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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

298 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1903, 
wir bei den Inseln bei. Am nächsten Vormittag (6. November) segelten wir 
in den Hafen von Rio de Janeiro ein und ankerten in folgenden Peilungen: 
Ilha fiscale (Rat-Insel) 318° (NW’'/AN) und Fort de Villegagnon 197° (SzW1!/W). 
Die Aufmerksamkeit der Leute auf der Signalstation bei Kap Frio ließ 
viel zu wünschen übrig. Für Segelschiffe ist diese Station nicht günstig gelegen. 
Für den letzten Teil der Reise sowie auch für die fernere Navigation 
an der brasilianischen Küste wurde das Segelhandbuch der Ostküste Südamerikas, 
das von der Deutschen Seewarte herausgegeben ist, benutzt; es erwies sich als 
sehr gut und brauchbar. 
Stromversetzungen!) auf der Reise von Madeira nach Rio de Janeiro, 
Strom- in |durchschnittl. 
versetzungen | Wassertemp, 
rw. Std. ° CC. 
DSO—SSW(1—5) 3° N, 26° 30' W 
S 3—4 7°80' N, 25° W 
5SW 3—1—5 8°30‘ N, 20° W 
SSW 4—3 4°30' N, 24° 30 W 
S 4—5 4° N. 23° W 
S—8S0 4 3° ° 25° W 
SzO 5—6 19300 07° W 
SSO—SO 6—7 0°30 29° W 
30—0S0 86—8 3°30' 30° W 
SO 6—8 79° 31°W 
0S0O 6 11° 32°30 W 
0S0—0NO 6—4 | 14° 30‘ 34° 30‘ W 
NO 3 17° 36° W 
ONO 1-—3 18° , 87° W 
N-—-NNO 3—8 [19 30° 2, 38° W 
NNO—NW 8—1'21°30' S, 40° W 
7930'N, 25° W 
5° 30‘ N, 26° W 
4° 30' N, 24° 30‘ W 
4° N, 23° W 
3° N, 25° W 
1° 30‘ N, 27° W 
9° 30 S, 29° W 
3° 30: S, 30° W 
7° S, 31° W 
11° S, 32° 30 W 
14° 30: S, 34° 30' W 
17° S, 36° W 
18° 8, 37° W 
19° 30‘ S, 38° W 
21° 30: S, 40° W 
229 80' 8. 41° W 
DS05/40 
SO1/4S 
SO0zO 
ONO1/40 
WSWS/4W 
W5/S 
WzS 
WzN 
W348 
Ss 
SzW 
SW1/4S 
SW1/5 
SSW3/aW 
SWzS 
Sz0140 
“mn 
35 
17 
70 
99 
23 
7 
26 
7 
22 
48 
13,5 
12,3 
48h 
24h 
72h 
24h 
24b 
24b 
24h 
24b 
24h 
24h 
34h 
74h 
4b 
. 
24: 
»4h 
25,5 
26,5 
271—23 
23—24 
25,9 
25,5 
25,0 
24,5 
24,0 
25,0 
24,5 
24.5 
25,0 
25,0 
24,0 
230 
Von Rio de Janeiro nach Bahia. 
Wir verließen Rio am 8. November um 8* V bei leichter Nordnordwest- 
brise und segelten durch die Passage zwischen Raza und Redonda. 
Außerhalb Redonda ging der Wind auf OzS (3). Innerhalb Raza setzte 
starker westlicher Strom, der bei der Ansteuerung der Passage in Betracht ge- 
zogen werden muß. Wir passierten Raza - Insel - Leuchtturm um 11* V in 135° 
(SO) 1,5 Sm Abstand. Im Laufe des Nachmittags ging der Wind auf O und 
NO, nahm rasch zu und wehte schließlich mit Stärke 9 und 10 mit sehr 
schweren Böen; gleichzeitig kam eine hohe wilde See auf. Wir waren gezwungen, 
unter _Sturmsegeln beizuliegen und zur Beruhigung der See Öl zu gebrauchen. 
Der Ölsack wurde im B-B.-Fockwant ausgehängt und dämpfte die Brechseen 
merklich. Am Mittag des 10. November flaute der Nordostwind bis Stärke 7 ab, 
so daß wir anfingen etwas Fahrt zu machen. Wir lagen nun mit B-B.-Halsen 
bis nach 27° 29 S-Br. 32° 31‘ W-Lg., ohne eine Anderung im Wetter wahrzu- 
nehmen. Da wir hier noch immer nicht den Südostpassat antrafen, so wurde 
gehalst, um nach Bahia aufzukreuzen, in der Annahme, den Passat weiter nörd- 
lich eher zu erhalten. 
Auf der nun folgenden Strecke bis Bahia wurde die Beobachtung gemacht, 
daß der Wind abends östlicher und morgens nördlicher ging. Danach wurden 
die Schläge möglichst eingerichtet. Die Abrolhos-Inseln wurden in 80 Sm Ab- 
stand passiert. Wir erreichten Bahia am 23. November um 1*N und ankerten 
dort in folgenden Peilungen: Fort San Marcello do Mar 79° (OzN) und Fort 
Santa Maria 103° (SSW) auf 12 m (7 Faden) Wasser. 
Anmerkung. Es wäre zu dieser Jahreszeit wohl besser, um den Süd- 
ostpassat eher anzutreffen, noch mehr Ost gutzumachen. Mit Hilfe des Passats 
würde man dann den Kurs auf einen Punkt nördlich von Bahia setzen müssen, 
um später die unter der Küste auftretenden Winde aus nordöstlicher Richtung 
voll ausnutzen zu können. 
‘) Sämtliche Stromversetzungen sind rechtweisend angegeben.
	        
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