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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Konkurrenz-Prüfung von Marine-Chronometern im Winter 1902—1903, 253 
stahlunruhen in konkurrierenden Chronometern der Nachweis deutschen Ursprunges 
in Fortfall kommen solle. — Die sämtlichen oben genannten Chronometer wurden 
demgemäß mit der Anwartschaft auf Prämiierung in die Prüfung eingestellt, 
In gleicher Weise wie bei den früheren Prüfungen wurden die Chrono- 
meter während der Untersuchungszeit an jedem zweiten Tage um 10 Uhr mit 
den Normaluhren der Abteilung IV der Seewarte auf chronographischem Wege 
verglichen. Zur Herstellung einer unabhängigen Kontrolle wurde außerdem an 
jedem Dekadentage eine zweite Vergleichung der zu prüfenden Chronometer in 
unmittelbarem Anschluß an die erste vorgenommen, 
Die regelmäßigen zweitägigen Uhrvergleichungen sowie die Zeitbestim- 
mungen wurden durch den Hilfsarbeiter Kuno Heuer ausgeführt; die sämtlichen 
unten gegebenen Gangwerte sind durch den Unterzeichneten mit Hilfe der 
Dekadenvergleichungen kontrolliert worden, 
Während der beiden ersten Dekaden der Prüfungszeit (1902 Oktober 30 
bis November 19) wurden die Instrumente allmählich bis auf 30°C. erwärmt. Alsdann 
wurden dekadenweise die Temperaturen 
30° 25° 20° 15° 10° 5° 5° 10° 15° 20° 25° 30° 
möglichst innegehalten, und zwar wurden beim Übergange von Dekade zu 
Dekade stets allmähliche Temperatur-Veränderungen vorgenommen. Während 
der beiden letzten Dekaden der Prüfung (1902 März 19 bis April 8) wurde die 
Temperatur von 30° C, bis auf Zimmertemperatur nach und nach vermindert. — Es 
ist während der vorliegenden Prüfung durchweg gelungen, die beabsichtigten 
Mitteltemperaturen innerhalb einiger Zehnteile des Grades herzustellen. 
Gleichzeitig mit den Chronometern wurden die beiden Thermochronometer 
‘nicht kompensierte Chronometer) Tiede Nr. 108 und Eppner Nr. 20 verglichen, 
and es sind die mittleren täglichen Gänge derselben am Fuße der Tabelle an- 
yegeben. Unter den Rubriken, welche diese in Sekunden ausgedrückten Werte 
enthalten, folgen alsdann die aus den täglichen Ablesungen der meteorologischen 
Instrumente gebildeten Mitteltemperaturen sowie die Extreme der während der 
betreffenden Dekade beobachteten mittleren Tagestemperaturen. In der letzten 
Reihe sind schließlich die Mittelwerte der an den Koppe schen Haarhygrometern 
abgelesenen relativen Feuchtigkeiten im Innerr des Prüfungsapparates angegeben. 
Auf Wunsch mehrerer wissenschaftlicher und technischer Institute wurden 
gleichzeitig mit den Instrumenten der Konkurrenz-Prüfung 13 teils neue, teils 
ältere Chronometer einer vollständigen Temperatur-Prüfung unterzogen. 
Die Ableitung der für die Güte der Chronometer maßgebenden Zahlen 
sowie die Klassifizierung der Instrumente wurde auf Grund der Bestimmungen aus- 
geführt, welche in der von der Seewarte erlassenen Aufforderung zur Beteiligung 
an der 26. Konkurrenz-Prüfung enthalten sind. Diese Bestimmungen lauten: 
„Nach beendigter Prüfung werden sämtliche Chronometer, soweit sich 
dieselben überhaupt als brauchbar für die nautische Praxis erweisen, in vier 
Klassen eingeordnet, für welche die Maximalwerte der später zu definierenden 
charakteristischen Zahlen folgendermaßen festgesetzt worden sind: 
Klasse A H HL IV 
A+2B-+C 2,505 5,008ek 6,5050k 10,005ek 
N 0,755 1,20sek 1,60sek 2,5050 
C 0,0105e 0,0158 0,025sk 0,0505ek 
Diese Größen A, B und C werden berechnet aus den mittleren täglichen 
Gängen, welche während der einzelnen Dekaden beobachtet worden sind. -— 
Zur Bestimmung der Größe A werden die bei gleichen Temperaturen erhaltenen 
Gänge paarweise zu einem Mittelwerte vereinigt; es wird dann die größte vor- 
gekommene Differenz dieser Mittelwerte gleich A gesetzt. — Bezeichnet ferner 
B‘ die größte Differenz der täglichen Gänge von zwei aufeinander folgenden 
Dekaden, rt die Differenz der Temperatur während dieser beiden Zeitabschnitte 
and T die Differenz der höchsten und niedrigsten während der Prüfung überhaupt 
rorgekommenen Dekaden-Temperatur, so ist 
‚ x 
B Al A. 
In dieser Formel sind die algebraischen Vorzeichen von B’ und A zu berück- 
sichtigen. — Endlich erhält man den Wert der täglichen Acceleration C des
	        
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