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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Wedemeyer, A.: Zur Höhenberechnung. 
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Ein Vorzug vor den anderen Methoden ist noch, dafs der Hilfswinkel 
geometrische Bedeutung hat. Wenden wir die bekannten Gleichungen von 
Gauss und Delambre, die zwischen den sechs Stücken eines sphärischen 
Dreiecks bestehen, auf den vorliegenden Fall an, so ergibt sich, wenn man 
auf beiden Seiten der Gleichungen quadriert:- 
ws Ad, in Ci SP 
2 sin a cos? £ in $ 
W 3 z «sin? 
A714 94. sin Z = sin? P— d } 
5 + cos? — 
Daraus folgt durch Division: 
A—q „op—0 t p+d 
AG _ in? — 7 ots 
tang‘ sin? — co? 5° 800? — 
Y 
‚Aber auch diese Formel genügt den Bedingungen nicht. Der Maximal- 
fehler in der Höhe wird gleich 2,8‘, also 0,8‘ mehr als gefordert wurde. 
Von den vorstehenden 35 Formeln erfüllt daher bei vierstelliger 
logarithmischer Rechnung und Vernachlässigung jeder Interpolation 
keine einzige die gestellte Bedingung. Will man die geringfügige Inter- 
polation beim Übergang von tang* x auf sec’ x und beim Ausnehmen von z aus 
der Tafel zulassen, so genügen Formel 19 und 20 eben den Bedingungen. Wenn man 
bedenkt, dafs beim Entnehmen der Rektascension und Deklination aus dem 
„Nautischen Jahrbuche“ bedeutend schwierigere Interpolationen geleistet werden 
müssen, die selbst ein geübter Rechner nicht immer im Kopfe ausführen kann, 
30 wird man in der Annahme nicht fehl gehen, dafs auch ungeübte Rechner 
jene Tnterpolationen mit Leichtigkeit ausführen können. Daß auch dann diese 
Formeln bei vierstelliger Rechnung der Marineformel bei fünfstelliger Rechnung 
and Vernachlässigung der Interpolation nicht gleichkommen, zeigt folgendes 
äfelehen. 
Tafel 4. 
h= 0° 10° 20° 30° 40° 50° 60° 70° 80° 90° 
dh (Marineformel) = 2,2‘ 2,0' 1,9‘ 2,0 2,0 2,0 2,1‘ 2,1 2,1’ co 
(Formel 19 od. 20) = 2,7‘ 2,4 2,0 1,8 17 L5' 14 1,2’ 1,2‘ 1.1’ 
Beispiel: = 14° 41' 40,3 N, d = 17° 39' 44,6 N, t = 6d 11min 20,45sek, 
o—d0= 2° 58 logsem = 6,8261 
4 = 6b 1lmin 20sek logcos? 5 = 9,6770 
colog sem = 0,2801 
p+0 = 32° 22 log sec EL 9 = 0,0351 
logtang? x = 6,8183 
g =— QQ0O 191 
log sem = 9,7199 
log cos? ex = 9,9649 
log sec? x = 0,0003 
log sem = 9,6851 
„Nautical Almanac“ gibt 88° 12‘ 8“ (C-—a Pegasi 1904 Sept. 3., 6%). 
Verglichen mit dem Bolteschen Rechenschema haben wir hier nur einen 
Logarithmus mehr hinzuschreiben; ist log tang* x > 0,0000, so setzt man 
log cosec? x, den man der Tafel direkt entnimmt, an den Kopf der Rechnung 
und addiert die ersten drei Logarithmen, die Rechenarbeit ist dann dieselbe wie 
nach Boltes Schema. 
Knipping empfiehlt in den neuen „Seetafeln“ die Napierschen Gleichungen 
zur Bestimmung der Höhe. Hält man an der Forderung fest, dafs Interpolationen 
vermieden werden sollen, so ist diese Methode für vierstellige Rechnung 
wenig geeignet. Die Formeln lauten in der Knippingschen Bezeichnung: 
1) tang+}(R +G) = cos } (p — e) - sec 4 (p + e) -cot 4 St . 
2) ang 4(R —G) = sin 4 (p — e) « cosec 4 (p + e) + cot 4 St 
3) tang 4 sch == sin 4 (R + G) « cosec 4 (R — G) + tang 4 (p — ©). 
Erklärung der Symbole: sch = Scheitelabstand, p = Polabstand, © = Breitencomplement, 
G = parallaktischer Winkel, R = Azimut, St = Stundenwinkel. 
Betrachten wir nur Gleichung 3). Gegeben ist p und e. Da die Breite 
nicht genau bekannt ist, können wir e so abrunden, dafs die Differenz durch 
3 teilbar ist, bei Entnahme von log tang i(p—e) werden wir daher keine 
Fehler begehen. R und G werden aus 1) und 2) berechnet. Man mufs daher, 
wenn man bei Entnahme von R und G aus den Tafeln nicht interpoliert, auf 
Ann. d. Hydr. 6t6.. 1903. Heft Y.
	        
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