Versetzungen auf den vereinbarten Dampferwegen zwischen dem Englischen Kanal etc. 291
von 40° W-Lg. die großen Versetzungen von 20 und mehr Seemeilen im Etmal
dreimal so häufig sind als auf der östlichen Hälfte des Weges, und daß im
Westen von 40° W-Lg.‘ nur bei etwa '/e aller Beobachtungen kleine Ver-
zetzungen von unter 6 Sm stattgefunden haben, während östlich von 40° W-Lg.
auf diese kleinen Versetzungen, die kaum noch als Stromversetzungen an-
gesehen werden können, schon */s aller Beobachtungen entfällt. Die Zahlen,
welche wir hier im Auge haben, sind die nachstehenden:
Von allen Versetzungen erreichten im Etmal eine Größe von
Südlicher Dampferwer
Östliche Ozeanhälfte , . . . . |
Westliche Ozeanhälfte . 2.
unter 6 Sm | 6—14 Sm | 15—19 Sm |20 Sm und mehr
0% 9% 9% 9%
32 50 u 7
17 50 15 18
Zwischen 40° und 50° W-Lg. der südlichen Wege erreichen noch 20%
aller Versetzungen (ein volles Fünftel) den Betrag von: 20 Sm und darüber;
zwischen 30° und 40° W-Lg. sind es nur noch 6°, die 20 Sm oder mehr be-
tragen. Die Geschwindigkeitsabnahme der Strömung ist also in der Nähe vom
40. Längengrade eine sehr erhebliche; hier ist offenbar die Gegend erreicht,
wo die bisher in gewissem Sinne noch mit immanenter Kraft begabte Golf-
strömung sich totgelaufen hat; hier ist es mit der Herrlichkeit des Golfstromes,
praktisch genommen, zu Ende, und es treten an ihre Stelle reine Windtriften
von wechselnder Richtung und von geringer Stärke.
Wichtig ist es, zu beachten, daß auf den nördlichen Dampferwegen diese
Scheidegrenze erst mit ungefähr 30° W-Lg. erreicht wird; dies stimmt auch
vorzüglich mit dem neuen Ergebnisse hinsichtlich der Stromrichtung, welches
oben schon hervorgehoben wurde, überein.
Der Nordost-Strom (Golfstrom) stößt im Osten. von der Vlämischen Kappe
zwischen 30° und 40° W-Lg. noch einmal energisch vor, und demgemäß sind
in dieser Zone auch die großen 15 Sm erreichenden Versetzungen noch so
häufig, daß sie etwa 20% aller Versetzungen ausmachen; erst östlich von
30° W-Lg. tritt hier die starke Geschwindigkeitsverminderung ein, welche für
die südlichen Dampferwege schon von 40° W-Lg. an im allgemeinen Platz
greift. Aus allem, aus der Textfigur Seite 289 und aus Tabelle VI darf man
also mit ziemlicher Sicherheit entnehmen, daß eine allmähliche Verlagerung des
stärksten Stromstriches der vorwiegenden Nordost-Bewegungen von Süden nach
Norden über der Mitte des Ozeans erfolgt, so zwar, daß von 40° W-Lg. an die
Achse der Golfstromtrift — soweit davon die Rede sein darf — nördlich von
46° N-Br. liegt, während sie westlich von: 40° W-Lg. zweifellos unter etwa
40° bis 43° N-Br. zu suchen ist. Diese Verschiebung ist demnach recht be-
deutend. Soviel über die Häufigkeit der verschiedenen Abstufungen der
einzelnen Versetzungsgrößen.
Den Schluß bilde ein Hinweis auf die geographische Verteilung der
mittleren Stromgeschwindigkeiten, welche in Tabelle V, Reihe 1, in
Zahlen gegeben, auch auf Tafel 13 durch die Größe der Kreise unter den Strom-
richtungssternen augenfällig dargestellt ist; wir nehmen dabei das Mittel aus
den mittleren Geschwindigkeiten aller Himmelsrichtungen zusammen.
Auch diese Zahlen bringen eine weitere Bestätigung schon oben ab-
geleiteter Ergebnisse. Es zeigt sich auf den südlichen Wegen vor allem der
gewaltige Unterschied in der mittleren Stromstärke westlich und östlich von
40° W-Leg., eine Abnahme von 13,2 Sm in 50° bis 40° W-Lg. auf nur 8,9 Sm-in
40° bis 30° W-Lg.; es zeigt sich, daß das Generalmittel der Versetzungsgrößen
in der westlichen Hälfte des Ozeans LE SEE 12,98m beträgt, während
in der östlichen Hälfte nur 3ER E90 = rund 9 Sm Versetzung pro Etmal
erreicht wird.
Es wird ferner der als etwas Neues besonders hervorgehobene Umstand
wiederum klargelegt, daß auf den nördlichen Wegen die Scheidegrenze von