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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Hoeck, A.: Winterreise des deutschen Schulschiffes „Großherzogin Elisabeth“ ete. 
Beim Einsegeln in den Hafen von Bahia ist es ratsam, möglichst Segel 
zu pressen, um durch die Stille oder umlaufenden Winde, die. sich bei dem Fort 
Sta Maria vorfinden, hindurchzuschießen. Nur auf diese Weise gelang es der 
„Großherzogin Elisabeth“ den oben erwähnten Ankerplatz zu erreichen. Ob 
Dei dem Fort Sta Maria Stille herrscht, kann man schon von weitem an dem 
Aussehen der Wasseroberfläche daselbst beurteilen. Die rote Süd- und die 
schwarz und weiß vertikal gestreifte Westtonne der San Antonio - Bank lagen 
nicht aus. Da die Zeichnung der Tonnen erst aus der Nähe ausgemacht werden 
kann, so ist es ratsam, die San Antonio-Bank in gutem Abstande zu passieren. 
Erst als sich die „Großherzogin Elisabeth“ bereits auf der San Antonio - Bank 
befand (was man, abgesehen von den Lotungen, an dem milchig verfärbien 
Wasser sehen konnte), konnte man erkennen, daß die Tonne, welche wir an- 
zteuerten, rot und weiß: vertikal gezeichnet, also die Osttonne war, während 
von den anderen Tonnen nichts zu sehen war. Hierdurch erklärte sich auch der 
scheinbare Fehler der Kompaßpeilungen. Wir hielten deshalb sofort ab und 
steuerten in die Deckpeilung — Mont Serrat Point — Fort Sta Maria — ein, in 
welcher wir aber Mont Serrat frei vom Fort hielten. 
Die in der englischen Admiralitätskarte Nr. 540 angegebene Deckpeilung 
— Morro Conceicao — Morro San Amavo — ist wegen der verschiedenen in der 
Nähe liegenden beinahe gleich hohen Hügel sehr schwer auszumachen. Über- 
haupt ist diese Karte meiner Ansicht nach zur Ansteuerung nicht besonders 
geeignet, da es unmöglich ist, den Schiffsort durch Kreuzpeilungen festzulegen, 
bevor man sich bei San Antonio befindet. Eine Erweiterung der Karte sowohl 
in östlicher als auch in südlicher Richtung wäre deshalb sehr wünschenswert. 
Bahia. Der Lotse kommt bei dem Santa Maria-Leuchtturm längsseit. 
Der Ankerplatz war gut. Der Verkehr wurde mit den Schiffsbooten aufrecht 
erhalten. Während der Liegezeit hatten wir regelmäßige Land- und Seebrise; 
erstere aus N—-NNW setzte nach Mitternacht ein und hielt sich bis gegen 
Mittag. Die Seebrise war meist 0SO. N 
Da sich der Hafen von Bahia unter dem magnetischen Aquator befindet, 
so kompensierte ich hier die Kompasse, um die genauen Werte des Koeffizienten B 
zu erbalten und um dadurch späterhin in höheren Breiten den Einfluß des 
vertikalen Eisens feststellen zu können, 
Stromversetzungen auf der Reise von Rio de Janeiro nach Bahia. 
299 
Wind 
Von 
Bis 
Strom- ı in 'durchschnittl. 
versetzungen Wassertemp. 
IW. °C 
m 
NO 9 
NO 7 
NO 5 
NO 4—5 
ONO—NOzN 4—6 
ONO 5 
ONO—OzN 4 
ONO 5 
ONO 4—5 
ONO 4 
OzN 4—2 
D-—N0z0 2—4 
ONO 5 
14h 23,0 
94h 25,5 
“gb 24,0 
94h 23—24 
„gb 22 
74b 23 
74b 22,5 
74h 22,5—23,5 
4b 23—24 
24h 25 
ah 25 
24,7 24h 25 
28,524] 25 u. 26 
Von Bahia nach Trinidad (Port of Spain). 
Wir verließen Bahia am 29. November 6° N bei Ostnordostwind, Stärke 5. 
Wir steuerten zuerst gut südlich, um von der San Antonio-Bank freizukommen. 
Nach dem Passieren derselben wurde an den Wind gegangen. Der Wind hielt 
sich zwischen NO und O bis 4° S-Br. 35° 30‘ W-Lg. mit Stärke 3—6. Wir 
waren deshalb gezwungen bis 10° S-Br. 32° W-Lg. aufzukreuzen, von wo aus 
wir zwischen den Rocas und dem Festlande hindurchliegen und dann wieder 
Kurs steuern konnten. 
Von 4° S-Br. und 35° 30‘ W-Lg. bis nach 2° 30‘ N-Br. und 44° 30‘ W-Lg. 
war der Wind zwischen SO und O0 (4—%6). und dann. bis nach 8° 30‘ N-Br. und
	        
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