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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Wedemeyer, A.: Zur Höhenberechnung. 
Beobachter: Steuermann Schädlich, 
; M. 0. Z. 
Ost-Insel p=4° Y 9"S 1==151°34'37“0. 1901 Sept. 27. gh 20minV d= 6° 6,20. 
(Scilly-Inseln; a. d, Nordküste der Gazelle-Halbinsel; „ „ 27. 10b1iminV I=—20,0°S, 
Pflock südlich der Bake) » =» 27. 125 16m0N H = 0,37445 c.g.5. 
Beobachter: Ober-Steuermann Holekamp. ; 
M. 0. Z. 
gh23minV dj= 6° 4,0'0. 
1=20,4°8. 
H = 0,3709 c. gs. 
211 
Zur Höhenberechnung. 
Von A, Wedemeyer, Assistent der Seewarte., 
In den nautischen Zeitschriften sind in den letzten Jahren wiederholt Formel- 
systeme und Hilfstafeln zur Berechnung der Höhe eines Gestirns aus Breite, 
Deklination und Stundenwinkel in Vorschlag gebracht worden. Die ersteren 
zerfallen in drei Gruppen. Die eine Gruppe sucht durch geeignete Umformungen 
die erste Grundformel der sphärischen Trigonometrie für die logarithmische 
Rechnung bequem zu machen und findet die Höhe direkt durch den Logarithmus 
einer trigonometrischen Funktion derselben; die andere benutzt eine genähert 
bekannte Höhe, z. B. eine beobachtete, und ermittelt den Unterschied zwischen 
dieser und der gesuchten Höhe; die dritte endlich vermeidet alle logarithmische 
Rechnung bei Auflösung der Grundformel. 
1. Die ausführlichste Zusammenstellung von Formeln zur logarithmischen 
Berechnung der Höhe ist von Fulst in „Ann. d. Hydr. etc.“ 1894, S. 446 
gegeben worden. Elf Formeln werden dort daraufhin untersucht, ob sie ein 
Abrunden auf ganze Minuten bei vierstelliger bezw. fünfstelliger Rechnung zu- 
lassen. Fulst kommt nach einer sehr eingehenden Untersuchung zu dem 
Schlusse, dafs das folgende Formelsystem: 
3eMX = cos @ + cos d’ + sem t + sec (p — 0) Formel Nr. 4. 
sinh == cos (g — 0) + cos X, ; 
vor allen anderen den Vorzug verdient, da es unter allen Umständen, Höhen 
über 80° ausgenommen, eine Rechnung auf ganze Minuten bei Anwendung fünf- 
stelliger Logarithmen zuläfst und sich durch Einfachheit auszeichnet. Für vier- 
stellige Rechnung wird das folgende Formelsystem empfohlen: 
tang? x = cos @ + cos d + sem t: sem (p — 0) Formel Nr. 5. 
sem zZ = sem (p — d)+8ec2x, 
Ein Abrunden auf ganze Minuten ist nicht zulässig, wenn @-—d sehr 
klein ist. Aus der Darstellung von Fulst ersieht man sofort, dafs sich diese 
Bemerkung nur auf den Hilfswinkel beziehen soll, da Fulst dabei eine Tafel 
voraussetzt, die den log sem für Winkel in Bogenmafs liefert, also ein Ab- 
runden von g= überflüssig macht, wie es nach den älteren Tafeln, wenn man 
die Interpolation umgehen will, erforderlich gewesen wäre. Welchen Fehler 
die vierstellige logarithmische Rechnung in der Höhe erzeugen kann, ist von 
Fulst nicht untersucht worden. 
Bolte hat später in seinen nautischen Tafeln eine nur zwei Seiten starke 
Hilfstafel aufgenommen, die log sec? x mit dem Argument log tang“ x liefert. Um 
den Umfang dieser Tafel auf dieses Mindestmafßs reduzieren zu können, hat 
Bolte der. Schlufsgleichung der Formel Nr. 5 noch folgende Gestalt gegeben: 
sem z = sem (p — d) «tang? x +cosec2x für x > 45°. 
Da die Tafelwerte unter sich nur geringe Differenzen (im Maximum fünf 
Einheiten) zeigen, so kann die Interpolation auch von ungeübten Rechnern leicht 
im Kopfe ausgeführt werden. Durch die Interpolation werden Fehler beim 
Übergange von lg tang?x auf log sec?x, also auch Fehler in der Höhe, die in 
einer Ungenauigkeit des Hilfswinkels ihren Ursprung haben, vermieden. Der
	        
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