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. Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1903.
5. Signal- und Sturmsignalstation bei Kap Flattery. Der Chef des
Wetterbureaus der Vereinigten Staaten in Washington versandte vor kurzem
ein Rundschreiben des Inhaltes, daß am 1. Dezember 1902 eine Signalstation
an der Südseite der Einfahrt zur Juan de Fuca-Straße eröffnet worden ist, die
offiziell den Namen „Tatoosh Island, Washington“ führt. Im Interesse der
Schiffahrt ist diese Station, die nach einer früheren Bekanntmachung (siehe
N. f. S. 1902 Nr. 2094) aus einem einstöckigen weißen Gebäude mit schwarzem
Dache besteht, das etwa 122m südöstlich vom Kap Flattery-Leuchtturme erbaut
wurde, auch mit allen Einrichtungen ausgerüstet, um mit Schiffen durch das
internationale Signalsystem in Verbindung treten zu können. Gleichzeitig steht
diese Station telegraphisch in Verbindung mit den Puget-Sund-Häfen und daher
mit der ganzen Erde, Die Schiffsführer werden ersucht, sobald sie innerhalb
10 Sm Entfernung von der Station passieren, ihre Nationalflagge und ihr Unter-
scheidungssignal zu zeigen, worauf sie ohne weiteres gemeldet werden. Auch
werden sonstige Mitteilungen von und an Reeder, Schiffsführer und Schiffs-
makler befördert.
Neuere Veröffentlichungen.
Wiedenfeld, Kurt, Dr., Privatdozent der Staatswissenschaften an der Universität
Berlin, „Die nordwesteuropäischen Welthäfen in ihrer Verkehrs- und
Handelsbedeutung‘. Veröffentlichungen des Instituts für Meereskunde und
des Geographischen Instituts an der Universität Berlin. Heft III. Januar 19038.
8°, VI u. 3768. Mit 6 Tafeln in Steindruck. Ernst Siegfried Mittler
& Sohn, Berlin.
Nicht eine trockene Statistik, sondern ein lebendiges Bild der Verkehrsverhältnisse und der
Handelsbedeutung der nordwesteuropäischen Welthäfen unter Berücksichtigung und Hinweis auf alle
hierbei in Betracht kommenden lokalen und allgemeineren Verhältnisse entrollt uns das vorliegende
bedeutsame Werk. Die weitgehende Hilfe, die in- und ausländische Behörden sowie zahlreiche
Interessenten dem Verfasser bei der Sammlung des Materials und Aufklärung mancher Fragen und
Gesichtspunkte gewährt haben, sichert die Grundlage der tiefen und weit ausblickenden Betrachtungen
and Folgerungen. Wir müssen uns leider hier versagen einzelne der in dem Werke niedergelegten
Gedanken aus deren großer Fülle wiederzugeben, und uns darauf beschränken die Hauptabschnitte
des Buches zu nennen. Die Einleitung behandelt die Organisation des Weltverkehrs in ihren Grand:
zügen. Der erste Teil, die Beziehungen zur Seeschiffahrt, zerfällt in die Abschnitte: Die Meereslage,
der Hafenbetrieb in Bezug auf die Uferlage, die Fahrstraße, die Hafenanlagen, die Handhabung der
Zollaufsicht und in seiner Gesamterscheinung und schließlich die Schiffahrtsorganisation mit den
Unterabschnitten: Der Schiffsbestand, die regelmäßigen Dampferverbindungen, die wichtigeren Unter-
nehmungen der Linienschiffahrt und die Schiffahrtsverbände. Der zweite Teil bespricht die Handels-
organisation und die Beziehungen zum Hinterland in zwei Abschnitten, Der zweite dieser Abschnitte,
die Beziehungen zum Hinterland, gliedert sich in die beiden weiteren Unterabteilungen: Die Ver-
kehrsgrundlagen und die Abgrenzung des Hinterlandes. Als Gesamtergebnis bilden den Schluß
folgende Betrachtungen: Die Verkehrsgrundlagen in ihrer Gesamterscheinung, die Entwickelung des
Schiffahrtverkehrs, das Stärkeverhältnis der einzelnen Verkehrsfaktoren, die Befreiung vom englischen
Umschlagverkehr, der Verkehr in seinen Hauptrichtungen.
Aus diesen nur die Hauptüberschriften enthaltenden Inhaltsangaben, dürfte sich bereits die
große Fülle und Vielseitigkeit der Darlegungen dieses Buches erkennen lassen und sich zeigen, wie
weiten Kreisen dasselbe Aufklärung und wertvolle Anregung zu geben geeignet ist, Hr.
Hahn, R., Navigationslehrer: „Das Schiffsjournal, seine Führung und Behandlung
entsprechend der neuen Seegesetzgebung‘“. 8° 179 S. und 7 Schema als
Anlagen. W. Haynel, Emden 1903,
Das Buch ist zugleich bezeichnet als 4. Auflage der in den ersten Auflagen von C. E. Kruse,
Kgl. Navigationslehrer in Emden, im gleichen Verlage herausgegebenen Anweisung zur Führung des
Schiffstagebuches, Dem Wortlaut amtlicher Verordnungen und Gesetze folgend, hat Hahn das Wort
Journal auch in den Titel des Buches gesetzt im Gegensatz zu Kruse, der an dieser Stelle das
gute deutsche Wort Tagebuch gebrauchte.
Die neue Seegesetzgebung sowohl als die neueren Seeschiffahrts- und Schiffsgeschäfts-
verhältnisse verlangten von dem Verfasser eine völlige Umarbeitung des früheren Buches, Auch
äußerlich sind Format und Stärke des Buches infolge der Verwendung größerer Typen und dickeren
Papiers sehr erheblich gegen die ersten Auflagen vergrößert.