200 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1903,
stärke 8 aus NNW und W beobachtet wurde. Auch im Januar des Jahres 1890
erreichte die Windstärke zweimal die von 8, am 14. Januar morgens und am
29. Januar nachmittags, um jedoch schon abends zu 4 bezw. 2 herabzusinken.
In allen übrigen Jahren wurden gröfsere Windstärken nur vereinzelt beobachtet.!)
Die heftigsten Winde scheinen in Apia aus dem nordöstlichen Quadranten
zu wehen, und die Zeit von Januar bis April dürfte diejenige der gröfsten
Wahrscheinlichkeit ihres Auftretens sein, also Spätsommer und Herbst der
südlichen Hemisphäre. Bemerkenswert ist noch, dafs der Orkan im Februar 1900
von auffallenden Barometerschwankungen nicht begleitet wurde. Die be-
treffenden (reduzierten) Terminbeobachtungen waren:
1900 | mv |
IE. 13,
GABEN
U. 14. )
755,2
754,9
753,8
ShN
753,9
752,9
752,6
] g9aN
755,7
754,2
754,8
welche den gewöhnlichen Schwankungen des Druckes durchaus ähneln.
5. Bewölkung.
‚ Analog mit der Jahresamplitude der relativen Feuchtigkeit und mit der-
jenigen der Niederschläge verläuft der Gang der Bewölkung des Himmels,
welche im Januar ihr Maximum und im August ihr Minimum erreicht (Kol. 2
Tabelle V und Fig. 4), Doch scheint im Juni, zur Zeit des Wintersolstitiums,
Zehn- Fig. 4. Bewölkung.
tel ——
m
—_
N D
ein kleines sekundäres Maximum aufzutreten, falls diese Abweichung nicht auf
Ungleichmäfsigkeit oder Unsicherheit in der Schätzung dieses Elementes zurück-
zutühren ist.’) Die Klasse der Wolken ist überwiegenden Teiles nimbus,
cumulus und stratus, während cirrus häufiger nur in den trockenen Winter-
monaten aufzutreten pflegt. Ganz wolkenlose Tage sind höchst selten. Im
allgemeinen ist der Abend wolkenfreier als der Vormittag.
6. Niederschlag.
Von gröfster Bedeutung in kultureller Beziehung ist der Niederschlag
und dessen Verteilung über das Jahr. In Apia pflegt Hagel nicht aufzutreten,
sondern nur Regen, teils in Gestalt starker Böen, teils von Staubregen.
In Tabelle I sind bereits die Jahressummen der Niederschlagshöhe in
Millimetern gegeben worden, jedoch nur für die Jahre 1891 bis 1899, da von
dem Januar 1890 nahezu die Hälfte der Messungen fehlt. Da das Jahr 1890
jedoch zu den niederschlagsreichen gehört, so fällt die Durchschnittsziffer der
folgenden neun Jahre etwas zu niedrig aus, Substituiert man die durchschnitt-
liche Regenmenge des Januar, welche aus 1891 bis 1899 abgeleitet ist (Tabelle VI,
letzte Kol.), nämlich 478,9 mm für den Januar 1890, und fügt die so komplettierte
1) 1891. XII. 31. NNW 6—7--8, — 1894. II. 2. NO 7. — 1895. I. 4. ONO0O—0 7. —
V. 7. ONO 7. — 1896. I. 8. OSO 7; II. 17. O 6—7; III. 6. ONO 7; IL 5. NO 6—7;
IX, 20. 0SO 7. — 1899. VI. 25. SO 6—7.
2) In einigen Monaten wurden die Aufzeichnungen in Abwesenheit des Herrn Dr. Funk
durch andere Personen ausgeführt.