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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

2292 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1903. 
rentiation ergibt sich dz‘ == 2. cosec z + cosee 1‘ - 0,00002‘, wenn wir fünfstellige 
Tafeln zu Grunde legen. So finden wir für 
h= 0° 10° 20° 30° 40° 50° 60° 70° 80° 85° 90° 
üb= 01‘ 01‘ O01' 0,2 0,29 0,2 08‘ 04 0,8 17‘ co 
Für das Vernachlässigen der Bruchteile bei Entnahme von z aus den 
Tafeln würde man z noch um etwa 0,5’ mehr fehlerhaft bekommen. Der 
Gesamtfehler wird demnach für 
b= 0° 10° 20° 30° 40° 50° 60° 70° 80° 85° 90° 
äh= 17° 1,7% 17° 1,8 18 18 1,9 20° 24 3,8 oo 
Beispiel: # = 14° 4Y N, d = 17° 14'N, t = 6h 11min 20sek — 92° 50, 
p—d= 2° 58 2sem = 00134 Nebenrechnung. 
t= 92° 50‘ 2 sem (p -+ d) = 15536 
p+d= 32° 22 
pg— dt = 95° 48' 
p—d—t= 89° 52 
p-Ed+At = 125° 12 
Ad —t — 60° 28' 
Ay 
84464 
55053 
49884 
78822 
25354 
2,93711 
sem 
+4 sem z ; 
4semz = 1,93711 
Z = 88° 11,9 semZzZ =— 148428 
Dies Rechenschema ergibt sich leicht, indem man — 2 sem (g + d) in 
Formel 3 um + 1 vermehrt und zum Schlufs wieder 1 subtrahiert. Die Sub- 
traktion der Einheit am Schlusse wird man sofort beim Addieren der sechs 
Zahlen vornehmen. Man hat daher im ganzen nur 9-5 -+ 1 == 46 Ziffern hinzu- 
schreiben. Die Bildung der Argumente erfordert zwar mehr Arbeit als nach 
Formel 8 oder 19, ist aber so einfach, dafs diese Mehrarbeit nicht ins Gewicht fällt. 
Da diese Formel den gestellten Bedingungen nur genügt, wenn die aller- 
dings geringe Interpolation beim Aufschlagen von z ausgeführt wird, so möchte 
ich der Marineformel, bei der jegliche Interpolation vermieden wird, den Vorzug 
geben, zumal bei der Marineformel Hilfstafeln nicht notwendig sind. 
Kleinere Mitteilungen. 
1. Strömungen unter der Küste von Venezuela. (Aus dem Reisebericht 
S. M. S. „Stosch“, Komdt. Kapt. z. S. Janke, Januar 1903.) An der venezolanischen 
Küste wurde bei den verschiedenen Fahrten zwischen Curagao und La Guayra und 
Puerto Cabello beobachtet, dafs nur westlich vom Golf von Triste zwischen der Küste 
und den Inseln westlicher Strom lief, während östlich davon wenig oder gar kein 
Strom zu bemerken war. Der östlich setzende Gegenstrom der Segelanweisung 
wurde dagegen nicht wahrgenommen. 
2. Lotungen vor der La Plata - Mündung.) Von Kapt. R, Pesch, 
D. „Witiekind“, August 1902 bis Februar 1903. (Hierzu Tafel 11.) 
Wiederholt ist schon von deutschen Dampferkapitänen der Hinweis des 
Handbuches für die Ostküste Südamerikas, S. 421, auf die Ungenauigkeit der 
Tiefenangaben der britischen Admiralitäts-Karten nordöstlich von der La Plata- 
Mündung zwischen ungefähr 33° S-Br. und dem Kap Santa Maria bestätigt 
worden. Die folgenden Lotungen, die an der Ostküste von Uruguay und an der 
angrenzenden Küste von Südbrasilien auf drei Ausreisen und einer Heimreise 
von Montevideo gemacht worden sind, zeigen wiederum teilweise recht beträcht- 
liche Unterschiede mit den Tiefenangaben der Karten. Wenn die Orts- 
bestimmungen, die vielfach nur durch Besteckrechnung gewonnen sind, auch 
nicht immer ganz genaue Resultate ergeben, so geht doch jedenfalls aus diesen 
wie aus früheren Lotungen mit Sicherheit hervor, dafs sich die Tiefen in und 
vor der La Plata - Mündung seit der ursprünglichen Vermessung sehr geändert 
haben. Schon gegen die Lotungen des V, St.’S. „Essex“, Commander W. S. Schley 
(siehe „Ann. d. Hydr. etc.“ 1880, S. 275), weisen die neueren Lotungen an den 
Orten, wo sie miteinander zusammentreffen, beträchtliche Unterschiede auf. 
‘) Siehe auch „Ann, d. Hydr. ete.“ 1902, S. 515.
	        
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