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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1903. 
brachten Eis bis in Nähe des Kap Horn; aber selbst während der eben er- 
wähnten grofsen Eistrift der neunziger Jahre war die Kap Horn-Gegend nur 
vorübergehend mit Eis besetzt, so z. B. von Oktober 1895 bis Januar 1896. 
Es wird wichtig sein, darauf acht zu geben, ob in der nächsten Zeit auch 
für die Gewässer im Osten von den Falkland-Inseln Eis gemeldet und damit 
wiederum ein allgemeines Vorrücken der Treibeisgrenze wahrscheinlich wird; 
bleibt Treibeis in dieser vom Eis besonders bevorzugten Gegend aus, so kann 
man annehmen, dafs die Eismassen, in welche „Pampa“ geraten ist, ein ver- 
einzeltes Vorkommnis darstellen, veranlafst vielleicht durch schwere S-Stürme, 
die zum Beginn des südlichen Sommers das losgebrochene Eis nach Norden bis 
nahe an Kap Horn geführt haben. Wie schon an anderer Stelle!) angedeutet 
wurde, liegen allerdings auch sonst Anzeichen vor, dafs die Eisverhältnisse im 
hohen Süden sich in der letzten Zeit verschlechtern, gegenüber der sehr günstigen 
Periode der Jahre 1897 und 1898, 
Sehr charakteristisch ist in den Meldungen der „Pampa“ die plötzliche 
und erhebliche mit dem Austritt aus dem Eise erfolgte Zunahme der Wasser- 
temperatur dicht unter Land. Nach dem neuen Atlas des Atlantischen Ozeans?) 
ist für die in Betracht kommenden Gewässer im Monat Oktober eine mittlere 
Wassertemperatur von 4° bis 5° C. normal, so dafs selbst der Wert von 3,4° 
abnorm niedrig erscheint, ganz abgesehen von den Werten unter Null. Auch 
dieser Umstand spricht wohl nicht für eine vorübergehende und lokale sehr 
beschränkte Erscheinung; denn die Erfahrung hat gezeigt, dafs selbst sehr aus- 
yedehnte Eismassen bei monatelangem Aufenthalte in einer bestimmten Meeres- 
gegend nur eine unerhebliche Herabsetzung des Wärmevorrates des Oberflächen- 
wassers bedingen. Man darf daher vielleicht annehmen, dafs aus irgend welchen 
Gründen die vergleichsweise warmes Wasser führende Kap Horn-Strömung 
durch direkt von Süden kommende eiskalte Wasserbewegungen eingeengt und 
bis zu einem gewissen Betrage in der hier besprochenen Zeit verdrängt ge- 
wesen ist. 
Nachträgliche Bemerkung. Bis zum 30, Dezember 1902 liegen noch 
von fünf Schiffen sonstige Beobachtungen über bei Kap Horn gesichtetes Eis 
vor, leider meist ohne Datum und genaue Ortsangabe. Nur „Godiva“ meldete: 
„Kamen am 4, Oktober auf 58° S-Br. durch mehrere grofse Eisfelder und hatten 
von 64° bis 70° W-Lg. ungewöhnlich schwere NNW- und SW-Stürme zu be- 
stehen“. „Sierra Colonna“ hat gemeldet: 
Oktober 
1902 
S-Br. 
W-Leg. 
Bemerkungen. 
13. 
58° 18 | 642° 15 
Früh Eisberg von etwa 120m Höhe; mittags 
Eisberg von etwa 213m Höhe. 
14 
580 07: | 
64° 4 
12 Kisberge in Sicht; der gröfsere peiltSOzS 10 Sm. 
G. Sch. 
. { 
5. Strömungen im Golf von Mexiko. Aus dem meteorologischen Journale 
des Dampfers „Athos“ der Atlas-Linie, die zwischen New York und Westindien 
läuft, sind vom Hydrographischen Amt zu Washington die folgenden Auszüge 
über: „Strömungen im Golf von Mexiko“ gemacht worden. („Notice to Mariners““ 
No. 1546. Washington, den 18. Oktober 1902). 
Von Savanilla bis Cartagena. Zwischen diesen beiden Häfen läuft 
atets starker westlicher Strom, so dafs ein Schiff oft durchschnittlich 13 bis 
14 Knoten über den Grund gut macht, obgleich es nur 11 Knoten durchs 
Wasser läuft. 
Schiffe, die von Savanilla nach Cartagena wollen, sollten bei Nacht 
immer das Feuer von Galera da Lamba anlaufen, um ihr Besteck zu berichtigen, 
weil sie sonst leicht so weit westlich versetzt werden, dafs sie das Feuer von 
18. 
59° 16° | 67° 48 
‚Kleiner Eisberg. 
3) G. Schott in Ztschr. d, Ges, f. Erdkunde zu Berlin 1902, S, 636. „Berichte von der 
deutschen Südpolar-Expedition“, 
2) Herausgegeben von der Deutschen Seewarte; 2. Aufl. Hamburg 1902. Tafel 7 und 8.
	        
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