Zur Küstenkunde Haitis,
Zur Küstenkunde Haitis,
Puerto Plata.
(Nach „Notice to Mariners“ No. 1699, Washington 1902; als Ergänzung zu „Der Pilote“ Heft 6.)
Ansteuerung. Schiffe, die von San Juan de Porto Rico nach Puerto
Plata bestimmt sind, tun gut, wenn sie San Juan verlassen, zuerst‘ 1'% bis
2 Sm 357° (N'/AAW) zu steuern, ehe sie ihren Kurs westwärts richten. Von
hier aus führt ein 293° (WNW)-Kurs in etwa 13 Sm Abstand an Kap Samana,
dessen steile abschüssige Küstenabhänge selbst bei Nacht, wenn klar, auf
ziemliche Entfernung zu sehen sind, und in 5 bis 6 Sm Abstand an Kap Frances
Viejo, dem nordöstlichsten Vorsprung von Haiti, vorbei. Vom Kap Frances
Viejo ab steuere man 280° (W’/eN), bis man Puerto Plata in Sicht bekommt.
Einsteunerung. Die Einfahrt nach dem Hafen ist durch Riffe eingeengt,
die bei der Einsteuerung die besten Führer sind, da die See heständig darauf
brandet. ‘ Will man, von See kommend, nach dem Hafen, so bringe man den
Leuchtturm mit der Westkante des Isabella de Torres-Gipfel in eins und
steuere auf dieser Deckpeilung ein, bis man sich der Einfahrt zur Bucht auf
1 Sn genähert hat. Von hier aus halte man Fahrwassermitte und steuere mit
215° (SW'/S) zwischen den Riffen hindurch, wobei man die rote Kugeltonne,
die an der O-Kante des W-Riffes liegt, an St-B., die schwarze spitze Tonne,
die dicht bei der Lalla-Klippe vor dem westlichen Teile des O-Riffes Hegt,
an B-B. läfst. Man laufe jedoch weder beim Ein- noch beim Aussteuern zu
dicht an die Lalla- Tonne hinan, da deren Lage unbestimmt ist und ziemlich
nahe an der Klippe, auf der 4,6 m Wasser stehen soll, zu sein scheint. Eine
rote spitze Tonne mit C. T. als Toppzeichen liegt 300 m 45° (NO) von der
Lalla-Tonne zur Bezeichnung der Lage des Telegraphenkabels. Beim Einsteuern
behalte man die Tonne an B-B. Auf die richtige Lage der Tonnen kann man
sich nicht verlassen.
Ankerplatz liegt auf 12 m Wasser dwars ab von der O-Huk der Bucht,
oder wenn der Signalmast um seine eigene Länge rechts vom Leuchtturme frei
peilt. Schiffe, die hier ankern, liegen, nachdem sie herumgeschwoit haben,
etwa !/a Kblg von den Festmachetonnen ab, wenn sie vorne 82 m Kette aus-
gesteckt haben. Es ist nur geringer Raum vorhanden, so dafs der Ankerplatz
für zwei Schiffe von mehr als 99 m Länge und 7 m Tiefgang nicht immer sicher
ist. Will man längere Zeit im Hafen verweilen, so tut man gut, vorne beide
Anker mit je $2 m Kette auszubringen und das Heck gut an den Vertäutonnen
festzumachen. Man achte besonders auf die Achtervertäuung, da, falls diese
brechen sollte, das Schiff des beschränkten Raumes halber nicht nur Havarien
machen würde, sondern auch leicht durch die vorherrschenden östlichen Winde
an den W-Strand des Hafens geworfen werden könnte. Sollten zwei grofse
Schiffe im Hafen liegen und will ein drittes hinzugekommenes den Abgang
eines dieser abwarten, so kann es bei ruhiger See auf etwa 30 m Wasser ankern
in den Peilungen: Leuchtturm in 200° (SzW*%/4W), Owen - Klippe in: 280°
(W7/N). Geschäfte können von diesem Ankerplatze aus nicht erledigt werden.
Küstenfahrt von Puerto Plata nach Kap Haiti. ;
(Nach „Notice to Mariners“ No 1829, Washington 1902.)
Ansteuerung.‘ Ist man nach Verlassen des Hafens von Puerto Plata frei
von der Owen Klippe, so steuere man einen 309° (NW'/,W)-Kurs, um die
Patilla-Huk in 2 bis 3 Sm Abstand zu passieren. Will man innerhalb der Grange-
Untiefen und der Monte Christi-Bank hindurchlaufen, was bei Tage wohl aus-
führbar, bei Nacht aber nicht zu empfehlen ist, so steuere man von der Patilla-
Huk an in 1 Sm Abstand längs der Küste, bis man Kap Isabella erreicht hat.
Von hier aus steuere man 270° (W), um 4 Sm nördlich von der Grange-
(Granja-) Huk zu passieren. . Es ist notwendig, gut auf die abgelaufene Strecke
zu achten, da der Kurs in 1 oder 1'/a Sm Abstand recht zwischen der Liverpool-
Klippe und der Monte Christi-Bank hindurchführt. Hat man Monte Grande
passiert, so steuere man mit 250° (WSW'AW) auf die Picolet-Huk zu. Man
thut jedoch gut, die Picolet-Huk in südlichere Peilung, als 250° (WSW1/.W)