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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Die Witterung an der deutschen Küste im März 1903. 
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höherer Temperatur, getrennt durch einen Zeitraum von niedrigerer, nur kleinere 
Änderungen aufweisender Temperatur. Die zweitgenannte Wärmeperiode hatte 
eine vorübergehende starke Abkühlung im Westen am 24., 'im Osten am 25., und 
zeichnete sich besonders an der Ostsee vielfach durch sehr grofse Tages- 
schwankungen der Temperatur aus. 
Borkum blieb frostfrei; die übrigen Stationen zählten nach Ausweis der 
Tabelle zwei bis acht Frosttage, an denen die Minimumtemperatur unter Null 
sank; Eistage mit einer unter Null bleibenden höchsten Temperatur {firaten 
nicht auf, — Die Temperatur schwankte zwischen — 3,0° (Memel) und 20,9° 
(Swinemünde), also um 23,9°, während die Schwankung auf den Stationen 15,5° 
(Keitum) bis 23,4° (Swinemünde) betrug. 
Die aus den Änderungen der Temperatur .von Tag zu Tag für die drei 
Terminbeobachtungen als arithmetisches Mittel, ohne Rücksicht auf die Vor- 
zeichen der Änderungen berechnete interdiurne Veränderlichkeit der Temperatur 
(I. T. V.) schwankte mit ihren gröfsten Beträgen zwischen 1,4° (Keitum) und 
2,7° (Wustrow); sie erreichte ihre höchsten Beträge fast durchweg am Nach- 
mittag und ihre kleinsten am Morgen. 
Die monatlichen Niederschlagsmengen lagen von Mecklenburg ostwärts, 
ausgenommen Darsserort (36), unter 30 mm, während an der Nordsee 8o kleine 
Monatssummen unter 25 Fällen nur Zmal, dagegen 40 mm übersteigende Be- 
träge 16mal und solche über 50 mm noch 6mal vorkamen. Gegenüber den 
kleinsten Monatsmengen des Niederschlages im Betrage von 4 mm in Hela und 
7 bis 8 mm in Neufahrwasser und Rixhöft hatten Wyk auf Föhr 56, Borkum 58 
und Brunsbüttel 61 mm aufzuweisen. — Sehr ergiebige, in 24 Stunden 20 mm 
übersteigende Niederschläge traten nicht auf. — Gewitter wurden vereinzelt am 
26. und 27. beobachtet. — Nebel trat in gröfserer Ausdehnung am 6. an der 
Ostsee, sowie am 9., 15. und 17. an der Nordsee, sonst nur ganz vereinzelt 
auf. — Als heitere Tage, an denen die nach der Skala 0 bis 10 dreimal am 
Tage beobachtete Bewölkung im arithmetischen Mittel der Beobachtungen kleiner 
als 2 war, charakterisierten sich über gröfserem Gebiete der 6, an der Nordsee, 
der 7. und 8. von Mecklenburg ostwärts, der 9. an der westlichen Ostsee, der 
11. bis 14. an der Nordsee und teilweise ostwärts bis Mecklenburg, der 22,, 
23. und 25. an der ganzen Küste, sowie der 26. und 27. an der Ostsee. 
Während der ersten Witterungsperiode lag die Küste, bei andauernd hohem 
Luftdruck im Osten und Südwesten des Erdteiles, meist im Bereiche einer von 
einem nördlich von Schottland gelegenen Minimum in wechselnder Erstreckung 
über Mitteleuropa ausgebreiteten Depression; in steter Folge schritten Aus- 
läufer niedrigen Druckes vom Kanal her, teilweise bis über die Alpen südwärts 
greifend, in nordöstlicher Richtung über die Küste und längs dieser fort. Aus- 
gedehnte Niederschläge hatte am 1. die Nordsee, am 2. bis 4. die Küste ost- 
wärts bis Pommern, am 5. das ganze Gebiet, am 6. die Ostsee, in der folgenden 
Nacht und am 7. die Küste ostwärts bis Rügen und noch am 8. teilweise die 
Nordsee. Die Winde wehten fast durchweg aus südlichen Richtungen und nur 
kurz vorübergehend aus dem Nordwestquadranten im Rücken eines Ausläufers; 
stürmische rechtdrehende Winde aus südlichen Richtungen von der Stärke 
8 bis 9 traten am 2, an der Nordsee und in der folgenden Nacht auch an der 
westlichen Ostsee auf, wie steife rechtdrehende Winde aus westlichen Richtungen 
am 4. mehr vereinzelt an der Nordsee. 
Der Eintritt starken westwärts gerichteten Vordringens des hohen Luft- 
druckes von Osten her brachte eine Wandlung zum Besseren, und es folgte nun 
bis zum 15. an der Nordsee und 17. an der Östsee die erste trockene Periode, 
Hoher Luftdruck erhielt sich von dem Maximum über Rufsland über die Küste 
ausgebreitet, gegenüber‘ andauernd niedrigem Luftdruck im Westen; die dort 
auftretenden Ausläufer gewannen keinen Einflufs auf unser Gebiet. Schwache 
vorwiegend südöstliche Winde charakterisierten diese, in dem angegebenen 
Umfange des Weiteren durch heiteres und teilweise nebliges Wetter aus- 
yezeichneten Tage. Sie führten zunächst bis zum 11. einen Rückgang der 
Temperatur und dann wieder eine Zunahme herbei; fast alle Nachtfröste des 
Monats fielen in diese Periode, 
Die folgenden Tage brachten am 16, bis 20. wieder ein Eiugreifen der 
ein Minimum über dem Ozean nördlich von Schottland aufweisenden Depression,
	        
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