er nach kurzer Stille in den NO-Quadranten überging und dort zwischen
ONO und NO (3—5) bis Kap Canaveral blieb. Am 1. März abends kam
Alligator-Rif-Leuchtturm vom Want aus in etwa 21 Sm Abstand in Sicht.
Um 5" V am 2. März war der Schein von Carysfort-Leuchtfeuer in 269° (W148)
zu sehen. Am selben Tage näherten wir uns im Laufe des Nachmittags wiederum
der Küste von Florida und bekamen bald das Lake Worth-Hotel in Sieht.
Landmarke der Florida Straße. Das Hotel bei Lake Worth-Inlet
bildet eine ausgezeichnete Landmarke an der flachen, gleichmäßigen Küste.
Es ist ein Komplex von mehreren Gebäuden, von denen das nördlichste einen
großen Schornstein hat, der aus einiger Entfernung mit einem Leuchtturm ver-
wechselt werden kann. Der Schein des elektrischen Lichts des Hotels ist sehr
weit zu sehen. Es muß sich daselbst auch ein Scheinwerfer hoch über dem
Erdboden befinden, dessen unregelmäßige Blinke auf große Entfernung zu sehen
waren, nach einiger Zeit aber plötzlich aufhörten.
Ausfahrt aus der Florida-Straße. Um von dem steifen NO-Wind nicht
zu dicht unter die Küste gedrängt zu werden, lagen wir 3 Stunden lang über
den andern Bug von derselben ab. Um 9*45=" N kam der Schein des Leucht-
feuers von Jupiter-Inlet in 287° (WNW!/W) in 29 Sm Abstand in Sicht und
peilte um 11 15a N querab 264° (W!/2S). Am nächsten Mittag waren wir
auf 28° 24‘ N-Br., 79° 33‘ W-Lg., 93° (0’/4S) 51 Sm von Kap Canaveral entfernt
und gut frei von der Florida-Straße.