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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Kleinere Mitteilungen, 
während von denen, die auf der Eastern-Insel wohnten, nicht einer. von dieser 
Krankheit zu leiden hatte. ; ; 
Wetter. Während der Sommermonate ist das Wetter veränderlich und 
der Wind gewöhnlich leicht von NO, SO oder SW bis ungefähr Mitte Juli, 
alsdann setzt frischer bis starker NO-Passat ein, der im Juli und August anhält, 
In den 63 Tagen — 26. Mai bis 28. Juli — in welcher Zeit die Leute. -des 
Schiffes „Iroquois“ auf der Insel waren, beobachteten sie an 6 Tagen Sturm, 
an 11 weiteren Tagen war es regnerisch und böig. Bei SW-Wind hat man 
stets niedrigen Barometerstand, Regen und Böen, jedoch regnet es auch gelegent- 
lich bei NO- und bei SO-Wind und hohem Barometerstand. NW-Wind wurde 
nur an drei oder vier Tagen und stets nur an wenigen Stunden Zeit erlebt; 
immer trat hierbei klares Wetter nach vorhergehendem anhaltenden SW-Wind 
ein. Kapitän F. D. Walker, welcher zwei Winter auf den Midway-Inseln ver- 
lebte, berichtete, dafs während der Wintermonate von Oktober bis April Stürme 
eine häufßge Erscheinung wären. Diese drehen sich von SO durch SW nach 
NW. Gelegentlich trat für ein paar Tage schönes Wetter ein, aber stets lief 
grober westlicher Seegang, und fast immer stand alsdann Brandung an der Barre. 
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Kleinere Mitteilungen. 
i. Vulkanische Aschenfälle im Nordatlantischen 0zean. Der Seewarte 
sind durch ihre Haupt- Agentur in Bremen Berichte, zugleich mit Proben 
vulkanischer Asche, über zwei Aschenfälle zugegangen, die offenbar mit den 
Ausbrüchen auf Martinique in Zusammenhang stehen. Der erste derselben 
fand über 500 Sm weit nordöstlich von dieser Insel statt; die vulkanische 
Asche ist also gegen den Passat, offenbar durch eine obere südwestliche Luft- 
strömung fortgetragen worden. ; 
a) Das deutsche Schiff „Kaiser“, auf der Reise von Bremen nach New 
Orleans begriffen, befand sich im Mai im Nordostpassat und hatte den Kurs auf 
Sombrero - Island gesetzt. Am 20. Mai, in 19° 0‘ N-Br. und 54° 11‘ W-Lg., 
zeigte sich um Sonnenuntergang ein Dunstschleier aur Himmel, der jene eigen- 
artige Färbung der Luft hervorbrachte, die als Anzeichen eines nahenden Orkans 
gilt. Ein solcher war um diese Jahreszeit völlig ausgeschlossen, und Wind 
(0SO 3—4) und Barometer zeigten auch keine Veränderungen. Der Wolken- 
schleier nahm schnell an Dichtigkeit zu und senkte sich anscheinend tiefer und 
tiefer, bis er als feiner, anhaltender Aschenregen auf das Schiff fiel, alles mit 
einer leichten Staubschicht, starrem Rauhfrost ähnlich, überziebend. Der Wind 
war während der ganzen Zeit OSO, Stärke 3. Gegen 4" nachts war die Er- 
scheinung vorbei, die Luft zeigte wieder das gewöhnliche Aussehen des Passats. 
o) Die deutsche Bark „Capella“ befand sich am 9. Juli unterwegs von Port 
of Spain nach Bremen, auf 14° 20‘ N-Br., 62° 45’ W-Lg., etwa 100 Sm westlich 
von Martinique, als bei Sonnenuntergang, bei mäfsiger Brise aus ONO, im 
Nordosten und Norden die Luft ein drohendes Aussehen annahm und Blitze sich 
zeigten. „Seit 8!/a* grofse grelle Flächenblitze, bald hoch oben, bald tiefer in 
den unteren Wolken. Kleine Segel fest, 9" Bö von '/stündiger Dauer, Stärke 6. 
Seit Mitternacht Blitzen mäfsiger. Um 1* beginnt Asche zu fallen; die Luft 
ist so sehr damit angefüllt, dafs man nicht gegen den Wind sehen kann. Die 
Leute auf Deck sehen aus wie Müllerknechte, Takelung wie beschneit. Von 
5" V ab fällt keine Asche mehr; vormittags häufige leichte Regenschauer.“ 
Von beiden Aschenfällen sind der Seewarte Proben zugegangen, die beide 
ein hellgraues sehr feines Pulver darstellen; das vom „Kaiser“ ist sichtlich 
feiner und auch etwas heller, als das von der „Capella“; unter dem Mikroskop 
ergibt sich der Durchmesser der gröbsten Körner in dem ersteren zu etwa 
1/4 mm, im letzteren zu !/s mm, doch ist auch in diesem die Hauptmasse der 
Körner unter !/so mm grofs, ; ; 
Von anderen Erscheinungen, die vielleicht. im Zusammenhang- mit den 
Vulkanausbrüchen in Westindien stehen ist aus den Schiffs-Tagebüchern aulser 
den bereits in „Ann. d. Hydr.“ 1902, S. 458 ‚erwähnten Fällen zur Zeit nur
	        
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