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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Burchard, O.: Das Klima von Apia (Samoa-Inseln), 
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Punkte etwa 4 bis 5 Sm östlich von Apia nach Westen wird die ganze Gebirgs- 
bildung. weniger schroff, mehr abgerundet, mit‘ langgezogenem sanften Abfall 
gegen das Meer. Am Westrande von Upolu, schon mit dem letzten Drittel 
der Insel unweit Apia beginnend, zeigt sich. ein allmähliches Ausstreichen der 
zentralen Gebirgsmasse zu der Ebene von Aana. Aus dieser Ebene erhebt sich 
noch näher dem Westrande der hohe Kraterberg von Tofua. Die ganze Insel 
ist bis zu den steilen Bergabhängen von einem üppigen Waldwuchs bedeckt. 
Hinter Apia, das auf dem flachen Strande einer kleinen nach Nordwest 
offenen Meeresbucht liegt, beginnen die Hökenzüge etwa 1,5 bis 2,0 km vom 
Ufer, doch erstreckt sich das flache Land mit allmählicher Erhebung bis 100m 
stellenweise bis zu 6 km landeinwärts. Die Beobachtungsstation ist etwa 40m 
vom Strande entfernt. Die Höhe des Barometergefäflses über dem Meeres- 
spiegel beträgt ungefähr 4 m.*) 
Um zunächst eine Generalübersicht über das vorliegende umfangreiche 
Beobachtungsmaterial zu geben, habe ich von allen meteorologischen Elementen 
die arithmetischen Jahresmittel, von der Luftwärme auch die mittleren 
und absoluten Extreme, sowie die jährlichen Regenhöhen nebst Maximalhöhen 
in 24 Stunden, in Tabelle I zusammengestellt, um hierauf die jährliche 
Schwankung der einzelnen Elemente (außer dem Luftdruck) einer besonderen 
Betrachtung zu unterwerfen. (Tabellen 1I bis IX und Fig. 1 bis 5.) 
1. Luftdruck. 
Die Terminbeobachtungen fast jedes einzelnen Tages bringen die für die 
Tropenzone und benachbarte Teile der Erdoberfläche charakteristische kleine 
Tagesamplitude des Luftdruckes auch in Apia deutlich zum Ausdruck, deren 
Gröfse während sämtlicher Beobachtungsjahre in sehr übereinstimmender Weise 
hervortritt. Da stündliche Beobachtungen oder kontinuierliche Aufzeichnungen 
des Luftdruckes leider fehlen, die Maxima und Minima und deren tageszeitliche 
Lage also nicht bekannt sind, so habe ich von der tabellarischen Wiedergabe 
dieses Elementes in seinem jährlichen Verlaufe abgesehen. Unter den Termin- 
beobachtungen der Jahre 1890 bis 1899 fand ich als gröfste Tagesschwankung 
3,4 mm (18. V. 1892), während 751,7 und 763,9 mm die tiefsten und höchsten 
beobachteten (reduzierten) Barometerstände waren. Hiernach wäre also 12,2 mm 
die Amplitude des Luftdruckes. Als mittlerer Barometerstand ergibt sich aus 
sämtlichen Terminbeobachtungen 759,2 mm. 
2. Temperatur. 
Zur Veranschaulichung der jährlichen Verteilung der Luftwärme habe 
ich in Tabelle II zunächst die Durchschnittstemperaturen der drei Termine für 
jeden Monat. berechnet und aus ihnen die mittlere Tageswärme nach der Formel 
DV ANA IN 
4 
abgeleitet (Kol. 1 bis 4). 
In Kol. 5 bis 8 folgen die- arithmetischen Mittel der mittleren und 
absoluten Extreme der Luftwärme der einzelnen Monate und in Kol. 9 und 10 
die aus beiden sich ergebenden. Amplituden. . 
Die Schwankung der mittleren Tageswärme (Kol. 4) der Monate erreicht 
also in Apia nur den kleinen Betrag von 1,6° C., die der Morgentemperaturen 
(Kol. 1) allerdings 2,8° C., und es entfallen die höchsten und niedrigsten 
Temperaturen, entsprechend dem Sommer und Winter der südlichen Erdhalb- 
kugel, auf Dezember und Juli. Die um den Juni sich gruppierenden Monate 
März bis Oktober sind auch diejenigen, in denen die täglichen Temperatur- 
ausschreitungen gröfsere sind als in den wärmeren von November bis März, 
indem in den erstgenannten die mittlere Monatsamplitude 6° C. überschreitet, 
in den letztgenannten jedoch diesen Betrag nicht erreicht. Ganz analog verhält 
es sich, wie zu erwarten; mit der monatlichen Amplitude der absoluten Extreme. 
1) Deutsche überseeische meteorologische Beobachtungen von der Deutschen Seewarte, 
Heft V. S. 129.
	        
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