Fulst, O.: Zur Höhenberechnung,
schiedes die Hauptsache, denn die Höhenmethode der Standlinienbestimmung
verdient einzig und allein dadurch den Vorzug vor allen anderen Methoden,
daß alle Fälle auf dieselbe Weise zu lösen sind. Will man doppelte Formeln
zulassen, so.ist es ja viel bequemer, sich bei der Standlinienbestimmung der
Längen- bezw. der Breitenmethode zu bedienen, die ohnehin dem Seemann im
allgemeinen bequemer sind als die Höhenmethode,
Mit Ausnahme seltener Fälle wird man ja allerdings bei meinem Verfahren
auch mit einer einzigen Formel auskommen, da nach der „Nebenformel“ nur
die Höhen in unmittelbarer Nähe des unteren Meridians berechnet werden
müssen, die bekanntlich bei der Ortsbestimmung mit Recht in den seltensten
Fällen benutzt werden. Immerhin sind die Grenzfälle nicht vollständig aus-
geschlossen,
Der Vorteil des Teegeschen Verfahrens wird nun aber leider dadurch
illusorisch, daß es umständlicher ist als die direkte Höhenberechnung, weniger
übersichtlich als diese und dabei nicht einmal den Vorzug größerer Genauigkeit
hat. Die Genauigkeitsberechnung des Herrn Dr. Teege leidet nämlich an dem
Übelstande, daß er die Ungenauigkeit der vierten Dezimalstelle nicht mit
berücksichtigt hat. In Wirklichkeit übertrifft die Genauigkeit seines Verfahrens
die Genauigkeit der direkten Höhenberechnung nicht, steht eher noch etwas
hinter jener zurück.
Die genaueste Formel von Herrn Dr. Teege (a. a. O., S. 155) hat bei
meinem Verfahren kein Analogon gefunden. Es läßt sich natürlich eine analoge
Formel aufstellen, aber diese leidet im Gegensatz zu der entsprechenden Formel
des Herrn Dr. Teege an dem Übelstande, nicht nur besonders unbequem zu
sein, sondern auch häufiger zu versagen als meine anderen beiden Formeln, so
daß sie für mich gar nicht in Frage kommen konnte.
Der Vollständigkeit wegen möge sie hier aber kurz abgeleitet werden.
Aus den beiden in meiner früheren Arbeit schon enthaltenen Gleichungen
sin? 5.+co0s +08 8 = sin FE in 3 g—
cos? 5008 ©0088 == eos ED 2
ergibt sich durch Division . .
tang? £ _ in @— OLD LEO
und hieraus: '
log [eotg2..sin 2, an LED gt EI ge z— +] =00.
Setzt man aber in diese Formel für z die beobachtete Höhe ein, so
wird der Logarithmus im allgemeinen nicht gleich Null, und man kann aus der
Größe dieses Logarithmus die Größe des Höhenunterschiedes mit Hilfe 'der
logarithmischen Inkremente :ebenso berechnen, wie dies in meiner früheren
Arbeit geschehen ist. Man erhält dann
log [<ote® 3 ain HE in Dee CE sc |
a TE N N
2] 08 sin z+(@—0 -+ 4dlog sin z—(@— 0) -+dlog sec F@F I yogsec? CEO |
2 2 - 2 2 2
Hieraus erkennt man aber einerseits die größere Umständlichkeit der
Rechnung, andererseits das Versagen der Formel für die Fälle
z—(@—d0)=0
und z +(p-+0) = 180°
d. h. für Höhen im oberen und im unteren Meridian. Bei Beobachtungen in
der Nähe des oberen und des unteren Meridians werden somit die Resultate
uangenau werden.
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