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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Köppen, W.: Mechanische Erzeugung vertikaler und radialer Bewegungen etc, 
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Horizontalschichten gleichzeitig der Fall sein. Denn ein in einer Schicht ent- 
atandenes Gefälle pflanzt sich, nur verändert durch die Unterschiede im 
specifischen Gewicht der Flüssigkeit, sofort in alle darunter und darüber 
liegenden Schichten fort, auch wenn diese nicht dieselbe Bewegung haben; es 
ruft daher in diesen Schichten transversale Bewegungen hervor, die es zu zer- 
stören oder zu vergröfsern streben. . 
Ist z. B. in einer Schicht, wie in der untersten Schicht der Atmosphäre, 
die Bewegung wegen der Reibung bezw. der Bewegungshindernisse bedeutend 
schwächer als in den darüber liegenden Schichten, so müssen dennoch die den 
letzteren entsprechenden radialen Gradienten auch in .die unterste Schicht sich 
fortpflanzen und hier, wo denselben nicht durch entsprechend große Centrifugal- 
kräfte die Wage gehalten wird, eine centripetale, dem Gradienten folgende 
Luftbewegung oder doch Bewegungskomponente hervorrufen. Die Wirkung 
dieses Massentransportes vom höheren zum niedrigeren Drucke mufs eine 
Schwächung des radialen Gradienten sein, die sich wiederum sofort auch auf- 
wärts fortpflanzen mufs,- so dafs oben der Gradient nicht mehr genügen wird, 
der Centrifugalkraft das Gleichgewicht zu halten und: dort somit die strömenden 
Teilchen sich vom Centrum des Wirbels entfernen müssen. Als Verbindung 
der centripetalen Bewegung unten mit der centrifugalen oben tritt eine auf- 
steigende in der Mitte und eine absteigende am Umkreise des Wirbels ein. Ein 
rein tangentialer Impuls führt also, sobald die erzeugte tangentiale Geschwin- 
digkeit nicht in allen Schichten gleich ist, notwendig zur Entstehung ’ auch 
radialer und axialer Bewegungskomponenten im Wirbel. 
War dieses Ergebnis bisher schon ‘auf deduktivem Wege ziemlich 
zweifellos ermittelt, so kommt doch, bei der Wichtigkeit dieser Frage, der 
experimentelle Beweis sehr erwünscht, den Herr R.. Hartmann Kürzlich 
durch eine Reihe sehr klarer und einfacher Versuche geführt hat.!)- Die An- 
leitung zu: der Untersuchung hatte Herr Professor Max Möller gegeben. . Die 
Anordnung der Versuche geht aus der beistehenden Figur hervor. 
Ein cylindrisches 
Gefäßs W von 20 cm 
Durchmesser und 30 cm 
Höhe ist mit Wasser 
gefüllt, das dadurch in 
kreisförmige Bewegung 
gesetzt wird, dafs in eine 
der drei 5 mm weiten 
Einlafsöffnungen e € e, 
die in 5, 15 und 25 cm 
Höhe über dem Boden 
angebracht sind, Wasser 
tangential zur gekrümm- 
ten. Wand einströmen 
gelassen wird. Um ein 
konstantes Niveau zu 
erhalten, ist das Gefäfs 
stets gefüllt, und läuft 
das zuströmende Wasser 
über. . Zwei weitere . 
kleine Röhrchen a und a‘ sind am Boden des Gefäfses angebracht und schliefsen 
mit der Innenwand glatt ab. Sie führen. mittelst Kautschukschläuchen zum 
Mefsapparat M, in welchem der Druckunterschied zwischen Centrum und 
Peripherie des Gefälses durch den ungleichen Wasserstand ‚in zwei. Röhren zum 
Ausdruck kommt. Um die kleinen Druckunterschiede, um die e8 sich hier 
handelt, gut melsbar zu machen, ist eine sinnreiche Methode angewandt worden, 
indem der Unterschied in der Zusammensetzung zweier gleich hoher Flüssigkeits- 
säulen von wenig verschiedenem specifischen Gewicht gemessen wird. In das 
kommunizierende Rohr über den beiden Wassersäulen wird nämlich Öl gebracht 
3) Beitrag zur Wirbelbewegung. Braunschweig 1902. 318. 8°, Dissertation, von :der 
Herz "Fechn. Hochschule zu Braunschweig zur Erlangung der Würde eines Dr.-Ing. genehmigt.
	        
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