Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1903
breit und ungefähr 0,5 m hoch war. Dieses Inselchen ist veränderlich in Form
und Lage. Im Jahre 1887 befanden sich dort zwei Inselchen,
Ungefähr 550 m südöstlich von dem NW-Ende des Kkreisförmigen
Riffes befindet sich ebenfalls ein kleines Sandinselchen, das im Jahre 1900
15 m lang, 6 m breit und 0,3 m hoch war.
Dieses Inselchen ändert sich häufig in Form wie in Lage: zuweilen ist
es einige Fufs hoch, wiederum verschwindet es beinahe gänzlich.
North Breakers und Middle Ground. Die N-Seite der Einfahrt zu dem
Welles-Hafen wird durch beständige Brandung, North Breakers genannt, kenntlich,
die auf einem bei Niedrigwasser sichtbaren Riff entsteht. Eine halbe Seemeile
nördlich von diesem Riff befindet sich der Middle Grund, auf welchem die See
gewöhnlich auch brandet, Halbwegs zwischen diesen beiden Untiefen befindet
sich noch eine flache Stelle, auf der die See gelegentlich brandet.
Die Lagune. Nördlich und nordöstlich von der Sand-Insel, in der Mitte
des ringförmigen Atolls, befindet sich eine mit dunkelblauem Wasser gefüllte
Lagune, die 5,5 bis 22 m tief ist. In ihr gibt es viele Korallenhümpel, auf
denen die Wassertiefe 1,8 bis 5,5 m beträgt. Für Schiffe von einiger Gröfse
giebt es keine Einfahrt zur Lagune, weder von aufsen noch von Welles Harbour,
Welles Harbour. Dieser Hafen bietet Schiffen bis zu 5,5 m Tiefgang
bei jedem nicht aulsergewöhnlichen Wetter sichere Ankerplätze. Er ist an der
W-Seite offen, und die Einfahrt, die zwischen dem Southriffe und der North-
brandung liegt, erscheint breit und sicher. Innerhalb des Riffes wird die Ein-
fahrt jedoch durch eine sehr gefährliche Barre gekreuzt, auf der an manchen
Stellen nur 3,7 bis 5,3 m Wasser steht. Schiffe mit gröfserem Tiefgang als
5,0 m sollten es nicht versuchen, diese Barre zu passieren, und Schiffe von 5,2 m
Tiefgang sollten diesen Versuch nur bei Hochwasser wagen. Das tiefste Fahr-
wasser befindet sich gut auf der S-Seite der Einfahrt, ungefähr 366 m vom
Southriffe; es ist zwischen den beiderseitigen 5,2 m-Stellen nicht breiter wie
23m. Mit 6,1 m Tiefgang mag ein Schiff mit grofser Vorsicht durch dieses
Fahrwasser einlaufen. Die ganze Barre besteht aus Steinmassen und Felsen mit
dazwischenliegenden Sandstreifen; kein Schiff von mehr als 46 m Tiefgang,
das zum erstenmale hier ist, sollte die Barre zu passieren versuchen, ohne
vorher ein Boot zum Loten voraus zu schicken.
Aufserhalb der Barre findet man bei gutem Wetter zwischen dem South-
riffe und der Northbrandung in 8 bis 9m Wassertiefe gute Ankerplätze. Man
mufs sich dazu eine Stelle mit Sandgrund aussuchen. In der Nähe der Insel
kann man überall bis zu 18 m Tiefe den Grund klar sehen.
Aufserhalb der Hafeneinfahrt ist gleichfalls eine, aber nur schwach her-
vortretende Barre; sie ist felsig mit schmalem Sandstreifen dazwischen und mit
6 bis 8 m Wassertiefe.
Auf den Barren steht bei westlichen und südwestlichen Winden Brandung.
Ansteuerung. Um in den Hafen einzulaufen, bringe man den Hügel in
104° (080*%40) - Peilung in Linie mit der rechten Ecke von fünf beieinander
liegenden Sanddünen, die in dieser Richtung wie ein Haufen erscheinen, und
ateuere in dieser Leitmarke ein. Nach dem Passieren der inneren Barre führt
diese Leitmarke in einem 60m breiten und 9,1 m tiefen Fahrwasser entlang
zwischen zwei Korallenuntiefen hindurch.
Um nun den besten Ankerplatz zu erreichen, biegt man nach dem
Passieren dieser beiden Korallenhümpel nach rechts, um eine einzeln liegende
Korallenstelle an B-B. zu lassen, die nördöstlich von einer sichelförmigen
Korallenstelle liegt. Dieser Kurs führt in das hellblaue Wasser westlich von
dem Steert der ersten Sandbarre; der Hügel wird bei diesem Kurse rechts von
den oben genannten fünf Sanddünen frei kommen. Wenn der Hügel gerade
nach links von der nächsten südlich davon liegenden Düne frei peilt, drehe
man nach links und steuere mit 100° (074S)- Kurs auf den Hügel zu. Hine
grofse Korallenuntiefe, auf der die Wassertiefe nur 4,9 m beträgt, und die sich
61m südwärts erstreckt, passiert man, indem man sie an B-B. läfst; die vier
320 bis 500 m weiter voraus liegenden kleinen Korallenhümpel läfst man an
St-B.-Seite,
Beim Passieren dieser Korallenuntiefen läflst man das Schiff ein wenig
nach B-B. scheren, so dafls die unregelmäßig geformte Korallenstelle, die das