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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1903. 
l. 
gestauten 
2. 
Der Druck der oberen Schichten auf die unteren sei bei hoch auf- 
Kohlenladungen (und Lagern) eine Ursache der Selbstentzündung. 
Das Rollen der Schiffe verursache eine Erwärmung der Kohlenmassen. 
Die Kohlengase an sich wären schon explosiv. 
‚ Die explosiven Gase beständen aus einem Gas, nämlich Kohlenoxyd. 
5. Es sei, um die Gase zur Explosion zu bringen, notwendig, daß die 
Entzündung an Ort und Stelle durch offenes Licht oder Funken erfolge. 
6. Eine gewöhnliche Ventilationsanlage genüge, um eine Kohlengas- 
explosion zu vermeiden. 
7. Man müsse das „Kohlengas“ (wahrscheinlich stellt man sich darunter 
die vom Geruchsinn wahrnehmbaren Destillationsprodukte vor, Rauch) riechen 
können. 
8. Explosionen und Selbstentzündungen ständen in einem ursächlichen 
Zusammenhang. 
Die Leser werden keine Gegenbeweise der meisten vorstehenden An- 
nahmen erwarten, und wissen, daß Explosionen von Kohlenstoffwassergasen 
nichts mit Selbstentzündungen von Kohlenladungen im ersten Stadium bis zum 
ausgebrochenen Brande zu tun haben. (Bezüglich dieser Vorstellungen ver- 
weise ich auf das Original.) 
J. Explosionen der Kohlengase. 
Kohlengasexplosionen treten ein, wenn die aus den Gruben mit an die 
Atmosphäre und in das Schiff gelangten Gase exhaliert werden, sich in dem zu 
früh geschlossenen Laderaum wie in einem Gasometer sammeln, mit der Luft 
mischen und in diesem Zustand durch Zufall entzündet werden. Die folgende kleine 
Tabelle gibt das Mischungsverhältnis an, wenn die ausgeatmeten Kohlengase 
explosiv werden: 
„(3 == spezifisches Gewicht.) 
C2 He Athan 8 = 1,036 ungefähr mit 10° o zu Luft gemischt, explosiv. 
H Wasserstoff s = 0,0693 mit 7 bis 75% „ » » 
CO Kohlenoxyd 8 = 0,967 „ 13 „ 715% » » ” 
C2 Ha Athylen 8 = 0,978 » 4 „ 22% » % 
CH« Methan 8 = 0,559 „4 26% »% » » » 
Das letztgenannte Gas kommt am häufigsten und in überwiegender Menge 
in und neben den Kohlen vor. 
Wird der atmosphärischen Luft beigemengt: 
bis 4° Methan, so erfolgt keine Explosion, 
: „ 6% » „ schwache 
6 „ 9% » „ starke » 
9 „10% » » „ sehrstarke „ 
11 „13% » » starke s 
13 „26% x % „ schwache 
über 16% » » „ nur Entflammung. 
„Das reine Methan ist nicht leicht entzündlich, es bedarf hierzu einer 
etwas hohen Temperatur. Diese schwere Entflammbarkeit wird aber aufgewogen 
durch die hohe Kxplosionsfähigkeit des mit Staubarten vermengten Methans. 
Bei Anwesenheit von luftschwebenden Staubwolken genügen schon 3°%o Methan, 
um das Gemenge explosiv zu machen, die Explosionsfähigkeit hört in diesen 
Fällen bei mehr als 16°, nicht auf.“*) 
Gemäß der Eigenschaft der Gase, sich bei nachlassendem äußeren Druck 
auszudehnen, werden die in den Kohlen noch eingeschlossenen oder von deren 
Oberfläche absorbierten Gase bei abnehmendem Luftdruck sehr stark in die Luft 
difundieren. Da ganz unabhängig von dem äußeren Druck jedes Gas bei einer 
Temperaturerhöhung um 1° C. sich um *'/ars seines Volumens ausdehnt, die 
Kohlen aus den Bergwerken von einem mehrere Atmosphären”) betragenden 
Druck unter einen solchen von nur einer Atmosphäre gelangen, so folgt hieraus, 
1) Aus „Feuer- und Explosionsgefahr — chemisch-technischer Stoffe und Betriebsanlagen“. 
Von Dr. v, Schwartz. Konstanz 1902. Ernst Ackermann. 
2%) Bis zu 35 Atmosphären beobachtet.
	        
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