Kleinere Mitteilungen,
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wieder ruhig und glatt geworden, konnte man die Beobachtung machen, dafs
die Oberfläche des Wassers vollständig durch den darauf liegenden Sandstaub
eine graurötliche Färbung angenommen hatte. M. Prager.
Sonnenring. Kapt. Hafselmann vom Schiffe „Najade“ schreibt:
Auf unserer Reise von Cardiff nach Yokohama sahen wir am 8. Januar 1901,
als wir auf 45° S-Br. und 94,5° O-Lg. mit kräftigem WSW-Winde nach Osten
gegelten, von 12" 20a N bis 1"39"ia N einen grofsen Ring um die Sonne, dessen
Halbmesser 18° war. Die Luft innerhalb des Ringes erschien viel dunkler als
die aufserhalb desselben. Während der äufsere Teil des Ringes scharf markiert
war, verliefen sich die Farben des inneren Teiles in eine dunkle Schattierung,
die nach der Sonne hin leichter und dünner wurde. Die Farben an der Aulfsen-
seite waren dagegen aufserordentlich hell. und verliefen erst nachher in die
De Himmelsfärbung. Bewölkung cum und cir-str. 5. Temperatur der
Luft 9,5° CC.
4. Eis im Süden von Kap Horn. Dem Entgegenkommen der. Reederei
F. Laeisz in Hamburg verdankt die Seewarte schon jetzt einige vorläufige An-
gaben über Witterungsverhältnisse und HEisvorkommnisse. am Kap Horn, wie
sie bei der Umsegelung dieses Kaps nach Westen in ‚den ersten Oktobertagen
1902 von‘ dem deutschen Segelschiffe „Pampa“, Kapitän. Prützmann, auf der
Reise von Hamburg nach Valparaiso beobachtet worden sind. ;
Was das Wetter anlangt, so hat selbst mit Berücksichtigung des. Um-
standes, dafs man am Kap Horn jeder Zeit schlechtes Wetter zu erwarten hat,
das Schiff „Pampa“ doch ganz aufsergewöhnlich schweres, stürmisches: und un-
günstiges Wetter augetroffen, so dafs die Reise von 50° S-Br. im Südatlantischen
Ozean naclı 50° S-Br. im südlichen Stillen Ozean 30 Tage beansprucht hat,
während die mittlere Reisedauer auf dieser Strecke in dieser Jahreszeit 22 Tage
beträgt. Im Süden von Staaten-Insel mulste nicht weniger denn 30mal gehalst
werden; zeitweise herrschte.sehr empfindliche Kälte (—6° bis —8°). Nähere
Mitteilungen hierüber müssen bis zum Frühjahr, um welche Zeit der Eingang
des meteorologischen Tagebuches auf der Seewarte zu erwarten ist, verschoben
bleiben. ;
Die Meldungen über Eis beanspruchen jedoch ein allgemeines Interesse,
schon im Hinblick auf die jetzt im Süden tätigen Südpolar-Kxpeditionen..
Oktober
1902
QA.Br.
W-Le.
Wind tw.
Wasser-
temperatur
SC
2 | 58° |
545 wa öl 48
34. * 585° ı 65°
N—W. flau
’
offenbar
ungefähr
—15
4.—5.
bis A [b
56.59 | WSW | 3
—1,2 bis 4h X
[+84 um 6hN
Bemerkungen:
Waren morgens in ein Treibeisfeld ge-
raten. Nebel.
Segeln seit gestern zwischen Eisschollen
und -Blöcken, Sahen mit Tagwerden
ein ausgedehntes Eisfeld im Süden und
sichteten um 10b V einen etwa 100 m
hohen Xisberg.
Bis abends 4b Eis in Menge. Um 5h V
waren unter Kap Horn, 6 Sm ab.
Kein Eis mehr.
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Während die heimkehrenden Schiffe im Osten und Nordosten von den
Falkland-Inseln, also im Osten von 55° W-Lg., nicht eben selten in grofse Mengen
von Treibeis geraten, wie im besonderen die geradezu gewaltigen Eistriften
der Jahre 1892 bis 1896 bewiesen haben, ist Eis’ auf den Wegen der westwärts
bestimmten Kap Horn-Fahrer, zumal westlich von 60° W-Lg., eine ungewöhnliche
und seltene Erscheinung, obschon die Segler. gerade auf der Ausreise genau im
Süden von Kap Horn auf St-B.-Halsen bei W-Sturm südwärts liegend, manch:
mal bis fast nach 60° S-Br. gedrängt werden.!). Die Jahre 1868, 1878 bis 1879
x „X .
y Vel. Deutsche Seewarte, Segeihandbuch für den Atlantischen Ozean, 2. Aufl. S. 446. 552.