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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

338 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1903. 
nach einer 8teiligen Windstärkenskala, nicht nach der Beaufort-Skala 
angegeben — zu kennzeichnen, sei bemerkt, daß nach Krümmel bei An- 
nahme der von Köppen für die Übertragung berechneten Werte aus den 
Coupvent des Boisschen Beobachtungen sich die sehr viel einfachere 
Beziehung H == !/aw ergeben würde, 
Antoine kommt unter Zugrundelegung des Gesetzes von Couprvent 
des Bois zu den Formeln: 
H == 0,75 x w*h 
L = 30 > w'h 
T=44w'h 
V—695> Wa 
die indessen ebenso unzuverlässig wie die des Bois’sche Formel sind. 
Päris stellt ays seinen Beobachtungen das Verhältnis zwischen Wind- 
und Wellengeschwindigkeit fest. Er ordnet die Beobachtungen nach der Wind- 
geschwindigkeit und kommt zu dem Schluß, daß bei einer Windgeschwindigkeit 
zwischen 6 und 12,4 die Geschwindigkeit des Windes kleiner ist als die der 
Wellen — und zwar ist w=0,63V bis 0,99 V —, bei höheren Windgeschwindig- 
keiten (bis 21,6) größer — w==1,26 V bis 1,32 V —. Setzt man mit Krümmel 
für die Windgeschwindigkeiten die Köppenschen Werte ein, so ergibt sich 
eine Windgeschwindigkeit, die in allen Fällen kleiner ist als die Wellen- 
geschwindigkeit — bei Windgeschwindigkeiten von 7 bis 13 ist w==0,73 V bis 
0,81 V —. Es entspricht dies der bisherigen, namentlich in Seemannskreisen 
verbreiteten Ansicht, daß die Wellen sich schneller fortpflanzen als der Wind 
und daher oft einen herannahenden Sturm ankündigen. 
Dem widersprechen die neuerdings von Schott angestellten Messungen, 
nach denen der Wind 1'/s bis 1'/a mal schneller war als die von ihm er- 
zeugten Wellen. Schott stellte als Mittelwert w==1,3 V fest. Wenn es 
nichtsdestoweniger seine Berechtigung hat, die Dünung als Vorboten eines 
kommenden oder doch als Anzeichen eines in der Herkunftsrichtung der Dünung 
herrschenden Sturmes anzusehen, so liegt dies daran, daß die Sturmwinde, ein 
Gebiet niedrigen Luftdrucks umkreisend, auf ein verhältnismäßig kleines Feld 
beschränkt sind und das Sturmfeld viel langsamer fortschreitet als die durch 
dieses erregten Wellen. Ob der Sturm das Schiff erreicht, hängt von der Bahn 
des Sturmfeldes ab. Da die Wellen sich tangential zum Sturmfeld fortpflanzen, 
so fällt ihre Richtung nicht oder doch sehr selten mit der Sturmbahn zu- 
3ammen, die Dünung allein ist also noch kein Zeichen, daß der Sturm sich dem 
Schiff nähert.) 
Um die angeführten Widersprüche und die ganzen Verhältnisse zu klären, 
sind weitere gute Beobachtungen von großem Wert. Aus dem Vorstehenden 
ergibt.sich, daß es von Wichtigkeit ist bei den Beobachtungen die Wind- 
stärke mit möglichster Sorgfalt festzustellen; ferner den Aufzeichnungen 
über die Messungen Angaben hinzuzufügen über 
den Verlauf der Witterung vor der Beobachtung, 
ob Dünung oder Seegang beobachtet wurde, 
ob einfache oder verworrene, durcheinander laufende See, 
ob nach dem Urteil des Beobachters die See eine voll entwickelte 
war, oder unter dem Einfluß des herrschenden Windes noch ein 
Wachsen zu erwarten ist. 
Auch die Wassertiefe oder geographische Lage des Beobachtungs- 
ortes muß angegeben werden. 
Die Ergebnisse der bisherigen Wellenbeobachtungen 
sind nachstehend kurz zusammengefaßt. 
Die Wellenhöhe beträgt im Mittel 3 m. 
Leutnant Päris erhält aus seinen Beobachtungen nach Meeresteilen und 
Windgebieten geordnet folgende Mittelwerte: 
1) Vergl. auch Börgen, Über den Zusammenhang der Windgeschwindigkeit und der 
Dimensionen der Meereswellen, Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie 1890 S. 8.
	        
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