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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Segelanweisung und Beschreibung der Westküste der Gazelle-Halbinsel etc. 305 
Vor ihm liegt ein Riff, so daß man nur mit kleinen Booten in denselben hinein 
kann. Das Land zwischen dem Sambai und Wunangamata ist flach und sandig. 
Torriu (Holmes), der größte Fluß an der Westküste der Gazelle-Halb- 
insel. -Vor der Mündung liegen verschiedene Sandbänke, und man kann daher 
nur mit flachen Booten in den Fluß hinein. Etwa 2 Sm flußaufwärts befindet 
sich ein Sägewerk der katholischen Missionsgesellschaft „Zum Herzen Jesu“. 
Die Grenze der Schiffbarkeit ist auch hier wegen zu großer Länge des Flusses 
nicht festgestellt worden. Nach Angabe der Missionare sollen sich oberhalb 
des Sägewerkes Eingeborenendörfer befinden, die aber nicht gefunden wurden. 
Der Torriu entspringt in einem Wasserfall, der in ziemlicher Entfernung von 
der Küste sichtbar ist. 
Von Molüa bis zum Eingange in den Powell-Hafen (Tava-na-tangir) bildet 
die Küste einen flachen Bogen, indem sie nach Osten umbiegt. Auf dieser 
Strecke ist sie mit Busch bestanden und hat ebenen Sandstrand. 
Tava-na-tangir (Powell-Hafen) ist ein ziemlich rundes, etwa 600 m 
im Durchmesser betragendes Becken mit gutem Ankergrund. In der nördlichen 
Ecke mündet ein gleichnamiger Fluß, welcher durch Sumpfland fließt und dessen 
Wasser nicht trinkbar ist. Die Einfahrt in den Tava-na-tangir ist schmal und 
markiert sich sehr wenig. Wenn man von Norden kommt, ist dieselbe über- 
haupt kaum zu erkennen. ; 
Durch mehrere Riffe wird zwischen dem Festlande und diesen vor dem 
Eingange in den Tava-na-tangir ein geschützter Hafen gebildet. In dieser Bucht 
liegt eine kleine Insel, die Schildkröten - Insel. Dieselbe bietet ein gutes An- 
steuerungsmark für den Powell-Hafen, da sie auf ziemliche Entfernung an ihrem 
weißen Sandstrande kenntlich ist. 
Von dem Ostufer des Einganges in den Tava-na-tangir verläuft die Küste 
etwa 4 Sm in südlicher Richtung. Die vorgelagerten Riffe hören hier auf, und 
das Riff tritt direkt an die Küste heran, um auf 4° 52’S-Br. ganz aufzuhören, 
Hier liegt eine große flache Grasebene, welche sich schon von weitem scharf 
gegen den umliegenden Busch abhebt. Diese Gegend heißt Matanakunai. 
Von hier verläuft die Küste etwa 16 000 m in südwestzuwestlicher Richtung, 
bei der Mündung des Flusses Korindindi eine kleine Bucht bildend. Auf der 
Hälfte dieser Küstenstrecke mündet der Fluß Nessai. Die Einfahrt in den- 
selben ist versandet. Eine kurze Strecke flußaufwärts fängt starke Strömung 
mit Stromschnellen an, und diese in Verbindung mit vielen -überliegenden Baum- 
stämmen setzt der Schiffbarkeit ein Hindernis entgegen. An der Mündung 
des Nessai befindet sich ein Eingeborenendorf. Flußaulwärts wurden am rechten 
Ufer Zuckerrohr- und Taroplantagen der Eingeborenen gefunden, Weitere 
Dörfer sind nicht bemerkt worden, wohl aber Pfade von Eingeborenen. Die 
Ufer sind sumpfig. Etwa 2,2 Sm südlich von Nessai mündet der Korindindi, ein 
kleiner, durch Sumpfland fließender Fluß. 
Zwischen der Huk Utukau und dem südlichsten Punkte der Open-Bai ist 
die Küste an vielen Stellen mit faustgroßen Steinen bedeckt, die vulkanischen 
Ursprunges zu sein scheinen. Auf dieser Strecke münden viele kleine Flüßchen, 
für welche Namen nicht gefunden werden konnten. , 
Die Küste biegt nun nach Nordwest um und verläuft in dieser Richtung 
etwa 7000 m, mehrere flache Buchten bildend, bis zur Huk Rangambol. Auf 
dieser Strecke findet sich au ‚verschiedenen Stellen Sumpfland mit Mangroven. 
Ankerplätze sind hier nicht vorhanden, da sich bereits in unmittelbarer Nähe 
der Küste bedeutende Tiefen befinden. Bei Rangambol befindet sich ein kleines 
Eingeborenendorf, dessen Bewohner mit den Leuten der Gazelle - Halbinsel in 
Verbindung stehen. Südlich von Rangambol befindet sich zwischen der Küste 
und den vorgelagerten Riffen ein vorzüglicher Ankerplatz bei allen Winden für 
ein Schiff in der Größe eines Kreuzers. Die Einfahrt zwischen den Riffen ist 
klar, und der Ankerplatz hat etwa.700 m im Durchmesser. 
Von Rangambol, wo das Trianguülationszeichen XX stand, verläuft die 
Küste in einem Bogen, der nach Land zu offen ist und dessen Seite etwa 
3700 m lang ist. Diese Huk bildet die Grenze zwischen der Open- und der 
Hixon-Bai. Die Küste dieser Huk ist felsig, und am nördlichsten Punkte der- 
selben fängt wieder ein Riff an von 1300 m Länge und einer Breite von etwa
	        
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