256 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1903.
täglichen Ganges, indem man die Differenz der Gänge bildet, welche während
zweier zur Mitte der Untersuchungszeit symmetrisch gelegener Dekaden beob-
achtet worden sind, und alsdann diese Differenz durch die Anzahl der zwischen
der Mitte beider Dekaden liegenden Tage dividiert. Nachdem man in dieser Weise
die tägliche Acceleration aus den beiden äußersten Dekadenpaaren der Prüfung
berechnet hat, ist der Mittelwert beider Bestimmungen gleich C zu setzen.
Innerhalb der einzelnen Klassen werden die Chronometer nach dem Wert
der Summe A +2B +C geordnet, wobei die Vorzeichen der Summanden nicht
zu berücksichtigen sind.“
Aus der vorstehenden tabellarischen Übersicht ergibt sich, daß sich die
konkurrierenden Chronometer prozentisch in folgender Weise auf die einzelnen
Klassen verteilen:
Klasse I IH IH IV
27° 39% 20% 11% 3%
Unmittelbar nach Schluß der Prüfung wurden die Chronometer wie in
den früheren Jahren durch die an der Prüfung beteiligten Chronometermacher
E. Bröcking in Hamburg, A. Kittel in Altona und A. Meier (in Firma
Th. Knoblich) in Hamburg im Beisein des Direktionsmitgliedes der Seewarte
und der Beamten der Abteilung IV einer Untersuchung auf ihren gegen-
wärtigen Zustand unterzogen. Es wurden weder an den Unruhen noch an den
Spiralen der Chronometer Rostspuren gefunden, deren Entstehung auf die Zeit oder
auf den Modus der Prüfung zurückgeführt werden konnte. Bei einigen Instrumenten
zeigte sich eine geringe Farbenveränderung des Öls am Sekundenradzapfen, und
zwar war statt der rein gelben Farbe bei einigen Uhren ein Stich ins Bräunliche,
bei anderen ein Stich ins Grünliche bemerkbar. Derartige Farbenveränderungen
pflegen, wie die Sachverständigen ausdrücklich betonen, auch unter normalen
Verhältnissen im Laufe der Zeit stets einzutreten.
Um das Gesamtergebnis der soeben beendigten Prüfung beurteilen und
mit den Leistungen während früherer Jahre vergleichen zu können, ist in der
folgenden Übersicht die prozentische Verteilung der Chronometer auf die
einzelnen Klassen gegeben.
X
4
a9,
25.
96.
Klasse
. Konkurrenz-Prüfung
38%
4
Ät
ra
"4
31
97
‘1
1
y
40
5%
„
4
‚O0
-
4%
X
1
nr
54 20 5 +
32 22 20 2
28 19 20 2
39 20 11 3
35
zo
353
333
345
409
361
388
334
403
380
380
427
405
396
356
366
2378
Zu der vorstehenden Zusammenstellung ist zu bemerken, daß bei der Ver-
teilung der Chronometer auf die einzelnen Klassen überall diejenigen Beurteilungs-
normen zu grunde gelegt wurden, welche seit der 22. Konkurrenz-Prüfung ein-
geführt worden sind. Die Zahlen der am Schlusse angegebenen Kolumne % sind
aus der Gleichung
3 = 5öp,-+4p:.-+3Ps +2P4 + Ps
hervorgegangen, wo p, bis ps die vorangehenden Prozentzahlen bezeichnen.
Demnach stellt die Zahl 3 in gewisser Hinsicht eine Relativzahl für die Gesamt-
leistung während jeder einzelnen Prüfung dar. Es liegt natürlich, wie bei jeder
Klassifizierung, eine gewisse Willkür in einer solchen Beurteilung.
1) Der Kürze wegen sind, wie in den früheren Fällen, diejenigen Chronometer als zur Klasse V
gehörig bezeichnet worden, welche die für die Klasse IV festgesetzten Maximalwerte der charak-
‚eristischen Zahlen überschritten haben.