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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Annalen der Hydrographie und Maritimen‘ Meteorologie, Mai 1903, 
aus grofsen Meerestiefen heraufzuholen, nebst Tiefseethermometer, seine Sinus- 
wage, den Pluviographen, seinen Rotationsindikator und vor allem sein Batho- 
meter, „Rungs Lot“, zu dessen Konstruktion ihm Herr Professor Prytz die 
Anregung gab. Aulserdem entwarf Rung noch einen Anemometer, einen 
Wasserstandsmesser und Präzisionsinstrumente für artilleristische Zwecke. 
Seine Konstruktionen zeichnen sich durch Einfachheit in der Wahl der 
Mittel aus, die den sicheren Blick eines-Mannes verraten, der nicht nur die 
theoretischen Bedingungen genau kennt, sondern auch die oft viel gröfseren 
praktischen Schwierigkeiten der brauchbaren Ausführung anscheinend spielend 
zu überwinden versteht. 
Schriftstellerisch hat Rung sich weniger betätigt; wir erwähnen seine 
Abhandlung über selbstregistrierende meteorologische Instrumente (1885), die 
ihm durch Verleihung der silbernen Medaille von seiten der Akademie in 
Kopenhagen eine wohlverdiente‘ Anerkennung brachte, und seinen grofsen 
Atlas „Verteilung des Luftdrucks über dem Nordatlantischen Ozean“ (1894). 
Dieser Atlas beruht auf der gemeinsamen Arbeit der Deutschen Seewarte in 
Hamburg und des Dänischen Meteorologischen Instituts in Kopenhagen, an der 
auch Rung in hervorragendem Mafse beteiligt war, nämlich auf den täglichen 
gynoptischen Wetterkarten für den Nordatlantischen Ozean und die anliegenden 
Teile der Kontinente. Ein ähnliches Werk, „Verteilung des Luftdrucks über 
Europa“ ist nahezu fertig, aber die letzte Hand sollte er nicht mehr 
daran legen. | 
An äufseren Ehren und an Anerkennung im In- und Auslande hat es 
Rung nicht gefehlt. 
Im persönlichen Verkehr machte er einen einfachen, gewinnenden und 
aufserordentlich bescheidenen Eindruck. Es war ein Vergnügen, ihn irgend 
eine seiner Erfindungen oder seiner neuen Gedanken auseinandersetzen zu hören. 
Eine Besprechung seines Isobaren-Atiasses erschien mit der verkleinerten 
Wiedergabe zweier Karten in den „Annalen der Hydrographie etc.“ 1895 
Seite 71 und Tafel 2, die seines Universal-Bathometers unter dem Titel „Rungs 
Lot“ ebenda 1899 Seite 418 und "Tafel 11. 
Die Deutsche Seewarte wird dem genialen Erfinder auf meteorologischem und 
pautischem Gebiete, der zugleich an einer grofsen gemeinsamen Arbeit der beiden 
Schwesterinstitute in Kopenhagen und Hamburg eine lange Reihe von Jahren 
hindurch teilnahm, ein dankbäares Andenken bewahren. E. Knipping. 
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Erste Reise des deutschen Fünfmasters „Preufsen‘“ von der Nordsee 
nach Iquique und zurück, Juli 1902 bis Januar 1903. 
Nachdem Kapitän Petersen mit seinem Riesenschiffe „Preufsen“ die 
erste Rundreise von Bremerhaven nach Iquique und zurück nach Hamburg be- 
endet hat, dürfte es wohl von Interesse sein, einiges über den Verlauf dieser 
Reise, wie er sich aus dem meteorologischen, für die Seewarte geführten 
Journal ergibt, und besonders einiges über die Leistungsfähigkeit dieses bis 
jetzt gröfsten Seglers der Welt zu hören. 
Vorweg mögen einige Angaben über die Gröfe des Schiffes und dessen 
Segeleinrichtungen eine Stelle finden, 
„Preufsen“ ist von der Werft Joh. C. Tecklenborg Aktiengesellschaft 
in Geestemünde aus deutschem Stahl erbaut. . 
Die Abmessungen des Schiffes sind folgende: Länge über Deck und 
Gallion 133,5 m, gröfste Breite mittschiffs 16,4 m, Tiefe vom Kiel bis zum 
Deck mittschiffs 10,25 m. Die Wasserverdrängung des beladenen Schiffes 
beträgt bei einem mittleren Tiefgang von 8,23 m 11150 Tonnen, die Trag- 
fähigkeit bei demselben Tiefgang etwa 8000 Tonnen.!) 
1) Hier ist eine Frachttonne von 2240 &% englisch = 2032 % deutsch == 1016 kg gemeint, 
welche Mafsangaben bei der Befrachtung von Schiffen mit schwerer Ladung noch allgemein üblich sind.
	        
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