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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1903. 
Prince Rupert-Bai. 
Wind und Wetterverhältnisse. Während unserer diesjährigen Liege- 
zeit machten wir wiederum die Beobachtung, daß während des Voll- und Neu- 
mondes die Witterung sehr unbeständig ist. Die leichte östliche Brise wurde 
durch schwere Böen und Regenschauer unterbrochen. Die Witterung während 
unserer Liegezeit war im allgemeinen ungünstiger als während unseres letzten 
Hierseins, was nach Aussage der Einwohner ınit den Ausbrüchen des Mont 
Pelge zusammenhängen soll. Auf einer Kakaopflanzung in der Nähe der Bucht 
haben sich beim Ausbruch des Mont Pelde zwei kleine, mehrere Fuß hohe, 
sehr tätige Krater, die Schwefeldämpfe ausstoßen, gebildet. Erdstöße waren 
während unserer Liegezeit sehr häufig; an einigen Tagen fanden 10 bis 12 Stöße 
von mehreren Sekunden Dauer statt. 
Ansteuerung der Prince Rupert-Bai. Für die Ansteuerung der Prince 
Rupert-Bai ist die Passage zwischen Martinique und Dominica für luvwärts be- 
stimmte Schiffe die bei weitem bessere und bequemere, was hauptsächlich zur 
Zeit der Syzygien zutrifft. Im vergangenen Jahre passierte die „Großherzogin 
Elisabeth“ die letztere Passage ohne Schwierigkeit von Westen nach Osten, 
während in der damals von uns von Osten nach Westen durchsegelten Straße 
zwischen Dominica und Guadeloupe steife östliche Brise mit heftigen Regen- 
böen und grober See herrschte. 
Bei steifer östlicher Brise braucht man beim Einkreuzen in die Bucht 
sich nicht zu ängstlich in der Mitte des Fahrwassers zu halten, da in diesem 
Falle der Wind bis dicht unter Land stetig ist. Bei leichter Brise muß man 
sich aber unbedingt in der Mitte des Fahrwassers halten. 
Auf der südlichen Seite der Prince Rupert - Bai findet man eher Anker- 
grund als auf der nördlichen, doch ist bei nicht scharf ausgesprochenem Winde 
auf der Südseite meist Stille. Das Inseegehen ist mit keinerlei Schwierigkeit 
verbunden. Man muß sich nur der Stromverhältnisse wegen hüten, zu dicht 
unter Prince Rupert-Bluff zu passieren. 
Am 9. Januar 5° V hatten wir eine Flutwelle, in der das Schiff heftig 
stampfte. Dieselbe verursachte am Ufer starke Brandung. Zu gleicher Zeit 
wurden an Land zwei heftige Erdstöße verspürt. An diesem Tage drehte der 
Wind mit Stärke 1 durch S, W, N und O, um schließlich wieder auf SO zu 
gehen. Dies war während unserer Liegezeit das einzige Mal, daß der Wind 
aus dem westlichen Halbkreise kam. Das Klima ist nur während der heißen 
Monate ungesund. 
Portsmouth (Dominica). 
Der Küstendampfer „Yare“ der Royal Mail Steam Packet Company läuft 
dreimal wöchentlich an. Mit Roseau besteht telephonische Verbindung. Tele- 
gramme ins Ausland werden nach Roseau telephoniert. Eis ist von Roseau 
zu erhalten. Es befindet sich ein Zimmermann am Orte, welcher Reparaturen 
an Spieren und Rundhölzern ausführen kann. Das Wasser des etwa !/2 Sm 
züdlicheren Picard-River ist dem des Indian-River vorzuziehen. Trinkwasser 
kann auch von einer Leitung an der Landungsbrücke mit Erlaubnis der Orts- 
behörde in den Schiffsbooten geholt werden. 
Von Dominika nach St. Thomas. 
Wir verließen Prince Rupert-Bai am 19. Januar um 11* V. bei ONO 
3—5. Der Wind blieb bis St. Thomas ONO (4—5). Man darf sich nicht zu 
dicht unter Lee von Guadeloupe halten, da hier, wie in Lee der meisten west- 
indischen Inseln, meist Stille, unbeständige Winde oder böiges Wetter an- 
getroffen werden. 
Zwischen Saba-Bank und St. Thomas steigerte sich die Windstärke auf 
6 und 7. Wir versuchten die Saba-Bank anzuloten, bekamen aber ebenso 
wie im vergangenen Jahr keinen Grund, da wir zu westlich versetzt waren. 
Am 21. Januar 2* 30=in V hatten wir Santa Cruz an B-B. in einem Abstand 
von etwa 12 Sm. Das Land war bei Nacht gut auszumachen. Wir segelten 
mit kleinen Segeln weiter, um nicht vor Tagesanbruch vor die Einfahrt des 
Hafens von Charlotte Amalia zu kommen. Um 7* 45m» V hatten wir French- 
man Cap-Insel querab an B-B. in 400 m Entfernung. Wir passierten zwischen
	        
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