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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1903. 
noch die Angabe des Dampfers „Sparta“ zu erwähnen, der vom 14. bis zum 
19. Juni d. J. täglich lebhaftes Abendrot hatte, von 15° N-Br. 25° W-Lg. bis 
4° S-Br. 33° W-Lg.; die Morgenröten waren blasser, 
2. Sandstürme im Golf von Suez. Nach einer Notiz in dem meteoro- 
Jogischen Journal des Dampfers „Bundesrath“, Kapitän Carstens, wurde auf 
der Reise von Ostafrika nach Hamburg am 21. Mai 1901 im Golf von Suez auf 
ungefähr 29° N-Br. und 33° O-Lg. ein heftiger Sandsturm beobachtet, welcher, 
um 3% nachmittags beginnend, mehrere Stunden hindurch bei vollständig un- 
durchsichtiger heißer Luft aus westlicher Richtung wehte. 
{m südlichen Teil des Roten Meeres hatte ein frischer, zuweilen steifer 
NNW-Wind geweht, der indes im nördlichen Teil bis auf Stärke 2 nach 
Beaufort abflaute; später drehte der Wind allmählich durch N bis O nach 
SSO herum, gleichzeitig an Stärke bis 4—5 zunehmend. Diese Drehung 
begann vor der Jubal-Strafse und erreichte die SSO-Richtung im Golf von Suez, 
um dann plötzlich zu der oben angeführten Zeit nach Westen mit Stärke 7 und 
darüber auszuschiefsen. 
Der höchste reduzierte Barometerstand — 760,3 mm — wurde um 8&* früh 
am 20. Mai beobachtet; von dieser Zeit an trat ein langsames beständiges Fallen 
ein, von durchschnittlich 0,8 mm in je 4 Stunden, Den niedrigsten Stand 
755,8 mm — erreichte das Barometer während der Dauer des Sandsturmes. Da- 
gegen war die Temperatur der Luft im beständigen Steigen begriffen, und zwar 
von 25,8° C. um Mitternacht des 20. bis 30,6° C. um 4" nachmittags den 
21. Mai, also 1,2° durchschnittlich in je 4 Stunden; die Wassertemperatur der 
Meeresoberfläche blieb von dem angegebenen Zeitpunkt an gleich, immer 26° C., 
Die reduzierten Barometerstände von 4" morgens bis 4" nachmittags am 
21. Mai waren folgende: 756,9, 756,5, 756,0, 755,85; das Thermometer zeigte 
25,8°, 26,3°, 27,2°, 30,6° C. 
Diese Notiz ruft dem Verfasser einen ähnlichen Sandsturm ins Gedächtnis 
zurück, den er als Führer des Ksrl. Gouvernementsdampfers „München“ in 
den Abendstunden des 13. Mai 1889, etwa 40 Sm nördlich von der Jubal-Strafse 
zu überstehen hatte. Auch in diesem Falle war das plötzliche Umspringen des 
Windes nach Westen bewerkenswert, umsomehr als während des Vormittags 
des 13. Mai fast völlige Windstille im Golf von Suez geherrscht hatte. Erst 
am späten Nachmittag kam eine leichte SO-Brise, vom Sinai-Gebirge herüber- 
wehend, durch, welche die Hitze etwas milderte. Bis 8'/2" abends war die 
Luft durchsichtig und klar, so dafs auf weite Entfernungen die Seiten- bezw. 
Topplichter mitgehender und entgegenkommender Dampfer sowie auch die 
Leuchtfeuer sehr gut zu sehen waren. Gegen 9" jedoch schob sich eine Dunst- 
wand am westlichen Horizont auf, die bald das Land, die Leuchtfeuer und die 
näher der afrikanischen Küste befindlichen Schiffe dem Auge entzog; derselben 
vorauf zog eine gelblich schimmernde Dunstwolke, die schnell herankam, ge- 
trieben von dem mit starkem Brausen plötzlich einfallenden W-Wind, der rasch 
zum Sturme anwuchs. Das Ungewöhnliche der Erscheinung war zunächst die 
beträchtlich gesteigerte Lufttemperatur und der sehr feine, dichte Staub, der 
sehr bald den Athmungsorganen lästig und für die Augen schmerzhaft wurde. 
Von 9° an wehte der Wind beständig mit Stärke 7—8; in den schnell auf- 
einanderfolgenden Böen mit Stärke 9 und darüber, wodurch auch sehr bald eine 
kurze durcheinanderlaufende See aufgewühlt wurde. Mit den schweren Böen 
wurde nicht mehr allein feiner Sandstaub, sondern auch gröberer, rötlicher 
Sand in grofsen Massen durch die Luft geführt, so dicht, dafs es unmöglich 
war, die Augen noch offen zu halten. Man mufste hinter erhöhten Gegen- 
ständen Schutz suchen, um nur einigermafsen athmen zu können. 
Bis 12% nachts wehte der Wind mit gleicher Heftigkeit; während der 
Dauer des Sturmes mufste, weil absolut nichts zu sehen war, das Schiff mit 
ganz langsamer Fahrt auf seinem Kurs gehalten werden, Der W-Wind brach 
so plötzlich, wie er gekommen, auch wieder ab, und die Luft wurde hell und 
klar. Für die Besatzung aber hatte der Sandsturm das Unangenehme gebracht, 
dafs jedermann rote entzündete Augen hatte; auch jeder zugängliche Raum im 
Schiff war mit einer rötlichen Sandschicht bedeckt. Selbst nachdem die See
	        
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