Segelanweisung und Beschreibung der Westküste der Gazelle-Halbinsel ete, 303
Buck-Insel und dem Festlande. Diese Passage bietet keinerlei Schwierigkeiten,
nur muß man sich möglichst dicht unter Buck-Insel halten, um von Packet-
Rock freizubleiben. Die gut auszumachende Deckpeilung Ramm-Head auf
St.. John-Insel und die südliche Ecke von Dog-Insel führt '/s Sm südlich frei
von Packet-Rock. Wir passierten Buck-Insel in !/4 Sm Abstand .und nahmen
kurz darauf den Lotsen eben außerhalb des Leuchtturms an Bord.
Das Lotsenboot ist ein weißes Segelboot mit der dänischen Kriegsflagge.
Wir ankerten um 9% V im Hafen von Charlotte Amalia auf 6,4 m (3,5 Faden)
in folgenden Peilungen: Frederik-Turm 39° (NO'/AN) und Kiaer-Turm 346°
NzW1/4W). ;
Anmerkung: Auf der Reise von Dominika nach St. Thomas wurden
mäßige Stromversetzungen nach W und WNW beobachtet. Während des
Aufenthalts in dem Hafen von Charlotte Amalia hatten wir den Wind aus
D-ONO (1—83). Am 27. Januar feierten wir den Geburtstag S. M. des deutschen
Kaisers. (Fortsetzung und Schluß folgt.)
Segelanweisung und Beschreibung der. Westküste der Gazelle-
Halbinsel von Kap Kaponosärere bis zum Ausgang der Hixon-Bai.©)
Bericht S. M. S. „Möwe“. Komdt. Kaptlt. Seiferling. September 1902.
Von Kap Kaponosärere verläuft die Küste in südsüdöstlicher Richtung
etwa 5300 m bis zu dem Kap Tavanamapinai, vor demselben eine flache Bucht
bildend, die als solche aber von See aus kaum kenntlich ist. Auf dieser Strecke
münden zwei kleine Flüsse, die mit Booten nicht befahrbar und deren Wasser
unbrauchbar ist. Es sind dieses nahe bei Kap Kaponosärere der Tavanasarakoko
and etwa 2300 m südlich von dessen Mündung der Ravararai. Auf dieser ganzen
Strecke ist die Küste dicht mit Mangroven bewachsen, und Riffgürtel bis zu
600 m Breite sind derselben vorgelagert, In einem Abstande von etwa 1500 m
sind mehrere große Riffe der Küste vorgelagert, zwischen denen sich eine 700 m
breite Einfahrt befindet, die auf einen geschützten Aukerplatz mit 50 m Wasser-
tiefe führt.
Von Tavanamapinai verläuft die Küste in südlicher Richtung etwa 4800 m
bis zur Huk Rarakarakau. Die erste Hälfte der Küstenstrecke hat Sandstrand
bis zur Mündung des Flusses,
Tongalienakanai. Dieser ist an der Mündung etwa 40 m breit und kann
auch mit größeren Booten befahren werden. Seine Ufer sind nicht sumpfig,
und der Grund ist steinig. Etwa 2000 m flußaufwärts finden sich Stromschnellen,
und der Fluß wird ganz seicht. KEingeborene sind an dem Flusse und in der
Umgebung nicht gefunden worden. ;
Topangathän, ganz kleiner Fluß etwa 900m südlich vom Tongalienakanai.
Von der Mündung des Tongalienakanai bis zur Huk Rarakarakau liegen
wieder breitere Riffe der Küste vor, wodurch ein Landen an derselben erschwert
wird. Im übrigen ist die ganze Küste flach und mit hohen Laubbäumen bestanden.
Bei der Huk Rarakarakau biegt die Küste scharf nach Osten um und
verläuft 2300 m in östlicher Richtung und biegt darauf wieder im rechten. Winkel
um und verläuft 2000 m in südlicher Richtung bis zu der Huk Mäthiu. In der
Mitte der ersten Strecke mündet der Fluß Tavanambuk, dessen Einfahrt ver-
sandet ist. Mit Booten kann derselbe nicht befahren werden, da große über-
liegende Bäume die Weiterfahrt versperren. ;
Mäthiu ist eine gut sichtbare Mangrovenhuk mit breitem vorgelagerten
Riffe, über welches man bei Hochwasser mit kleinen flachen Booten hinüber-
fahren kann. Von Mäthiu macht die Küste erst einen Bogen nach Osten und
verläuft dann in südsüdöstlicher Richtung bis Pondo.
Misemisagöro ist eine kleine Felseninsel, die etwa 1600 m von Mäthiu
entfernt liegt. Sie ist nicht bewohnt, wird aber von vorüberfahrenden Kin-
geborenen zum Übernachten benutzt. Etwa 3500 m südlich von der Insel
1) Beschreibung und Segelanweisung für die Nord- und Nordwestküste der Gazelle-Halb-
insel von Kap Susuna bis Kap Kaponosärere siehe „Ann. d. Hydr. etc,“ 1902, S. 449 u. ff.