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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1903. 
7. Dampferwege zwischen New York und Brasilien.) (Nach „Notice to 
Mariners“ Nr. 440, Washington, 7. März 1903 ) 
Kapt. Fraser, Führer des Dampfers „Horrox“, hat dem Hydrographischen 
Amte in Washington die folgenden Angaben über die Wege, die er zwischen 
New York und Rio Grande do Sul eingeschlagen hat, über Strömungen und 
über die Wassertiefen auf der Barre von Rio Grande do Sul gemacht. 
Ausreisen. Vom „Scotland“ - Feuerschiffe steuere man im größten 
Kreise nach 0° Br. und 37° W-Lg., wobei man etwa 60 Sm östlich von Bermuda 
entlang läuft. Nachdem man quer durch den Golfstrom gekommen ist, merkt 
man bis nach 10° N-Br. sehr wenig oder gar keinen Strom, dort fand man 
jedoch 10 bis 20 Sm östliche Versetzung im Etmal. Von 5° N-Br. an 
wurde man durch den Aquatorialstrom 10 bis 20 Sm im Etmal nach Westen versetzt. 
Vom Aquator steuere man nach 5° S-Br. und 34° 20‘ W-Lg. und von 
da nach einem Punkte 30 Sm östlich von Pedras-Huk. Bei der Annäherung 
an das Land sei man vorsichtig, da es niedrig ist und der Strom stets westlich setzt. 
Von Pedras-Huk steuere man an der Grenze der Feuerkreise von Olinda- 
Spitze und Kap Ste Agostinho entlang nach einem Punkte 25 Sm östlich von 
den Abrolhos. Bei östlichem oder nordöstlichem Winde gebe man für west- 
liche Versetzung !/4 Strich zu. 
Von den Abrolhos steuere man nach einem Punkte 25 Sm östlich von 
Kap St. Thom&; es in Sicht zu laufen, wird für gefährlich erachtet. 
Von da steuere man Kap Frio an, wo ein vorzügliches Feuer brennt 
oder am Tage das unter Wasser steil abfallende Land gut auszumachen ist. 
Zwischen Kap St Thome6 und Kap Frio wird man bei östlichem oder 
nordöstlichem Winde vom Lande ab, bei südlichen Winden nach dem Lande 
zu versetzt. 
Von Kap Frio steuere man auf dem Wege nach Rio Grande do Sul Kap 
Sta Martha Grande an, das man in etwa 10 Sm Abstand passiert. Gefahr ist 
dort nicht, denn das Land fällt unter Wasser steil ab und ist auch gut befeuert.?) 
Bei südlichen Winden wird man zwischen Kap Frio und Rio Grande 
stets nach dem Lande zu, bei nordöstlichem Winde stets nach Süden versetzt. 
Rio Grande do Sul ist für Schiffe, die über 3 oder 3,4 m tief gehen, kein 
guter Hafen. Wenn auch bei südlichen Winden zuweilen 5,5 m Wasser auf der 
Barre ist, so ist es doch nicht ratsam, mit mehr als 46 bis 4,9m Tief- 
gang dorthin zu geheu, da man sonst leicht tagelang draußen ankern muß, um 
genügend hohes Wasser zum Überschreiten der Barre abzuwarten. 
Die Barre besteht aus hartem Sande und verlagert sich beständig, die 
Tiefen darauf werden von einem Turme signalisiert. Sobald ein hoher Wasser- 
stand erwartet wird, loten sie die Lotsen stets aus und signalisieren alle 
Änderungen nach dem Turme. 
Der beste Ankerplatz ist zwischen der Glockentonne und der Außen- 
tonne vor dem Südwest-Fahrwasser in 9,1 m Wasser, 
Im Hafen von Rio Grande do Sul ist nur 4m Wasser; Schiffe mit 
größerem Tiefgange löschen deswegen unterhalb San Jose. 
Rückreisen. Auf der Rückreise steuere man von Rio Grande do Sul 
wieder Kap Sta Martha Grande an, etwa 10 Sm östlich davon entlanglaufend 
steuere man dann nach Kap Frio, wobei die vorher bezeichneten Versetzungen 
zu berücksichtigen sind. Dann nehme man Kurse auf, die 25 Sm frei von Kap 
St Thome und von den Abrolhos führen. 
Von den Abrolhos steuere man so, daß man 10 Sm östlich von Kap 
Sto Agostinho und von Pedras-Huk bleibt, steuere von da rw. 360° (N) nach 
5° S-Br. und 34° 40‘ W-L., ‚von da nach 5° 30’ N-Br. und 50° 0’ W-Lg., um 
möglichst viel Vorteil vom Äquatorialstrome zu haben. und von dort endlich 
nach Sta Luzia oder Barbados. 
Der Aquatorialstrom setzt fast genau im Sinne der gesteuerten Kurse. 
Von Sta Luzia bis New York hat man wenig oder gar keine Ver- 
setzung, bis man in den Golfstrom kommt, dann muß man aber '/4 Strich 
westlicher wie man gut machen will steuern. 
1) Siehe auch „Ann. d. Hydr. etc.“ 1902 Seite 589 und die Angaben des „Handbuches der 
Ostküste Südamerikas“, herausgeg. v. d. Deutschen Seewarte. 
%) Vgl. „Handb. d. Ostküste Südamerikas“ S. 372, Vorsicht wegen der starken Strömungen.
	        
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