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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1903. 
Bei sämtlichen Chronometern war die Bedingung, daß die Reinigung inner- 
halb eines Jahres vor der Einlieferung ausgeführt sein müsse, nach Aussage der 
Uhrmacher erfüllt; auch waren von letzteren genaue Angaben bezüglich der 
Konstruktion der Instrumente sowie in einzelnen Fällen erläuternde Zeichnungen 
beigefügt worden. 
Die Chronometer von A. Kittel sind mit Hebelgang versehen; die übrigen 
Instrumente besitzen die bekannte Hemmung von Earnshaw (siehe „Lehrbuch 
der Navigation“, II, Seite 244, Fig. 141). Was die Temperatur- Kompensation 
betrifft, so ist nur das Chronometer von L. Eschholz Nr. 863 mit einer ein- 
fachen Kompensationsunruhe versehen; alle übrigen Instrumente haben eine 
Hilfskompensation. Am häufigsten wurde die neuere von Kullberg angegebene 
Hilfskompensation für Kälte (siehe „Lehrbuch der Navigation“, II, Seite265, Fig. 154) 
verwendet, nämlich bei sämtlichen Chronometern von W. Bröcking, H. Diedrich, 
W. G. Ehrlich, Theod. Knoblich, F. Schlesicky und A. Schuchmann, 
sowie bei den Chronometern F. Lidecke Nr. 257, 258, 260 und 266; dagegen 
sind die Chronometer von A. Lange & Söhne mit der älteren Hilfskompensation 
für Kälte von Kullberg (siehe „Lehrbuch der Navigation“, IT, Seite 264, Fig. 153) 
versehen. Die Chronometer A. Kittel Nr.254, F. Lidecke No. 264 und 265 besitzen 
eine von Herrn Kittel angegebene Speichenkompensation, und endlich wurde bei 
den übrigen Chronometern von A. Kittel eine gleichfalls von diesem Fabrikanten 
konstruierte Hilfskompensation benutzt. Bei der letzteren Hilfskompensation sind 
auf den Gewichten der Unruhe kleine bimetallische Reifen von der Form ein- 
Sacher Unruhen angebracht; durch Drehung dieser Reifen kann bei der Regulierung 
Jer Betrag der sekundären Kompensation verändert werden. — Die Chronometer 
W. Bröcking Nr. 1904 und L. Eschholz Nr. 863 sind mit einer Palladium- 
spirale versehen; die sämtlichen übrigen Spiralen sind aus Stahl angefertigt. 
Als Chronometer deutschen Ursprunges (mit Ausnahme von Zugfeder und 
Kette) waren die folgenden 27 Instrumente bezeichnet worden: 
1. W. Bröcking Nr. 1900 I5. A. Lange & Söhne Nr. 
> 1901 BR, 
1902 
1903 
1904 
1905 
363 
252 
253 
254 
709 
358 
259 
260 
7 
3 
a 
0 
15 
16 
257 
258 
259 
264 
265 
266 
1 
10. 
11. 
2, 
(3. 
14. 
3 
n A 
Gemäß der im Juni v. J. erlassenen Aufforderung zur Beteiligung au der 
Konkurrenz-Prüfung wurde seitens der Deutschen Seewarte auf den 3. No- 
vember v. J. eine technische Kommission zusammenberufen, um die zuletzt 
erwähnten Chronometer einer Inaugenscheinnahme zu unterziehen. Diese Kom- 
mission bestand aus folgenden an der Prüfung unbeteiligten Herren: 
Chronometerfabrikant F. Dencker in Hamburg, 
Direktor der Uhrmacherschule Prof. L. Strasser in Glashütte i./Sa., 
Unruhmacher R. Griessbach in Glashütte i./Sa., 
3owie aus dem Direktionsmitgliede der Deutschen Seewarte und den Beamten 
der Abteilung IV. 
Nach sorgfältiger Durchsicht der Instrumente gaben die Mitglieder der 
Kommission die Überzeugung zu Protokoll, daß mit Ausnahme zweier Palladium- 
spiralen kein Grund vorhanden sei, den deutschen Ursprung der einzelnen Teile der 
Chronometer in Zweifel zu ziehen. Gleichzeitig befürworteten die Sachverständigen 
die Zulassung jener Instrumente mit Palladiumspiralen zur Anwartschaft auf die 
Prämiierung, weil bis jetzt geeigueter Palladiumdraht in Deutschland nicht fabrik- 
mäßig hergestellt werde. Das Reichs-Marine-Amt entsprach diesem Antrage und 
stellte gleichzeitig in Aussicht, daß in Zukunft für Palladiumspiralen und Nickel-
	        
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