306 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1903.
220 m. Der Küste des westlichen Teiles der Open-Bai sind verschiedene
größere Riffe vorgelagert, doch kann die Küste in einem Abstande von 1 Sm
ohne Gefahr passiert werden,
Die Hixon-Bai bildet eine flache, nach Norden offene Bucht. Die
Küste derselben ist niedrig und steigt erst allmählich an, während sich im
Hintergrunde Vater und Sohn erheben. Die Hixon- Bai hat eine Breite von
atwa 8000 m und eine Tiefe von etwa 2400 m. Geschützte Ankerplätze gegen
alle Winde sind in derselben nicht vorhanden, doch liegt man bei Südostmonsun
dort recht gut. KEingeborene sind an der Küste selbst nicht gefunden worden,
doch scheint das Hinterland bewohnt zu sein, da Eingeborenenpfade gesehen
und auch Rauchsäulen daselbst bemerkt wurden. Mitten in der Hixon - Bai
mündet ein großer Fluß, der Lagalaga. Derselbe hat eine tiefe Einfahrt, die
mit der Dampfpinnaß bei jedem Wasserstande passiert werden konnte. Im
Flusse herrscht starke Strömung, und nach etwa 1'/sstündiger Fahrt mit der
Dampfpiunaß wurden Stromschnellen gefunden, die ein weiteres Befahren ver-
hinderten. Flußaufwärts fand sich in einiger Entfernung von der Mündung ein
Eingeborenendorf, Beim Beginn der Stromschnellen fanden sich Plätze, auf
denen Eingeborene ihre Mahlzeiten eingenommen zu haben schienen. KEin-
geborene selbst wurden aber nicht gesehen. Der Lagalaga besitzt
mehrere Nebenflüsse, deren Ufer mit Sagopalmen bestanden sind und sonst
sumpfigen Charakter zeigen.
Ungefähr 3000 m von der Mündung des Lagalaga mündet der Baandi,
der eine etwa 400 m breite, versandete Einfahrt besitzt, die jedoch dicht am
Ufer eine tiefere Rinne hat. In der Mündung des Flusses liegen mehrere Sand-
bänke, so daß nur mit Ruderbooten flußaufwärts vorgedrungen werden kann;
288 läuft sehr starker Strom. KEingeborene wurden hier nicht gefunden, auch
keine Spuren derselben. An der Mündung des Baandi sind die Ufer sumpfig,
gehen aber im Innern in festes Land über. Er besitzt eine Menge von kleineren
and größeren Nebenflüssen, die denselben Charakter zeigen wie der Hauptfluß.
Allgemeines. Das Wasser in den meisten Flüssen ist als Trinkwasser
nicht zu benutzen. Das Baden in den Flüssen und Durchwaten bezw. Durch-
schwimmen derselben ist mit großer Gefahr verbunden, da in allen Flüssen
Krokodile von bedeutender Größe gesehen und Exemplare bis zu 4m Länge
geschossen worden sind.
Die Eingeborenen in der Open- und Hixon-Bai zeigen einen scheuen,
aber friedlichen Charakter. Sie unterscheiden sich von den Eingeborenen der
Gazelle-Halbinsel in der Figur, denn sie sind größer und besser gewachsen.
Auch ihre Tracht ist eine andere, namentlich die der Haare. Während die
Eingeborenen der Gazelle-Halbinsel ihr Haar kalken, so daß es eine weißgelbe
Farbe erhält, benutzen die dortigen eine rote Tonerde, die sie in Klumpen bis
zur Größe eines Taubeneies in ihre Haäre kleben.
Ankerplätze. Gute Ankerplätze bietet die Westküste der Gazelle-
Halbinsel nur während des Südostmonsuns, mit Ausnahme des Tava-na-tangir
and des Ankerplatzes bei Rangambol, welche gegen alle Winde vorzüglichen
Schutz bieten,
Die Ankerplätze S. M. S. „Möwe“ während der Vermessungsarbeiten
sind durch eingezeichnete Anker in der Karte bezeichnet. ;
Zur Höhenberechnung.
Von Dr. H. Teere, Marine-ÖOberlehrer in Wilhelmshaven.
Unter diesem Titel veröffentlicht Herr A. Wedemeyer in Heft V des
laufenden Jahrgangs der „Ann. d. Hydr. etc.“ eine Abhandlung, die dadurch
bemerkenswert ist, daß sie eine wohl vollständige Aufzählung aller bisher für
die Berechnung der Höhe eines Gestirnes aus Breite, Deklination und Stunden-
winkel aufgestellten Formeln und eine sehr eingehende Untersuchung über die
mit Hilfe der einzelnen Formeln erreichbare Genauigkeit enthält. Danach
gestatten. folgende beiden Formeln die schärfste Rechnung: